Vorsicht Hundebesitzer! Hochsaison für Fuchsräude
Von Anika von Greve-Dierfeld
Karlsruhe - Der Frühling ist da - und damit steigt die Gefahr, dass Füchse und auch Hunde oder Katzen an der von Milben verursachten Fuchsräude erkranken. Derzeit sei Hochsaison, heißt es etwa aus dem Ortenaukreis. Wie gravierend ist das Problem?
Wie viele Fälle von Fuchsräude gibt es bisher landesweit? "Belastbare Zahlen gibt es keine, da die Fuchsräude nicht meldepflichtig ist", erläutern Maximilian Lang, Wildtierbeauftragter des Ortenaukreises, und das Landwirtschaftsministerium. Eindeutig räudige Füchse würden von Jägern erkannt und nicht zur Untersuchung an die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) gesandt. Untersucht würden nur die unklaren Fälle.
Fuchsräude ist eine Hautkrankheit, die durch eine Unterart der Grabmilben verursacht wird. Sie befallen vor allem Füchse, mitunter sind auch Steinmarder oder Waschbären betroffen. Aber auch Hunde oder Katzen können daran erkranken.
Die Milben vermehren sich in der Haut der befallenen Tiere, es kommt zu Hautreizungen und Entzündungen. Die Tiere leiden stark unter Juckreiz, verletzen sich durch extremes Kratzen, ihr Fell fällt aus, die Tiere werden apathisch und wirken sehr krank.
Wo im Land ist die Krankheit stark verbreitet?
Innerhalb des Ortenaukreises seien die Schwarzwaldtäler wie beispielsweise das Kinzigtal und Renchtal derzeit Schwerpunktgebiete, sagt der Sprecher des dortigen Landratsamtes. Aktuell würden von Jägern kranke beziehungsweise tot aufgefundene Füchse gemeldet. "In der Rheinebene scheinen die Fallzahlen derzeit noch geringer zu sein."
"Die Fuchsräude kommt grundsätzlich im gesamten Landkreis Konstanz vor", heißt es aus dem dortigen Landratsamt. Die Behörde bekomme immer wieder Meldungen zu auffälligen oder verendeten Füchse, insbesondere in der Nähe von Siedlungen.
Man könne nur sagen, dass kranke Füchse an der Siedlungsrandlage schlichtweg sichtbarer sind und mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen als die im Wald und mitten im Feld, sagte die Karlsruher Landratsamts-Sprecherin. In Rheinstetten etwa gebe es bisher Hinweise von Jägern auf fünf erkrankte Tiere; ein weiterer Hinweis komme aus Philippsburg. Im vergangenen Jahr seien 17 tote Füchse vom CVUA untersucht worden. Zwei entpuppten sich als fuchsräudekrank.
"Erfahrungen aus früheren Jahren zeigen, dass die Räude in Baden-Württemberg immer wieder auftritt", sagte eine Sprecherin des Landesjagdverbandes. Dabei entstünden lokale Schwerpunkte, die sich verlagerten. "Ob und wie stark sich die Erkrankung verbreitet, hängt stark von der Populationsdichte der Füchse ab."
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa
