Stuttgart - Wer derzeit in Stuttgart ein Büro sucht, hat so viel Auswahl wie lange nicht mehr. Der aktuelle Büromarktbericht 2025 offenbart einen radikalen Strukturwandel in der Landeshauptstadt.
Wo früher Ingenieurbüros und Autozulieferer händeringend nach Flächen suchten, herrscht heute oft gähnende Leere. Der Flächenumsatz im Jahr 2025 sank auf 152.000 Quadratmeter und erreichte damit wieder das Niveau von 2023.
Laut einer Mitteilung der Stadt liege es damit deutlich unter dem Fünf‐Jahres‐Durchschnitt von 229.400 Quadratmetern. Hybride Arbeitsmodelle, wirtschaftlicher Abschwung und Kostensenkungsprogramme in der Automobilindustrie zur Zusammenlegung von Flächen verändern die Nachfrage nachhaltig.
Für Unternehmen, die aktuell neue Räume suchen, ist die Nachricht ein Segen, für Vermieter ein Alarmsignal. Die Durchschnittsmiete krachte um 18 Prozent nach unten und liegt mit 18,50 Euro pro Quadratmeter wieder auf dem Stand von 2022.
Gleichzeitig klettert die Leerstandsquote auf 6,6 Prozent. Über eine halbe Million Quadratmeter Bürofläche in der Region Stuttgart stehen aktuell leer. Laut Stadt sind das 11 Prozent mehr als noch im Vorjahr.
Stadt zeigt sich dennoch optimistisch
Besonders dramatisch ist die Lage in den Randbezirken. In Feuerbach und Zuffenhausen, den traditionellen Standorten der Industrie, wuchs der Leerstand um mehr als 30 Prozent. Viele Unternehmen ziehen sich in ihre firmeneigenen Immobilien zurück oder untervermieten ihre nun zu groß gewordenen Flächen.
Trotz der harten Zahlen zeigt sich die Stadt optimistisch.
"Die langjährige Mietpreisentwicklung des Büromarktes in Stuttgart zeigt, unser Markt ist auch in schweren Phasen weitgehend stabil und weist keine extremen Ausschläge nach unten wie in anderen Städten auf", so Torsten von Appen, Leiter der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt.
Es werde weiter in die Zukunftsfähigkeit von Stuttgart investiert.