Millionen gegen Dreck: Stuttgart startet große Sauberkeits-Offensive
Stuttgart - Trotz angespannter Haushaltslage will Stuttgart im neuen Jahr ein deutliches Zeichen für mehr Stadtsauberkeit setzen. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper (64, CDU) hat dazu ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt.
Da die Sauberkeit im öffentlichen Raum für viele Bürgerinnen und Bürger ein zentrales Anliegen ist, investiert die Stadt in den Jahren 2026 und 2027 jeweils 2,5 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die personelle Verstärkung der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS).
Mobile Reinigungstrupps sollen die reguläre Straßenreinigung ergänzen und dort eingreifen, wo akuter Handlungsbedarf besteht. Diese spezialisierten Mitarbeiter der AWS, sogenannte "Müll-Sheriffs", sollen im Laufe des Jahres 2026 ihren Dienst aufnehmen und in enger Abstimmung mit dem städtischen Vollzugsdienst gegen illegale Müllablagerungen vorgehen.
Für das achtlose Wegwerfen von Abfall oder das illegale Abstellen von Sperrmüll drohen laut Stadt künftig saftige Bußgelder zwischen 100 und 1000 Euro.
Auch dem Problem der illegalen Graffiti widmet sich die Stadtverwaltung verstärkt. Von den jährlichen Zusatzmitteln sind 100.000 Euro speziell dafür reserviert, private Hauseigentümer bei der Entfernung von Schmierereien zu unterstützen.
Dies gilt insbesondere für Gebäude, deren Zustand das öffentliche Erscheinungsbild massiv beeinträchtigt.
Drei Großaktionen geplant
Zusätzlich zu diesen dauerhaften Strukturen plant die Stadtspitze drei punktuelle Großaktionen. Unter anderem soll die Klett-Passage, die seit Langem als Sorgenkind im Hinblick auf Sauberkeit gilt, einer intensiven Sonderreinigung durch die AWS, das Tiefbauamt und die SSB unterzogen werden.
Das Unternehmen Kärcher wird im Rahmen eines Kultursponsorings historische Objekte reinigen. Oberbürgermeister Nopper schlägt hierfür die geschichtsträchtigen Bahnmauern am Eingang nach Bad Cannstatt vor, die derzeit stark durch Graffiti verunstaltet sind.
"Mir ist bewusst, dass Stadtsauberkeit eine Daueraufgabe ist und dass wir 100 Prozent Stadtsauberkeit wohl nicht erreichen werden, aber wir müssen mit vereinten Kräften so nah wie irgend möglich an diese 100 Prozent herankommen", räumte Nopper ein.
Titelfoto: Bildmontage: Christoph Schmidt/dpa, LICHTGUT/Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
