Stuttgart 21 erst 2030 am Start? Weiter kein fixes Datum - "Äußern uns nicht"
Von David Nau, Fabian Nitschmann
Stuttgart - Medienberichten zufolge droht dem Bahnprojekt Stuttgart 21 eine weitere jahrelange Hängepartie - nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht allerdings weiter kein konkretes Eröffnungsdatum fest.
Die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, dass der neue Stuttgarter Bahnknoten nicht vor 2029 in Betrieb gehen soll. Der SWR beruft sich auf Insider des Projektes, wonach die komplette Inbetriebnahme nicht vor 2030 sein werde.
Ein Bahnsprecher sagte: "Zu den genannten Spekulationen äußern wir uns nicht." Es bleibe dabei, dass man beauftragt sei, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept zu erarbeiten.
Nach dpa-Informationen wurden die von den Medienberichten genannten Daten in Projektkreisen diskutiert, ein konkretes Datum für die Eröffnung der verschiedenen Teile des milliardenschweren Projektes soll es aber bislang nicht geben.
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (73, Grüne) sagte, die erneute Verschiebung sei bislang eine Meldung von Medien und kein Zeitplan der Bahn. "Meine Erfahrung aus vielen Jahren mit diesem Projekt ist aber: Was vorab durchsickert, wird am Ende oft Realität."
Auch das Land habe Kontakte und wisse, dass es bei der digitalen Schiene klemme. Es fehle eine klare langfristige Perspektive für die Unternehmen, die digitale Stellwerkstechnik herstellten. "Das ist ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen", so Hermann.
Komplette Digitalisierung des Bahnknotens macht Probleme
Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der im Gegensatz zum bisherigen Kopfbahnhof ein Durchgangsbahnhof sein wird.
Im Rahmen von Stuttgart 21 wird der Bahnknoten in Stuttgart zugleich als erster bundesweit komplett digitalisiert. Züge des Fern- und Regionalverkehrs sowie S-Bahnen sollen dann mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS fahren - und zwar nur damit. Klassische Lichtsignale werden im Stuttgarter Bahnknoten nicht mehr verbaut.
Die Arbeiten gestalten sich aber komplizierter als gedacht und waren auch mit ein Grund für die erneute Absage des letzten Starttermins.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa
