Stuttgart führt ab Juli 2026 Übernachtungssteuer ein: So viel zahlen Gäste pro Nacht

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart bittet ihre Gäste künftig zur Kasse: Ab dem 1. Juli 2026 wird eine pauschale Übernachtungssteuer fällig. Der Gemeinderat hat die neue Satzung am Donnerstag verabschiedet, um die Stadtkasse langfristig zu stärken.

Ab dem Sommer 2026 zahlen Übernachtungsgäste in Stuttgart drauf. (Symbolfoto)
Ab dem Sommer 2026 zahlen Übernachtungsgäste in Stuttgart drauf. (Symbolfoto)  © picture alliance / dpa

Bei Übernachtungen in der Landeshauptstadt werden drei Euro pro Person und Nacht fällig. Die Höhe der Kosten ist unabhängig davon, ob man in einem Luxushotel oder in einem privaten Zimmer über Online-Plattformen wie Airbnb schläft.

Für das Einführungsjahr 2026 werden fünf Millionen Euro erwartet, ab 2027 sollen es sogar jährlich zehn Millionen Euro sein.

Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann betonte, dass man bei der Umsetzung auf ein "einfaches, transparentes und rechtssicheres Modell" setze. Um den Verwaltungsaufwand für die Betriebe so gering wie möglich zu halten, soll die Abwicklung vollständig digital und quartalsweise erfolgen.

Stuttgart: Stuttgart 21 erst 2030 am Start? Weiter kein fixes Datum - "Äußern uns nicht"
Stuttgart Stuttgart 21 erst 2030 am Start? Weiter kein fixes Datum - "Äußern uns nicht"

Die Hotels und Vermieter fungieren dabei als Steuerschuldner und leiten die Beträge an die Stadt weiter. Minderjährige und Schülergruppen sind von der Abgabe ausgenommen.

Wettbewerbsneutralität gewährleistet

Die Übernachtungsgäste aller Unterkünfte zahlen denselben Betrag. (Symbolfoto)
Die Übernachtungsgäste aller Unterkünfte zahlen denselben Betrag. (Symbolfoto)  © Edwin Tan/Getty Images

"Die Steuer gilt für klassische Hotels ebenso wie für private Zimmervermietungen über Online‐Plattformen und gewährleistet damit Wettbewerbsneutralität innerhalb der Branche", erklärte die Behörde in einer Mitteilung. Private Kurzzeitvermietungen werden somit nicht benachteiligt.

Die Stadt sieht in der Einführung zum jetzigen Zeitpunkt eine "maßvolle, rechtssichere und wirtschaftlich ausgewogene Lösung". Nachdem sich die Übernachtungszahlen nach der Pandemie stabilisiert haben und rechtliche Hürden geklärt sind, soll das Geld nun helfen, die finanzielle Handlungsfähigkeit Stuttgarts zu sichern.

Bis Ende 2028 sei eine Evaluation geplant, um den Steuersatz und das Berechnungsmodell auf den Prüfstand zu stellen.

Titelfoto: picture alliance / dpa

Mehr zum Thema Stuttgart: