Mitsprache per Smartphone: Stuttgart startet neues Beteiligungs-Portal

Stuttgart - Die Landeshauptstadt geht bei der digitalen Mitbestimmung neue Wege. Seit Mittwoch ist das modernisierte Portal "Stuttgart – meine Stadt" online. Die Meinung der Stuttgarterinnen und Stuttgarter soll so direkt in die Stadtplanung einfließen.

Bürgerinnen und Bürger können sich nun einfacher über digitale Wege in das Stadtgeschehen einbringen.  © Landeshauptstadt Stuttgart / Fabrice Weichelt

Bisherige Hürden bei der Bürgerbeteiligung sollen mit dem Relaunch endgültig der Vergangenheit angehören. Das Herzstück der Neuerung ist die konsequente Ausrichtung auf das Smartphone. Beteiligung soll so künftig einfach im Alltag integriert werden können.

Besonders innovativ ist der Verzicht auf eine zwingende Registrierung. Wer seine Meinung zu einem Projekt äußern möchte, kann dies nun bei den meisten Verfahren sofort und ohne Umwege tun.

Laut dem Ersten Bürgermeister Dr. Fabian Mayer, der für die Digitalisierung zuständig ist, markiert das Portal ein neues Kapitel der barrierearmen Kommunikation.

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"Das Ergebnis ist ein Portal, das sich einfach und intuitiv nutzen lässt. Besonders wichtig ist uns der niedrigschwellige Zugang", so Mayer.

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KI unterstützt Plattform

Ein Highlight für die digitale Inklusion ist der Einsatz modernster KI-Technologien. So nutzt die Stadt die Software "SUMM AI", um komplexe städtische Vorhaben per Klick in Leichte Sprache zu übersetzen und so für alle verständlich zu machen.

Zudem ermöglicht das Tool DeepL Übersetzungen in zwölf verschiedene Sprachen, was die Teilhabe in der internationalen Stadtgesellschaft stärkt.

Auch die Fachämter nutzen KI-Tools, um die eingegangenen Rückmeldungen schneller zu bündeln, Kernaussagen herauszufiltern und die Moderation der Beiträge effizienter zu gestalten.

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Erstes Projekt in Planung

Als Nächstes soll das Radverkehrskonzept in Stuttgart weiterentwickelt werden.  © LHS/Marcus Gloger

Strukturell setzt die Plattform auf volle Transparenz. Zuerst gibt es verständliche Informationen, gefolgt vom direkten Zugang zur Beteiligung und schließlich einer Rückkopplung der Ergebnisse. So sehen die Bürger schwarz auf weiß, wie ihre Anregungen den Planungsprozess beeinflusst haben.

Für visuelle Erlebnisse sorgen zudem moderne Formate wie interaktive Karten oder sogar 3-D-Modelle des sogenannten "Digitalen Zwillings". Als nächster großer Ausbauschritt ist eine spezielle Kinder- und Jugendbeteiligung mit eigenem Design geplant.

Am Donnerstag, den 30. April, startet mit der Fortschreibung des Radverkehrskonzepts das erste große Projekt auf der neuen Plattform.

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