Putziger Nachwuchs in Stuttgart: Junge Kletterkünstler erkunden die Wilhelma
Stuttgart - Auf der Gebirgsanlage der Stuttgarter Wilhelma gibt es dreifachen Nachwuchs: Ende Mai und Anfang Juni kamen bei den seltenen Markhoren, auch Schraubenziegen genannt, ein Weibchen und zwei kleine Böcke zur Welt.
"In den ersten Lebenswochen gibt es für die neugierigen Markhor-Jungtiere so viel zu entdecken", erklärt die zuständige Kuratorin Dr. Ulrike Rademacher.
Die aus den Hochgebirgen Zentral- und Südasiens stammenden Wildziegen sind hervorragende Kletterer. Bereits wenige Tage nach der Geburt können die Jungtiere ihren Müttern mühelos durch das anspruchsvolle Gelände folgen. Diese Trittsicherheit dient den Tieren in freier Wildbahn als überlebenswichtiger Schutz vor Fressfeinden.
Aktuell können Besucherinnen und Besucher gut beobachten, wie die drei Jungtiere spielerisch das Klettern trainieren. Namensgebend für die Art sind übrigens die ausgewachsenen Böcke. Sie tragen schraubenförmig gedrehte Hörner, die über einen Meter lang werden können.
Obwohl sich die Bestände in einigen Herkunftsländern durch Schutzmaßnahmen leicht erholt haben, stuft die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Markhor weltweit weiterhin als "potenziell gefährdet" ein.
Wilhelma will Population erhalten
Wilderei, der Verlust von Lebensraum und die Konkurrenz durch Weidevieh haben die Populationen stark dezimiert und zersplittert. Um die bedrohten Tiere zu schützen, beteiligt sich die Wilhelma am Europäischen Ex-situ-Programm (EEP). Durch die Koordination der Bestände in europäischen Zoos soll eine gesunde und genetisch vielfältige Population erhalten bleiben.
Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin betont die Bedeutung des aktuellen Zuchterfolgs: "Jede erfolgreiche Geburt ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt einer Art, die in europäischen Zoos nur selten zu sehen ist."
Titelfoto: Bildmontage: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann
