München - Ob Dreitagebart oder glatt wie frisch poliert - der elektrische Rasierer gehört für viele Männer fest ins Bad. Doch die Auswahl ist riesig, die Unterschiede teils erheblich. TÜV-SÜD-Produktexperte Christian Kästl erklärt, worauf es wirklich ankommt.
Der erste große Unterschied zeigt sich bei der Grundfrage: Trockenrasierer oder Nass-Trocken-Gerät? Trockenrasierer sind schnell, unkompliziert und ideal für die Rasur zwischendurch.
Nass-Trocken-Rasierer lassen sich zusätzlich mit Schaum oder Gel und sogar unter der Dusche nutzen. Das empfinden viele Menschen mit sensibler Haut als angenehmer, weil die Haut besser geschützt wird.
Wer zu Rasurbrand, Rötungen oder eingewachsenen Haaren neigt, sollte auf sanft arbeitende Scherköpfe achten, die ohne viel Druck auskommen.
Auch beim Schneidsystem entscheidet der persönliche Typ. Folienrasierer arbeiten mit länglichen Scherfolien und sind besonders präzise. Sie eignen sich gut für Konturen und schwierige Stellen wie unter der Nase oder entlang des Kiefers - ideal bei feinem bis normalem Bartwuchs.
Rotationsrasierer dagegen erkennt man an ihren runden, beweglichen Scherköpfen. Sie passen sich gut an Gesichtskonturen an und sind bei kräftigem oder dichtem Bartwuchs oft effizienter, wenn auch etwas weniger exakt.
Elektrischer Rasierer: Worauf kommt es bei der Qualität des Schneidsystems an?
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Qualität des Schneidsystems. Hochwertige Klingen und Scherfolien können Hautirritationen deutlich reduzieren. Menschen mit Nickelallergie sollten zudem auf die Materialangaben achten, da viele Hersteller inzwischen nickelarme oder nickelfreie Legierungen verwenden.
Auch Akku und Ausstattung spielen eine große Rolle. Eine Laufzeit von 40 bis 60 Minuten gilt heute als Standard, hochwertige Modelle schaffen deutlich mehr. Praktisch ist eine Schnellladefunktion für eilige Morgen.
Ein wechselbarer Akku verlängert die Lebensdauer des Geräts und schont Umwelt und Geldbeutel.
Wer viel unterwegs ist, sollte auf automatische Spannungsanpassung und eine Transportverriegelung achten, damit sich das Gerät im Koffer nicht selbstständig macht.
Damit der Rasierer lange zuverlässig arbeitet, braucht er Pflege. Regelmäßiges Reinigen mit der Bürste und gelegentliches Ölen der Klingen halten das Schneidsystem geschmeidig. Idealerweise ist das Gerät spritzwassergeschützt oder komplett abwaschbar. Reinigungsstationen bieten maximalen Komfort, verbrauchen aber zusätzlichen Strom und Platz.
Beim Kauf lohnt sich schließlich ein Blick auf Prüfsiegel. Das GS-Zeichen oder das blaue TÜV-SÜD-Oktagon stehen für geprüfte Sicherheit. Wer diese Punkte im Blick behält, findet ein Gerät, das wirklich passt.