Vereint in Sturmwind: Hearthstone bekommt bald den nächsten großen Modus!

Leipzig - Für die Allianz! Anfang August veröffentlichte Blizzard die neue Erweiterung für das seit Jahren gefeierte Kartenspiel "Hearthstone". "Vereint in Sturmwind" bringt 135 neue Sammelkarten ins Rennen. Doch leider gibt es typische Probleme.

Die Questkarte Zauberass Dämmergriff sorgt aktuell für viel Unmut in der Community. Magierdecks werden dadurch viel zu schnell für jede Art von Kontrolldecks.
Die Questkarte Zauberass Dämmergriff sorgt aktuell für viel Unmut in der Community. Magierdecks werden dadurch viel zu schnell für jede Art von Kontrolldecks.  © Blizzard Entertainment

Als die ersten Karten aus dem neuen Set vorgestellt wurden, war meine Vorfreude wie immer gigantisch! Der Großteil der neuen Exemplare sah fantastisch aus. Für jede Klasse waren ordentliche Verstärkungen im Gepäck. Zudem wurden mehrere mögliche Strategien für alle zehn Charaktere implementiert.

Klar, Jäger müssen schon lange nicht mehr unbedingt schnell sein und Kriegern geht es nicht allein nur darum, ein möglichst langlebiges Schild aufzubauen.

Doch bin ich immer wieder begeistert, welche neuen Möglichkeiten sich die Strippenzieher von Blizzard einfallen lassen, um möglichst coole Kombos einzustreuen.

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Besonders die Questreihen erweckten sofort meine Aufmerksamkeit: Jede Klasse kann zu Beginn einen Zauber spielen, für dessen endgültige Aktivierung mehrere Bedingungen erfüllt werden müssen.

Der Hexenmeister muss beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Schaden im eigenen Zug bekommen, um letztendlich eigenen Schaden auf den Gegner abwenden zu können. Der Priester muss in einer vorgegebenen Reihenfolge Karten mit unterschiedlichen Kosten ausspielen, um zum Schluss einen Zauber ins Deck zu mischen, der den Gegner mit sofortiger Wirkung zur Strecke bringt.

Klingt nach sehr viel Variabilität? Aber auch genau hier bricht sich "Hearthstone" wie so oft selbst das Genick.

Aggressive Spieler mit gigantischen Vorteilen

So sieht das neue Spielbrett von "Vereint in Sturmwind" aus. Durch Klicks auf die Aufsteller am Rand lassen sich wieder kleine Spielereien auslösen.
So sieht das neue Spielbrett von "Vereint in Sturmwind" aus. Durch Klicks auf die Aufsteller am Rand lassen sich wieder kleine Spielereien auslösen.  © Blizzard Entertainment

Nur wenige Stunden hat es nach Release gedauert, bis gewertete Partien komplett von aggressiven- und "OTK"-Decks überflutet wurden. Wer kontrolliert spielt oder darauf setzt, über einen langfristigen Zeitraum seinen Deckplan umzusetzen, hat kaum eine Chance.

Besonders dabei anzumerken ist der völlig überpowerte Quest-Magier. Dessen Aufgabe besteht darin, verschiedene Zauber unterschiedlichen Typs auszuspielen, bis Zauberass Dämmergriff ausgespielt werden kann. Die Magierin bewirkt, dass alle Zauber dauerhaft +3 mehr Schaden verursachen.

So ist das Spiel nicht nur recht oft schnell vorbei, sondern für kontrollierte Spieler gibt es absolut nichts zu kontrollieren, da die Klasse komplett damit auskommt, keine Monster auszuspielen.

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Dieses Spielprinzip zieht sich auch über andere Klassen hinweg, sodass am Ende die Schlachten in wenigen Minuten vorbei sind. Je nachdem, ob man sich darauf eingelassen hat, ebenfalls ein Tempo-Deck zu spielen, dann mit einer 50:50-Chance zu gewinnen.

Sicherlich wird es in den nächsten Tagen und Wochen seitens Blizzard einige Abschwächungen geben. Trotzdem fragt man sich als Spieler bei jeder Erweiterung aufs Neue, wie solche Ungerechtigkeiten letztendlich ihren Weg ins fertige Spiel schaffen.

Fazit zu Hearthstone: Vereint in Sturmwind

Ohne Frage: Die 135 neuen Karten sind klasse designt, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Decks zusammenzustellen und jede Klasse bekommt mehr als genug Möglichkeiten, sich auf verschiedene Art und Weise zu entfalten. Soweit so gut. Doch dass dabei so manche Spielart keinerlei Chancen gegen das aktuelle Meta-Game haben, wirkt einfach nicht gut durchdacht.

Die Erfahrung zeigt doch, dass ein Großteil der Spieler, gerade zu Beginn einer neuen Erweiterung, auf ein schnelles, kostenarmes Deck zurückgreifen. Warum werden exakt diese Mechaniken noch gefördert anstatt zu entschleunigen? Das stößt für mich auf Unverständnis.

Ich habe exakt fünf Versionen des Quests-Priesters versucht zum Laufen zu bringen - alle mit dem gleichen Ergebnis, dass jeder Magier und Hexenmeister kurzen Prozess mit mir machen konnte, ohne dass ich den Hauch einer Chance hatte. Daran muss dringend gearbeitet werden, Blizzard.

UPDATE, 1. September, 9 Uhr: Söldnermodus angekündigt

Im Söldnermodus könnt Ihr verschiedene Helden rekrutieren, die allesamt verschiedene Techniken mit sich bringen. Zudem lassen sich die Angreifer aufleveln.
Im Söldnermodus könnt Ihr verschiedene Helden rekrutieren, die allesamt verschiedene Techniken mit sich bringen. Zudem lassen sich die Angreifer aufleveln.  © Blizzard Entertainment

Am Mittwochabend hat Blizzard endlich die Katze aus dem Sack gelassen und den neuen Modus angekündigt. "Die Söldner" werden am 12. Oktober einschlagen und wie alle anderen Modi komplett kostenlos spielbar sein.

In der offiziellen Pressemeldung heißt es: "Der neue Spielmodus bietet Spielern mit strategischem RPG-Gameplay und Roguelike- Missionen, die jedes Mal neue Herausforderungen bereithalten, eine brandneue Art und Weise, mit ihren liebsten Helden und Bösewichten des Warcraft-Universums zu spielen."

Heißt im Klartext: Es darf wieder gesammelt werden! Über 50 Helden sollen zunächst zur Auswahl stehen. Jeder einzelne kann sozusagen trainiert werden und im Level aufsteigen. Je nach Truppe ergeben sich untereinander Kombinationen, die genretypisch bekanntermaßen ziemlich einschlagen können.

Die ersten Eindrücke machten schon ziemlich was her. Um sich ein umfangreiches Urteil bilden zu können, muss sich erst das eigentliche Gameplay im Oktober beweisen.

Die Kämpfe erfordern nach Angaben der Entwickler taktische Tiefe. Vorausschauendes Denken und auch etwas Zeit werden vorausgesetzt.
Die Kämpfe erfordern nach Angaben der Entwickler taktische Tiefe. Vorausschauendes Denken und auch etwas Zeit werden vorausgesetzt.  © Blizzard Entertainment

Für alle anderen Zocker hatte Blizzard zudem direkt einen umfangreichen Patch bereit gestellt. Für den normalen Spielmodus wurden einige Hexenmeisterkarten geschwächt. Die Quest, die besonders im wilden Modus aktuell das größte Problem darstellt, wurde leider aber belassen.

Auch das Schlachtfeld darf sich über zwei Neuzugänge freuen. Zudem gibt es endlich eine Schadensperre: Bevor nicht der erste Held gestorben ist, kann ein Spieler nicht mehr als 15 Schaden bekommen. Das sorgt dafür, dass durch extrem unglückliche Kombinationen nicht nach rund fünf Minuten Schluss ist. Auf den ersten Blick eine sinnvolle Verbesserung!

Titelfoto: Blizzard Entertainment

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