Moto GP am Sachsenring: Kein Lärm, keine Party, kein Bier und ein schwächelnder "König"

Hohenstein-Ernstthal - Tribünen wurden gar nicht erst aufgebaut. Natürlich auch keine Bierstände, es gibt keinen Zeltplatz am Ankerberg, keinen Lärm und schon gar keine Party. Am Sachsenring ist fast nichts so, wie es immer ist. Es steht der ungewöhnlichste Große Preis von Deutschland bevor, den es jemals gab.

Fans dürfen keine an den Sachsenring, dafür haben die Anwohner ihre Häuser geschmückt.
Fans dürfen keine an den Sachsenring, dafür haben die Anwohner ihre Häuser geschmückt.  © Andreas Kretschel

Schon im Mai war wegen der damaligen Coronalage entschieden worden, dass die Fans diesmal beim Motorrad-Spektakel draußen bleiben müssen.

Das sorgt für Kritik, denn bei den Spielen der Fußball-EM sind in München schließlich 14.000 Zuschauer dabei. Dass das an der Rennstrecke nicht geht, liegt an "technischen Gründen", erklärte Gerd Ennser, neuer Sportpräsident des Veranstalters ADAC: "In München gibt es Sitzplätze, die gekennzeichnet und beschränkt sind. Der Sachsenring hat allerdings keine festen Tribünen", sagte der 62-Jährige.

Ein Aufbau hätte "mindestens acht Wochen" gedauert. "Also hätten wir Ende April damit beginnen müssen", so Ennser. Doch da waren die Verhältnisse noch ganz andere.

Der Termin ist so gesehen einfach zu früh, am 8. und 15. August werden die Ränge am Red Bull Ring in Spielberg/Österreich voll sein.

Sachsenring-Dauersieger Marc Marquez gibt sich zurückhaltend

Kommt Marc Marquez aus seiner Deckung? Die letzten zehn Rennen gewann der Spanier auf dem Sachsenring. Ein elftes Mal scheint ausgeschlossen.
Kommt Marc Marquez aus seiner Deckung? Die letzten zehn Rennen gewann der Spanier auf dem Sachsenring. Ein elftes Mal scheint ausgeschlossen.  © DPA/Robert Michael

Die leere Anlage in Sachsen, die am Rennwochenende gern mehr als 200.000 Menschen bevölkern, wird ein Trauerbild abgeben. Die Zufahrten wurden zwar abgesperrt, aber der Kurs ist so gelegen, dass es dennoch kein Problem ist, hinzugelangen.

"Fans werden gebeten, die Trainings und Rennen zu Hause zu verfolgen", appellierte deshalb der ADAC. Alles ist anders, selbst sportlich. Denn der "King of Sachsenring" hat nach einer langen Pause noch nicht wieder in die Spur gefunden.

Dass Marc Marquez, der seit 2010 jedes Rennen auf dem Kurs nahe Hohenstein-Ernstthal gewann, zum elften Mal nacheinander die Nase vorn hat, ist praktisch auszuschließen.

"Ich kann mir vorstellen, dass der Sachsenring ihm hilft, die Lücke nach vorne ein bisschen zu schließen", sagte Honda-Testfahrer Stefan Bradl, der nicht mitfahren darf, diesmal aber als ServusTV-Experte dabei ist.

Der achtmalige Weltmeister Marquez hatte nach einem Oberarmbruch neun Monate pausieren müssen und war zuletzt dreimal in Folge ausgeschieden. Entsprechend zurückhaltend gibt sich der Spanier: "Mal sehen was das Wochenende bringt."

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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