SMS von der Bundesregierung: Wissen Behörden immer, wo ich bin?

Deutschland - Seit kurzer Zeit erhalten mehrere Personen in der Nähe zur deutschen Grenze SMS, die angeblich von der Bundesregierung stammen. Wissen die Behörden, wo die Leute unterwegs sind - und kommt die Nachricht wirklich von der Regierung? TAG24 klärt auf.

Manche Handys klingelten in der letzten Zeit öfter als üblich. Eine SMS der Bundesregierung ist dafür verantwortlich (Symbolbild).
Manche Handys klingelten in der letzten Zeit öfter als üblich. Eine SMS der Bundesregierung ist dafür verantwortlich (Symbolbild).  © 123RF/Andrea De Martin

Seit Anfang März häufen sich in sozialen Netzwerken Screenshots und Fragen besorgter Bürger, die sich nicht erklären können, warum sie eine SMS-Nachricht der Bundesregierung erhalten haben.

Anders, als bei den SMS zum angeblichen Paketversand handelt es sich in diesem Fall nicht um einen Betrugs-Versuch.

"Die Bundesregierung: Willkommen/Welcome! Bitte beachten Sie die Test-/Quarantäneregeln; please follow the rules on tests/quarantine", steht in der Nachricht vor einem Link, der auf die Website des Bundesgesundheitsministeriums führt.

Und tatsächlich: Das Ministerium kündigte an, ab 1. März derartige SMS verschicken lassen zu wollen. Man wolle damit "auf geltende Infektions­schutz­maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 hinweisen", heißt es in einer Erklärung des Ministeriums.

Doch woher wissen die Verantwortlichen, dass man gerade ins Land eingereist ist? Und warum bekommen manche die SMS, obwohl sie ihren Wohnort nicht verlassen haben und somit gar nicht eingereist sind?

Regierungs-SMS: So läuft der Versand ab

Diese Nachricht wird seit März im Auftrag der Bundesregierung versendet.
Diese Nachricht wird seit März im Auftrag der Bundesregierung versendet.  © Screenshot/SMS

Das Gesundheitsministerium erklärt, dass für den Versand der Hinweis-SMS die Netzbetreiber zuständig seien. Sobald sich ein Handy in das jeweilige deutsche Netz einwählt, erhalten die Einreisenden, in diesem Fall Einheimische wie auch Touristen, die SMS mit den Netzgebühren und anschließend diese der Regierung.

Das Verbinden mit den deutschen Funkmasten ist also der Auslöser für den SMS-Empfang.

Auf Twitter ist jedoch auch zu lesen, dass manche Bürger die Nachricht erhalten hätten, ohne das Land oder gar ihren Wohnort verlassen zu haben. Wie kommt das zustande?

Das Phänomen müssten die Betroffenen eigentlich ganz gut kennen. Denn es konzentriert sich offenbar auf die Landkreise und Städte, die sich besonders nah an der Grenze zu einem Nachbarland befinden. Manchmal verbindet sich das Handy automatisch mit dem ausländischen Netz. Wählt es sich anschließend wieder in das heimische Mobilfunknetz ein, wird erneut der Versand der SMS ausgelöst.

Dies kann sogar mehrfach innerhalb kurzer Zeit geschehen, wie Tweets zeigen.

Die Erklärung des Gesundheits-Ministeriums zum SMS-Versand

Der entsprechende Absatz in der Corona-Einreiseverordnung

Die Behörden, Ministerien und deren Angestellte wissen also nicht, wer sich wann aufhält. Es ist ein einfacher, automatisierter Ablauf, der bei einer (scheinbaren) Einreise durchgeführt wird.

Die Telekom erklärt beispielsweise dazu: "Insbesondere leiten wir Ihre Daten nicht weiter an Gesundheitsämter oder andere Beteiligte im Rahmen der Coronavirus-Bekämpfung. Wir verwenden Ihre Daten ausschließlich für den SMS-Versand."

Auf diese Weise kann also nicht übermittelt werden, wer, wann, wo eingereist ist, beziehungsweise zu sein scheint. Die Einreiseanmeldung muss deshalb nach wie vor vorher ausgefüllt werden.

Titelfoto: Montage: 123RF/Andrea De Martin, Screenshot/SMS

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