Anzahl der Opfer bei kenianischer "Hungersekte" auf über 300 gestiegen

Nairobi (Kenia) - Auch rund zwei Monate nach dem Bekanntwerden einer "Hungersekte" in Kenias Küstenregion Malindi steigt die Zahl der Todesopfer weiter an.

Bereits im April war man auf den Fall aufmerksam geworden, doch noch immer sind mehr als 600 Menschen vermisst. Unterdessen steigt die Zahl der Opfer erbarmungslos weiter.
Bereits im April war man auf den Fall aufmerksam geworden, doch noch immer sind mehr als 600 Menschen vermisst. Unterdessen steigt die Zahl der Opfer erbarmungslos weiter.  © SIMON MAINA / AFP

Wie das kenianische Innenministerium am heutigen Mittwoch mitteilte, wurden mittlerweile 318 Leichen gefunden. Lediglich 95 Menschen seien bislang lebend gerettet worden, 613 Personen würden weiterhin vermisst.

Ein örtlicher Sektenführer hatte mit seinen Anhängern isoliert in dem Waldgebiet Shakahola gelebt und soll seine evangelischen Gläubigen aufgefordert haben, sich zu Tode zu hungern, um so Jesus nahe zu sein.

Der Vorfall ist mittlerweile als "Shakahola-Massaker" bekannt. Bereits vor zwei Monaten hatte die Polizei nach ersten Hinweisen schwer unterernährte Menschen in dem Waldgebiet vorgefunden, das anschließend auf Massengräber durchkämmt wurde. Laut dem Innenministerium dauern die Exhumierungen noch immer an.

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In den tiefgläubigen Ländern Ostafrikas gibt es immer wieder Berichte über Sektenführer, die ihre Anhänger mit Heilsversprechen in Abhängigkeit bringen.

Einen der schwersten Massenmorde verübte die Sekte "Bewegung für die Wiedereinsetzung der Zehn Gebote Gottes" in Uganda vor 23 Jahren. Dort töteten die Sektenführer mehr als 700 Menschen. Die Sektenführer waren in Erklärungsnot geraten, nachdem ein angekündigtes Ende der Welt nicht eingetreten war.

Titelfoto: SIMON MAINA / AFP

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