Sydney (Australien) - "Geht auf keinen Fall ins Wasser!" So lautet die Warnung der australischen Wasserrettungsorganisation Surf Life Saving NSW. Grund dafür sind unzählige, hungrige Haie, die von einem gestrandeten Pottwal-Kadaver angelockt wurden. Jeder, der einen Fuß ins Wasser setzt, riskiert, von einem der Raubfische zerfleischt zu werden.
"Wir können die Leute zwar nicht davon abhalten, ins Wasser zu gehen, aber wenn man bedenkt, wie viele Haie dort schwimmen und dass größere Weiße Haie und Bullenhaie gesichtet wurden - das sind nicht gerade die Fische, mit denen man im selben Wasser schwimmen möchte", erklärt Stephen Pearce, der CEO der ehrenamtlichen Wasserrettungsorganisation, im Interview mit dem Nachrichtenportal "ABC News".
Am vergangenen Samstagmorgen wurde der angeschwemmte, rund acht Meter lange Kadaver von einigen Rettungsschwimmern auf einem Steinplateau am Era Beach im Süden von Sydney entdeckt.
Doch neben dem toten Pottwal auf dem Stein lauern unzählige Haie im Wasser, die auch ein Stück von dem Festmahl abhaben möchten. Die Behörden bezeichnen dieses Schauspiel als "ganz natürlich" - der Wal werde durch die Haie wieder "in den Naturkreislauf zurückgeführt".
Der Kadaver an sich ist für Menschen, abgesehen vom üblen Geruch, völlig harmlos, jedoch stellen die Haie eine echte Gefahr dar.
Aus diesem Grund haben sich die Behörden dazu entschieden, mehrere Strände im Süden der Millionenstadt für die Öffentlichkeit abzusperren.
Was soll jetzt mit dem Pottwal-Kadaver geschehen?
Aktuell wird über diese Frage noch intern debattiert, auch wenn der Entschluss, dass der Kadaver entfernt werden muss, bereits gefasst wurde. Dies werde jedoch nicht vor Dienstag geschehen, heißt es in einem Beitrag der Nachrichtenagentur AFP.
Zurück ins offene Meer soll der Kadaver jedoch nicht gebracht werden. Aufgrund seiner beachtlichen Größe von knapp acht Metern stellt er nämlich ein Unfallrisiko für Schiffe dar.