Rio de Janeiro (Brasilien) - In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ist es am Mittwoch zu einer weiteren brutalen Auseinandersetzung zwischen Drogenkriminellen und der Militärpolizei gekommen. Mindestens acht Menschen verloren dabei ihr Leben - darunter nicht nur ein Drogenboss, sondern auch ein unschuldiger Anwohner.
Der Chef der brasilianischen Militärpolizei, Marcelo Menezes Nogueira, erklärte, dass es sich bei Ersterem um den "mächtigen" Drogenhändler Claudio Augusto dos Santos (†55) handeln würde.
150 Beamte und zwei gepanzerte Fahrzeuge hatten am Mittwoch (Ortszeit) in mehreren Favelas nach dos Santos gesucht, ehe er sowie sechs weitere Kriminelle im Zuge einer "heftigen bewaffneten Auseinandersetzung" getötet wurden.
O Globo berichtete indes, dass der ermordete Anwohner während der Verhandlung zwischen der Polizei und den Kriminellen als Geisel genommen worden war. Laut Oberstleutnant Marcelo Corbage wurde ihm schließlich in den Kopf geschossen.
"Wir suchten nach einer friedlichen Lösung, aber es wurden Schüsse aus dem Inneren des Wohnhauses abgefeuert [...]. Unsere Truppen reagierten mit Feuer, wobei Maßnahmen zur Neutralisierung der Kriminellen unternommen wurden", so Corbage. Eine weitere Geisel konnte hingegen gerettet werden.
Laut Menezes Nogueira wurden bei dem Einsatz insgesamt 116 Menschen festgenommen sowie 21 Waffen, 105 Kilo Kokain und 600 Kilo Marihuana beschlagnahmt.
Bus im Zentrum von Rio de Janeiros abgefackelt
Bei Claudio Augusto dos Santos soll es sich laut Behördenangaben um einen "skrupellosen und blutrünstiger Drogenhändler" gehandelt haben - eine "Schlüsselfigur" des Comando Vermelho (Rote Kommando), der mächtigsten Drogenband der Stadt.
Wie AFP berichtete, löste das Comando Vermelho als Reaktion auf den Polizeieinsatz ein Verkehrschaos im Herzen Rios aus. Unter anderem wurde ein Bus im Zentrum der Metropole in Brand gesetzt.
"Sie stiegen ein, sagten mir, ich solle die Fahrgäste aussteigen lassen, und steckten den Bus in Brand", erzählte Busfahrer Marcio Souza der Nachrichtenagentur. Die Ganze sei "schrecklich" gewesen.
Erst im vergangenen Herbst war es laut AFP in den Favelas zum blutigsten Polizeieinsatz in der brasilianischen Geschichte gekommen. Dabei waren vier Polizisten und mindestens 117 mutmaßliche Kriminelle getötet worden.