Mobbing, Überstunden, Mini-Lohn: Schlimme Arbeitsbedingungen in Labubu-Fabrik?

Guangdong (China) - Aufruhr bei den Labubu-Fans. Eine Arbeitsrechtsorganisation will Beweise gefunden haben, welche die grausamen Arbeitsbedingungen in der chinesischen Fabrik von "Shunjia Toys Co Ltd." offenlegen sollen.

Ermittler der Organisation "China Labor Watch" machten bei der Herstellung von Labubus eine schockierende Entdeckung. (Symbolfoto)
Ermittler der Organisation "China Labor Watch" machten bei der Herstellung von Labubus eine schockierende Entdeckung. (Symbolfoto)  © Fotomontage/LILLIAN SUWANRUMPHA / AFP/123RF/izikmd

Die 2000 gegründete Organisation "China Labor Watch" (CLW) behauptete in einem kürzlich veröffentlichen Schreiben, dass es bei der Herstellung der beliebten Taschenanhänger nicht mit rechten Dingen zugehe.

Die unzumutbaren Arbeitsverhältnisse seien durch ausführliche Untersuchungen, Befragungen vor Ort und Dokumente ans Licht gekommen. Entsprechende Recherchen habe die in den USA ansässige Organisation ausgewertet und so zu dem niederschmetternden Ergebnis gekommen.

Die Labubu-Fabrik wies zahlreiche gravierende Mängel auf. Dazu gehörten beispielsweise "übermäßige Arbeitsstunden, der umfangreiche Einsatz von Leiharbeitern und das mögliche Umgehen von Sozialversicherungsbeiträgen".

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In den vergangenen Monaten erlangte die Firma "Pop Mart" mit ihren markanten Plüschtieren eine Erfolgswelle. Bereits im ersten Halbjahr 2025 erreichte der chinesische Spielzeughersteller einen Umsatz von rund 4,81 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 594,6 Millionen Euro).

Mit dem veröffentlichten Bericht könnte jedoch nun die Beliebtheit der grinsenden Wesen ins Schwanken geraten. Denn auch "Mobbing durch das Management" und fehlende freie Tage seien in der chinesischen Fabrik nichts Neues.

Wie die Untersuchungen der Organisationen zeigten, arbeiteten zum Zeitpunkt ihrer Recherche rund 4500 Arbeiter in der Fabrik - 30 Prozent von ihnen waren Leiharbeiter. (Symbolfoto)
Wie die Untersuchungen der Organisationen zeigten, arbeiteten zum Zeitpunkt ihrer Recherche rund 4500 Arbeiter in der Fabrik - 30 Prozent von ihnen waren Leiharbeiter. (Symbolfoto)  © 123RF/wirestock

Hersteller Pop Mart reagiert verwundert auf Vorwürfe

Der teuerste Labubu wird auf rund 1,08 Millionen Yuan (ca. 133.400 Euro) geschätzt. (Archivfoto)
Der teuerste Labubu wird auf rund 1,08 Millionen Yuan (ca. 133.400 Euro) geschätzt. (Archivfoto)  © John THYS / AFP

Nach Angaben von CLW verdienten die dort arbeitenden Angestellten rund 29 US-Dollar (knapp 25 Euro) am Tag - zu wenig für die mutmaßlich langen Schichten.

Der Labubu-Hersteller verkauft die Plüschtiere weltweit für umgerechnet 15 bis 20 Euro - und liegt damit deutlich über den Produktionskosten. Denn: "Basierend auf einer Tagesproduktion von 182.000 Spielzeugen betragen die direkten Lohnkosten pro Spielzeug etwa 0,70 USD (4,95 Yuan)."

Im Hinblick auf ihre Untersuchungen forderte "China Labor Watch" eine Stellungnahme von Pop Mart und erhielt ein doch sehr nüchternes Ergebnis.

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Der in Peking ansässige Spielwarenhändler reagierte verwundert auf die Vorwürfe und betonte, die aufgelisteten Probleme in der Fabrik zu "korrigieren".

Titelfoto: Fotomontage/LILLIAN SUWANRUMPHA / AFP/123RF/izikmd

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