Ranghohes Ex-Parteimitglied warnt vor China und Xi Jinping

Peking - China wird von der internationalen Gemeinschaft als immer größer werdende Bedrohung wahrgenommen, doch aus dem Reich der Mitte selbst hört man nur selten kritische Stimmen. Eine ehemalige Insiderin der Kommunistischen Partei hat ihr Schweigen nun gebrochen.

Staats- und Parteichef Xi Jinping, aufgenommen bei der Vorstellung des Ständigen Ausschusses des Politbüros in der Großen Halle des Volkes.
Staats- und Parteichef Xi Jinping, aufgenommen bei der Vorstellung des Ständigen Ausschusses des Politbüros in der Großen Halle des Volkes.  © Ng Han Guan/AP/dpa

Cai Xia hatte es weit bis nach oben geschafft.

Sie galt als Elite-Mitglied der KP Chinas und unterrichtete als hochrangige Professorin in Chinas führendem Ausbildungszentrum mit angeschlossenem Think Tank.

Doch vor Kurzem ist die erfolgreiche Chinesin tief gefallen: Wie Inquisitr berichtet, führte eine Reihe von Rügen gegen Anführer Xi Jinping zu ihrem Ausschluss aus der Partei.

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Laut Cai Xia plant China, sein Einparteiensystem zum Vorbild für die gesamte Welt zu machen. Das freie und demokratische System mit Werten wie Ordnung, Frieden und Gerechtigkeit soll langfristig durch Chinas Regierungsmodell ersetzt werden.

Der Präsident sei die Wurzel für die Beseitigung jeglicher Opposition im Reich der Mitte.

Unter seinem Vorgänger Hu Jintao seien Meinungsverschiedenheiten zwar auch verpönt, aber wenigstens noch toleriert worden.

"Er erlaubt keine abweichenden Stimmen innerhalb der Partei und bestraft diejenigen, die eine andere Meinung äußern, mit Parteidisziplin und Korruptionsvorwürfen", so Cai Xia. Auch die gefürchteten Umerziehungslager, in denen sich besonders viele Uiguren befinden, kritisierte die Professorin.

Chinesisches Sicherheitspersonal patrouilliert in der Nähe der Heytgah-Moschee in Kaschgar im Nordwesten Chinas.
Chinesisches Sicherheitspersonal patrouilliert in der Nähe der Heytgah-Moschee in Kaschgar im Nordwesten Chinas.  © Ng Han Guan/AP/dpa

Politische Transparenz in China vollständig außer Kraft gesetzt

"Beamte verbergen oft die Wahrheit und berichten nur das, was sie hören möchten. Die nach oben übermittelten Informationen sind falsch und es gibt keine wissenschaftliche, demokratische, offene und transparente Entscheidungsfindung mehr", beschreibt die Chinesin die verheerende Lage in ihrem Heimatland.

Auch Chinas Einmischung in die US-Wahlen 2020 sei kein Geheimnis mehr.

Der einzige Weg, Chinas zunehmend aggressives Auftreten zu verhindern, sei eine Absetzung von Parteichef Xi Jinping. Ob sich Cai Xia noch in ihrer Heimat befindet oder bereits untergetaucht ist, ist derzeit unklar. Mit ihrer umfassenden öffentlichen Warnung vor der Führung dürfte sich die Professorin keine Freunde in der Partei gemacht haben.

Titelfoto: Ng Han Guan/AP/dpa

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