Deutscher Student (26) in Kolumbien erschossen: Ermittler zweifeln an Raubmotiv

Uribia (Kolumbien) - Er wollte fremde Kulturen kennenlernen, reisen, Erfahrungen sammeln - doch seine Fahrt wurde zur Todesfalle. Ein 26-jähriger deutscher Student ist während einer Motorradreise im Norden Kolumbiens erschossen worden. Zwar wurde zunächst von einem Raubüberfall ausgegangen, doch das genaue Tatmotiv bleibt weiterhin unklar.

Der 26-jährige deutsche Student war nach einem Studienaufenthalt allein mit dem Motorrad im Norden Kolumbiens unterwegs, als er tödlich verletzt wurde. (Symbolbild)  © Fernando Vergara/AP/dpa

Der junge Mann aus Darmstadt hielt sich zu Studienzwecken in Kolumbien auf. Er studierte Umwelttechnik, interessierte sich leidenschaftlich für Nachhaltigkeit und interkulturellen Austausch, wie Noticias Caracol berichtet.

Nach dem Ende seines akademischen Austauschprogramms entschied er sich, noch einige Wochen im Land zu bleiben und als Tourist verschiedene Regionen zu bereisen - allein, auf dem Motorrad.

Am 6. Januar wurde diese Reise zur Todesfahrt. Auf einer abgelegenen Straße zwischen Maicao und Uribia in der Region La Guajira wurde er von bewaffneten Männern abgefangen. Nach Angaben der Polizei kam es zu einer Konfrontation.

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Der Deutsche soll versucht haben, sich zu wehren. Kurz darauf fielen Schüsse. Zwei Kugeln trafen ihn in die linke Brustseite und er starb noch am Tatort.

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Das Tatmotiv ist weiterhin unklar

Nach der Tat prüfen die Ermittler verschiedene Szenarien. Das zunächst vermutete Raubmotiv gilt inzwischen als zweifelhaft.  © SCHNEYDER MENDOZA / AFP

Zunächst gingen die Ermittler von einem Raubüberfall aus. Doch schnell tauchten Zweifel auf. Das Motorrad wurden gestohlen - die Täter scheiterten offenbar an der Wegfahrsperre.

Allerdings entwendeten sie auch keine anderen persönlichen Gegenstände, wie El Colombiano berichtet.

Deshalb prüfen die Behörden inzwischen auch andere Szenarien - etwa einen vorherigen Streit oder eine Eskalation unterwegs. Das genaue Motiv ist weiterhin unklar, die Täter sind flüchtig.

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Die Polizei schloss eine Verbindung zu bewaffneten Guerilla-Gruppen aus, verstärkte aber dennoch die Sicherheitsmaßnahmen in der Region. Für den jungen Deutschen kam jede Hilfe zu spät.

Seine kolumbianische Gasthochschule zeigte sich tief betroffen und würdigte ihn als warmherzigen Studenten, der den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Kolumbien lebte.

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