Vor Treffen mit USA: Grönland-Ministerin will Dänen nicht dabei haben

Nuuk - Während die USA auf eine Übernahme Grönlands pochen, hat die Insel-Regierung kritische Worte in Richtung Dänemark gerichtet.

Grönland gehört zwar zum dänischen Königreich, doch bereits seit längerem strebt die Insel nach Eigenständigkeit. (Symbolbild)
Grönland gehört zwar zum dänischen Königreich, doch bereits seit längerem strebt die Insel nach Eigenständigkeit. (Symbolbild)  © Nikolai Linares/Ritzau Scanpix Foto/dpa

Für die kommende Woche ist ein Treffen der Außenminister Dänemarks, Grönlands und der USA geplant. Dabei will die Vertreterin Grönlands, Vivian Motzfeld (53), allerdings mehr, als nur zwischen den Stühlen sitzen.

Angesichts der aktuellen Aufregung rund um die riesige Insel in der Arktis sprach sie gegenüber dem dänischen Sender "DR" davon, im Zuge des Treffens vielmehr eine "Vorreiterrolle" einnehmen zu wollen.

Allein, dass der dänische Außenminister, Lars Løkke Rasmussen (61), überhaupt an dem Treffen teilnehmen soll, scheint der Politikerin aus Grönland ein Dorn im Auge zu sein: "Was spräche dagegen, wenn wir uns allein mit den USA treffen würden?", sagte Motzfeld. Sie gehe schließlich davon aus, dass Grönland und Dänemark "gemeinsame Werte und politische Ansichten" vertreten würden.

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Autonomie-Bestrebungen Grönlands dürften derzeit weniger in Dänemark auf Anklang stoßen, umso mehr dafür in den USA. Erst Ende der Woche wurde bekannt, dass die US-Regierung mehrere Pläne zu einer möglichen Übernahme berät, darunter etwa die Beeinflussung der grönländischen Bevölkerung mithilfe einer Geldzahlung.

Mit einem eigenständigen Grönland würde es sich sicher leichter verhandeln lassen, als mit dem NATO-Partner Dänemark. Die grönländische Außenministerin scheint Gespräche ohne die Dänen im Nacken auf lange Sicht ebenfalls zu bevorzugen: "Grönland arbeitet auf die Eigenstaatlichkeit hin, die es uns ermöglichen wird, unsere Außenpolitik selbst zu gestalten."

Titelfoto: Nikolai Linares/Ritzau Scanpix Foto/dpa

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