Eingeladen oder nicht? Zoff um königlichen Neujahrsempfang in Dänemark

Kopenhagen - Die Gästeliste für den royalen Neujahrsempfang auf Schloss Christiansborg sorgt für Aufsehen, das Königshaus steht deshalb in der Kritik.

Am 6. Januar geben Königin Mary (53) und König Frederik X. (57) von Dänemark ihren großen Neujahrsempfang.  © picture alliance/dpa/Ritzau Scanpix | Keld Navntoft

Seit knapp zwei Jahren sitzt König Frederik X. (57) auf dem dänischen Thron. Eines seiner Projekte: den altehrwürdigen großen Neujahrsempfang auf Schloss Christiansborg reformieren.

Traditionell standen hier nur Vertreter etwa von Militär oder Katastrophenschutz sowie königlich protegierte Einrichtungen auf der Gästeliste.

Künftig soll sie die dänische Gesellschaft in größerer Breite abbilden.

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So sind dieses Jahr etwa auch Vertreter von Fachhochschulen und Berufsakademien, zivilgesellschaftliche Gruppen sowie alle Bürgermeister des Landes eingeladen.

Doch die neue Liste weckt Argwohn!

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Neue Liste, scharfe Kritik

Schloss Christiansborg in Kopenhagen ist Sitz des dänischen Parlaments. Hier finden traditionell auch die großen Neujahrsempfänge des Königshauses statt.  © picture alliance/dpa | Steffen Trumpf

Denn während etliche Arbeitgeberorganisationen eine Einladung erhalten haben, zeigt sich bei den Arbeitnehmerorganisationen ein anderes Bild.

Nach einer Zählung von Danmarks Radio (DR) sind nur zwei Repräsentanten dänischer Arbeitnehmer (darunter der Dachverband der Gewerkschaften) eingeladen - aber 19 von Arbeitgeberseite.

Gewerkschaften wie der Gewerkschaftsbund "3F" (knapp 250.000 Mitglieder) oder die Metallgewerkschaft "Dansk Metal" (105.000 Mitglieder) müssen draußen bleiben!

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Machtforscher Christoph Ellersgaard von der Copenhagen Business School übt daran Kritik, bemängelt eine unzureichende Abbildung der Arbeiterklasse.

Zwar sei auch die Einladung von Arbeitgeberorganisationen "in gewisser Weise eine Erneuerung", trotzdem seien "weiterhin vor allem die etablierten Interessen" vertreten, sagte er zu DR.

Noch schärfer formulierte es der Vorsitzende des Malerverbands Tonny Olsen: "Das ist ein riesengroßes Ungleichgewicht. Das schreit fast zum Himmel."

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