Epstein-Wahnsinn geht weiter: Auch Dalai Lama unter Druck

Dharamsala (Indien) - Die veröffentlichen Epstein-Akten haben selbst den Dalai Lama, Tenzin Gyatso (90), in Bedrängnis gebracht. Am Sonntag bezog das buddhistische Oberhaupt deshalb Stellung.

Tenzin Gyatso (90), der 14. Dalai Lama, hat ein Treffen mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dementiert. (Archivfoto)
Tenzin Gyatso (90), der 14. Dalai Lama, hat ein Treffen mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dementiert. (Archivfoto)  © Ashwini Bhatia/AP/dpa

In einer Pressemitteilung schrieb das Büro des Dalai Lama: "Wir können unmissverständlich bestätigen, dass seine Heiligkeit Jeffrey Epstein niemals getroffen hat und auch nie ein Treffen oder eine Interaktion mit ihm durch irgendjemanden in seinem Namen autorisiert hat."

Damit reagierte der Dalai Lama auf verschiedene Medienberichte, die ihn in Verbindung mit dem Sexualstraftäter Epstein gebracht haben.

Aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten "Epstein-Files" geht dabei hervor, dass Epstein zumindest mehrfach versucht hat, ein Treffen mit dem Dalai Lama zu organisieren.

Schnee-Chaos fordert 35 Tote: Tauwetter macht die Lage noch gefährlicher
Aus aller Welt Schnee-Chaos fordert 35 Tote: Tauwetter macht die Lage noch gefährlicher

In einer E-Mail vom 11. Mai 2015 schrieb Epstein an die Ehefrau des Filmproduzenten Woody Allen (90), Soon-Yi Previn (55): "Ich arbeite an einem Dinner mit dem Dalai Lama."

Besagtes Treffen soll dabei für den 19. Mai 2015 geplant gewesen sein, wie aus einer E-Mail-Konversation mit dem US-Physiker Lawrence Krauss (71) vom 15. Mai 2015 hervorgeht. Neben Allen, Epstein und dem Dalai Lama hätte auch Lawrence gerne teilgenommen.

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten setzt viele Reiche und Mächtige derzeit ordentlich unter Druck.
Die Veröffentlichung der Epstein-Akten setzt viele Reiche und Mächtige derzeit ordentlich unter Druck.  © Jon Elswick/AP/dpa

Epstein-Vertrauter Deepak Chopra traf Dalai Lama

Der indisch-amerikanische Autor Deepak Chopra (79, r.) stand häufig mit Epstein in Kontakt. 2019 traf er sich mit dem Dalai Lama. (Archivfoto)
Der indisch-amerikanische Autor Deepak Chopra (79, r.) stand häufig mit Epstein in Kontakt. 2019 traf er sich mit dem Dalai Lama. (Archivfoto)  © Andy Kropa/Invision/AP/dpa

Weitere Verbindungen zwischen Epstein und dem Dalai Lama gehen dabei aus Konversationen mit dem japanischen Investor Joichi Ito (59), dem US-Milliardär Thomas Pritzker (75) sowie dem Autor Deepak Chopra (79) hervor.

Zumindest Chopra, der mit einigen verstörenden Aussagen mehrfach in den "Epstein-Files" auftaucht und sich in einem Beitrag auf X bereits dafür entschuldigte, traf sich am 11. Februar 2019 persönlich mit dem Dalai Lama in dessen Amtssitz in der indischen Stadt Dharamsala, wie Bilder auf der offiziellen Website des Dalai Lama zeigen.

Zwei Tage später, am 13. Februar 2019, informierte Chopra dann auch Epstein per Textnachricht über die Plattform "iMessage" über sein Treffen mit dem Dalai Lama.

Mutter schickt Sohn zum Aufräumen in sein Zimmer: Als sie das Ergebnis sieht, fließen Tränen
Aus aller Welt Mutter schickt Sohn zum Aufräumen in sein Zimmer: Als sie das Ergebnis sieht, fließen Tränen

Anschließend sendete er "liebe Grüße" aus Indien. Epstein antwortete darauf: "Kannst du sie in weiblicher Form senden?"

Titelfoto: Bildmontage: Jon Elswick/AP/dpa, Ashwini Bhatia/AP/dpa

Mehr zum Thema Aus aller Welt: