Fast 36 Stunden in Eiseskälte: Autistischer Teenager verirrt sich in Wildnis

New Jersey (USA) - In dem US-Bundesstaat New Jersey geriet der 17-jährige Autist Joel Medina in Lebensgefahr, als er von zu Hause weglief und sich in der Wildnis verirrte. Fast zwei ganze Tage war der Teenager auf sich allein gestellt, bevor ihm das FBI zu Hilfe eilte.

Joel Medina (17) leidet seit seiner Geburt an Autismus und ist auf dem geistigen Niveau eines Kleinkindes.  © Fotomontage/Screenshot/Facebook/Egg Harbor Township Police Department

Aus bislang unerklärlichen Gründen verließ der 17-Jährige am 20. März das Haus seiner Eltern in der 4th Avenue und verschwand für 36 Stunden spurlos. Nachdem sie ihren Sohn nirgendwo ausfindig machen konnten, kontaktierten sie die Polizei von Egg Harbor Township. Kurz nach der Vermisstenmeldung machte sich das Revier sofort auf die Suche nach dem Jungen.

In einem Großaufgebot an Drohnen, Hubschraubern und Einsatzkräften durchkämmten die Behörden das Wohngebiet von Joel - jedoch ohne Erfolg. Schlussendlich entschied sich die Polizei, in einem angrenzenden Waldgebiet nach dem Teenager zu suchen. Doch auch am 21. März schien der 17-Jährige vom Erdboden verschluckt worden zu sein.

Nur wenige Stunden nach dem kräftezehrenden Einsatz folgte dann das Aufatmen - während einer Suchaktion per Hubschrauber entdeckte das FBI den unterkühlten Jugendlichen. Mithilfe einer Wärmebildkamera konnte Joel aufgespürt werden. Auf Facebook teilten die Beamten den emotionalen Moment seiner Entdeckung.

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In der Aufnahme ist zu sehen, wie der 17-Jährige zusammengekauert Schutz neben einem Baum sucht. Der Teenager hatte bei seiner waghalsigen Aktion riesiges Glück: Die Temperaturen fielen bis in den einstelligen Bereich. Auch zahlreiche Wildtiere hätten dem Jungen zum Verhängnis werden können.

"Trotz schwieriger Bedingungen und stark bewaldeten Geländes blieben die Einsatzkräfte in ihren Bemühungen entschlossen, bis Joel gefunden wurde", erklärte das Department in einem Update.

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Mithilfe einer Wärmebildkamera konnte der 17-Jährige schlussendlich ausfindig gemacht werden.  © Fotomontage/Screenshot/Facebook/FBI - Newark

Nach der Rettungsaktion wurde der 17-Jährige wieder mit seinen Eltern vereint

Der Jugendliche konnte ohne Verletzungen geborgen werden.  © Fotomontage/Screenshot/Facebook/Egg Harbor Township Police Department

"Er wurde aus dem Gelände eskortiert, was mit vielen Schwierigkeiten verbunden war, und mit seiner Familie wiedervereint, während er vom Rettungsdienst von Egg Harbor Township behandelt wurde", fügte das Revier hinzu.

Die Polizei bedankte sich im Zuge der Rettungsaktion bei allen Beteiligten. "Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen, gemeinsamen Anstrengung auf allen Ebenen", betonte das Team von Egg Harbor Township.

Auch auf Social Media war die Freude über Joels Rettung groß. Zahlreiche Nutzer lobten den intensiven Einsatz der Beamten. "Tolle Leistung, erstens, diesen jungen Mann ausfindig zu machen und zweitens, eine solche Suche zu koordinieren", kommentierte ein User.

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Nun bleibt zu hoffen, dass der Teenager nicht mehr von zu Hause Reißaus nimmt und aus seinem Fehler gelernt hat.

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