Mann verliert Hoden durch Knüppelschlag: Untersuchung gegen Polizei

Paris - Die Proteste gegen die Rentenreform vergangene Woche in Frankreich haben ein Nachspiel: Weil ein Demonstrant mutmaßlich durch den Knüppelschlag eines Polizisten einen Hoden verloren hat, schaltete sich nun die Pariser Staatsanwaltschaft ein.

Der brutale Knüppelschlag eines Polizisten in Paris hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. (Symbolbild)
Der brutale Knüppelschlag eines Polizisten in Paris hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. (Symbolbild)  © momo11353/123RF

Die Staatsanwaltschaft leite eine Untersuchung wegen schwerer vorsätzlicher Gewalt durch eine Amtsperson ein, teilte ein Sprecher am Montag mit.

Die Ermittlungen werden von der Aufsichtsbehörde der Polizei geführt. Der Fall hatte in Frankreich hohe Wellen geschlagen.

Videoaufnahmen des Fernsehsenders BFMTV zufolge lag der Demonstrant am Boden, als der Polizist ihm mit einem Knüppel zwischen die Beine schlug.

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Dem 26-Jährigen musste daraufhin ein Hoden entfernt werden, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Seine Anwältin sprach von einem "sadistischen Schlag".

Regierungssprecher Olivier Véran hatte am Sonntag gesagt, er habe viel Empathie für das Opfer und man müsse die Bedingungen verstehen, unter denen der Einsatz durchgeführt worden sei.

Am Donnerstag hatten mehr als 1,1 Millionen Menschen gegen die Rentenpläne der französischen Regierung demonstriert.

In der Nähe des Place de la Republique in Paris hatten zahlreiche Menschen gegen die Reformierung des Rentensystems demonstriert.
In der Nähe des Place de la Republique in Paris hatten zahlreiche Menschen gegen die Reformierung des Rentensystems demonstriert.  © Lewis Joly/AP/dpa

Weil sich das aktuelle Rentensystem wegen der alternden Bevölkerung langfristig nicht finanziert, will Frankreichs Regierung das Renteneintrittsalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre anheben.

Titelfoto: Lewis Joly/AP/dpa

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