Skandal auf hoher See: Matrose verrät geheime Militär-Position per Fitness-App

Zypern - Unglaublich, aber wahr: Während ein französischer Soldat gemütlich seine Joggingrunde drehte, verriet er nebenbei die Position eines der wichtigsten Kriegsschiffe seines Landes - öffentlich im Internet!

Durch die Daten der Fitness-Plattform konnte die Position des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" ziemlich genau bestimmt werden. (Archivbild)
Durch die Daten der Fitness-Plattform konnte die Position des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" ziemlich genau bestimmt werden. (Archivbild)  © TED ALJIBE / AFP

Auslöser war eine ganz normale Trainingseinheit. Der Soldat zeichnete mit seiner Smartwatch einen Lauf von über sieben Kilometern auf und veröffentlichte die Daten auf der Fitness-Plattform Strava, wie "Welt" unter Berufung auf die französische Zeitung "Le Monde" berichtet.

Was er dabei offenbar nicht bemerkte: Die Strecke verriet ziemlich genau, wo sich der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" gerade befand.

Journalisten von "Le Monde" konnten den Marineverband dadurch nahezu in Echtzeit verfolgen - nordwestlich von Zypern und nur etwa 100 Kilometer vor der türkischen Küste.

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Besonders heikel: Der Flugzeugträger war zu diesem Zeitpunkt im östlichen Mittelmeer im Einsatz, nur wenige Tage nach Beginn des Iran-Konflikts.

Doch damit nicht genug. Die veröffentlichten Daten ermöglichten sogar einen Blick in die Vergangenheit.

Frühere Aufenthalte des Soldaten - etwa vor der Küste der Normandie oder in Skandinavien - ließen sich ebenfalls rekonstruieren. Aus einem simplen Fitness-Tracking wurde so eine Art Bewegungsprotokoll militärischer Einsätze.

Der Standort des Flugzeugträgers konnte erschreckend genau verfolgt werden

Die Informationen ließen sich laut "Le Monde" mit Satellitenbildern abgleichen und bestätigten die Position des Flugzeugträgers mit erstaunlicher Genauigkeit. Die Abweichung betrug nur wenige Kilometer.

Der französische Generalstab reagierte umgehend und stellte klar, dass solche Veröffentlichungen klar gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen.

Zwar würden Soldaten regelmäßig für digitale Risiken sensibilisiert, doch dieser Vorfall zeigt, wie schnell ein kleiner Fehler große Folgen haben kann.

Titelfoto: TED ALJIBE / AFP

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