Verblendeter Männermob will Frau lynchen: Polizistin wird zur Heldin

Lahore (Pakistan) - Eine Polizistin aus Pakistan rettete einer Frau das Leben und wurde damit zur Heldin. Der Grund für ihren unerschrockenen Einsatz dürfte in vielen Teilen der Welt Kopfschütteln auslösen.

Die Polizistin Syeda Shehrbano setzte sich heldenhaft für das Leben einer Frau ein.
Die Polizistin Syeda Shehrbano setzte sich heldenhaft für das Leben einer Frau ein.  © Screenshot/Facebook/Punjab Police Pakistan

Syeda Shehrbano wurde für ihre Furchtlosigkeit mit der höchsten militärischen Auszeichnung ihres Heimatlandes geehrt. Die stellvertretende Kommissarin ermittelt in der Millionenstadt Lahore und musste sich vor einigen Tagen einem wütenden Männer-Mob erwehren.

Der hatte sich am Eingang eines Restaurants aufgebaut und forderte eine darin sitzende Frau auf, ihre Sachen auszuziehen. Wie Sky News berichtete, sollen einige Mitglieder der Gruppe sogar den Kopf der Pakistanerin gefordert haben. Und das alles nur, weil ihnen der Aufdruck auf ihrer Kleidung nicht passte.

Wie sich später herausstellen sollte, völlig zu Unrecht. Denn der Mob habe das aufgedruckte arabische Wort für "schön" mit Versen aus dem Koran, dem heiligen Buch der Muslime, verwechselt und die fassungslose Restaurant-Besucherin der Gotteslästerung bezichtigt.

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In Pakistan ist das kein Kavaliersdelikt. Wer sich mit dem Herrn anlegt, wird mit dem Tode bestraft - oder direkt auf offener Straße gelyncht. Polizistin Syeda Shehrbano hatte etwas dagegen!

Gelehrte und Geistliche untersuchten die kontroverse Schrift

Diese Frau wurde zur Zielscheibe eines religiös-verblendeten Männermobs!
Diese Frau wurde zur Zielscheibe eines religiös-verblendeten Männermobs!  © Screenshot/Facebook/Punjab Police Pakistan

Videoaufnahmen zeigen, wie sie sich dem schaurigen Mob mutig entgegenstellte und das Opfer aus der Gefahrensituation befreite.

Shehrbano hüllte die Frau in ein großes schwarzes Gewand, verdeckte ihr Gesicht mit einem Kopftuch und führte sie unerschrocken, durch die Menge hindurch und von zahlreichen Handy-Kameras gefilmt, in Sicherheit.

In einer örtlichen Polizeistation hätten Gelehrte und Geistliche schließlich die kontroversen Verse untersucht und - siehe da - festgestellt, dass die Männerbande Unrecht hatte. Von Blasphemie keine Spur!

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"Sie haben diese Frau in einen sehr traumatischen Geisteszustand versetzt, mit dem sie wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens kämpfen wird", sagte Kommissarin Shehrbano.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshots/Facebook/Punjab Police Pakistan

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