Nach brutaler Bluttat auf offener Straße: Wütender Mob fackelt alles ab
Belfast (Nordirland) - Nach einer brutalen Messerattacke herrscht in Nordirland der absolute Ausnahmezustand. Maskierte Banden ziehen eine Spur der Verwüstung durch die Straßen, fackeln Autos sowie Busse ab und treiben unschuldige Familien aus ihren eigenen vier Wänden.
Es sind Szenen wie aus einem Horrorfilm, die sich am späten Montagabend in Nord-Belfast abgespielt haben. Ein 40-jähriger Mann wurde auf offener Straße feige von hinten attackiert und erlitt schwerste Verletzungen an Augen, Hals und Rücken.
Das Opfer kämpft im Krankenhaus um sein Leben, während im Internet bereits ein schockierendes Video der Tat die Runde macht, das die schrecklichen Szenen ungeschönt zeigt.
Mutige Zeugen zögerten jedoch nicht und stellten den mutmaßlichen Angreifer noch vor Ort mit einem Hockeyschläger, bis die alarmierte Polizei eintraf. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 30-jährigen Sudanesen, der 2023 als Geflüchteter ins Land kam und einen Aufenthaltstitel bis 2028 besitzt.
Er sitzt mittlerweile wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen hinter Gittern und soll noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden.
Nach der Tat explodierte die ohnehin angespannte Stimmung völlig und schlug in blutige Gewalt gegen Einwanderer um. Wie BBC ausführlich berichtet, brannten in der Nacht an etlichen Orten der Stadt die Straßen, als sich Hunderte Menschen zu wilden Protesten formierten.
Maskierte Schläger traten wahllos Haustüren ein, warfen Fensterscheiben ein und setzten Mülltonnen sowie einen Linienbus in Brand, woraufhin der gesamte öffentliche Nahverkehr der Metropole komplett eingestellt werden musste. Die Feuerwehr befand sich im absoluten Dauereinsatz und musste zu mehr als 62 Brandherden ausrücken, weshalb sogar 21 zusätzliche Löschfahrzeuge aus dem ganzen Land zur Verstärkung angefordert werden mussten.
Politiker haben kein Verständnis für die Krawalle
Besonders dramatisch schilderte ein örtlicher Pastor die Lage gegenüber BBC: Mitglieder seiner Gemeinde, die seit 20 Jahren friedlich in Belfast leben, wurden mitten in der Nacht aus ihren Wohnungen gejagt – und das nur aufgrund ihrer Hautfarbe.
Die Politik reagiert fassungslos auf das Chaos. Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill verurteilte die Messerattacke zwar als abscheulich, sprach angesichts der darauffolgenden Krawalle jedoch von purem "Rowdytum" und warnte eindringlich davor, dass extremistische Gruppen das Verbrechen für rassistische Hetze missbrauchen.
Auch der britische Premierminister Keir Starmer schaltete sich ein und betonte mit Nachdruck, dass er absolut keine Toleranz für diese abscheulichen Szenen der Gewalt auf den Straßen habe.
Auf den Straßen solidarisieren sich die Menschen auch mit den massiven Protesten in Southampton, wo erst vor wenigen Tagen der tragische Fall um den Studenten Henry Nowak für weltweite Schlagzeilen und heftige Ausschreitungen gesorgt hatte.
Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa/PA Wire | Pa

