In Epstein-Akten: Kranke Pläne für Züchtung von "Designer-Babys" entdeckt - Labor in der Ukraine?
Washington D.C. - Aus den veröffentlichten Epstein-Akten gehen brisante Pläne zur Erschaffung eines genmanipulierten "Designer-Babys" hervor.
Seit Juli 2018 hat sich der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein mehrfach mit einem Mann namens Bryan Bishop darüber ausgetauscht, in dessen Projekt für "die erste Lebendgeburt eines menschlichen Designerbabys" zu investieren.
Dem E-Mail-Austausch zufolge war es Bishop, der den Kontakt zu Epstein suchte. Am 19. Juli 2018 erkundigte sich Epstein deshalb bei dem ihm bereits länger bekannten Programmierer Jeremy Rubin, ob er Bishop kenne. Rubin, Gründer einer Bitcoin-Forschungsorganisation namens "Judica", antwortete einen Tag später: "Ja, tue ich. Er ist ein schlauer Typ, wenn auch etwas eigenwillig. Er macht einen Mix aus Bitcoin-Sachen und DNA-Datenspeicherung."
Unmittelbar danach muss Bishop sein "Designer-Babys"-Projekt Epstein bereits vorgestellt haben. Am 20. Juli fand ein Online-Meeting zwischen Epstein, Bishop und dem Mitgründer des Blockchain-Unternehmens "Blockstream", Austin Hill, statt. Hill bedankte sich in einer Mail anschließend für ein tolles Gespräch und schrieb an Epstein: "Dann sollten wir eine sichere Kommunikationsverbindung einrichten, und ich lasse Bryan Ihnen eine Möglichkeit zur vollständigen Abstreitbarkeit vorstellen."
Denn Epstein hatte offenbar eine große Sorge: "Ich habe kein Problem damit, zu investieren. Das Problem besteht nur darin, wenn ich als Führungskraft wahrgenommen werde", schrieb er am Tag nach besagtem Meeting an Bishop.
Auf diese Sorge reagierte Bishop am 22. Juli: "Es klingt so, als könnten Sie der erste Investor sein, solange absolute Anonymität gewahrt bleibt." Außerdem betonte der DNA-Forscher, dass neben den möglichen Investoren auch die Identitäten der Eltern und der Babys selbst geschützt werden müssten, "da das Kind sonst (leider) in den Medien für immer als Sonderling gebrandmarkt würde".
Labor in der Ukraine: Tierversuche an Mäusen durchgeführt
Im August 2018 wurden die Pläne offenbar konkreter und Epstein ließ sich von Bishop einen Finanzierungsplan des unmenschlichen Projekts vorlegen.
Um die "erste Lebendgeburt eines menschlichen Designerbabys und wahrscheinlich auch einen menschlichen Klon" erschaffen zu können, schrieb Bishop in einer Mail vom 5. August, dass er dafür über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich rund 1,7 Millionen US-Dollar (rund 1,44 Millionen Euro) benötige. Außerdem brauche es eine weitere Million Dollar (rund 850.000 Euro), um das Labor einzurichten.
"Sobald die erste Geburt stattfindet, ändert sich alles und die Welt wird nie wieder dieselbe sein, geschweige denn die Zukunft der Menschheit", erläuterte Bishop seine Vision.
Erste Testversuche an Mäusen hatte Bishop unterdessen offenbar im Zuge seiner "selbst finanzierten Garagen-Biologie" schon durchgeführt. In einer Mail vom 30. August schrieb er an Epstein, dass er in einem Labor in der Ukraine mit seinen Testversuchen an Mäusen fortfahren wolle.
Letzte Mail vor Epsteins Tod: "Mein Team arbeitet an einer neuen Technik"
Am 26. November sendete Bishop ein weiteres Forschungs-Update an Epstein: "Unser Labor im Ausland hat unterdessen erste Ergebnisse zur Transfektion von Maushoden gemeldet. Sie beobachten eine Transfektionseffizienz von etwa fünf Prozent, was ausreichend sein könnte."
Eine Transfektion beschreibt dabei ein Verfahren, bei dem fremdes DNA-Material in eine tierische Zelle eingepflanzt wird.
Gleichermaßen verwies Bishop auf eine neue Methode: "Mein Team arbeitet an einer neuen Technik, die keine Stammzellen im Hoden benötigt. Stattdessen handelt es sich um eine Embryo-Editierungstechnik, die dem Klonen ähnelt und keine Injektion beim biologischen Vater erfordert."
Diese vielversprechende und zugleich schauerliche Mail vom 26. November ist nach TAG24-Recherche zugleich der letzte Austausch zwischen Bishop und Epstein, der sich in dem vom US-Justizministerium veröffentlichten Datensatz finden lässt.
Somit bleibt letztlich unklar, ob Epstein die Züchtung eines "Designer-Babys" tatsächlich finanziell unterstützte. Am 6. Juli 2019 wurde Epstein verhaftet, am 10. August 2019 wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.
Titelfoto: Bildmontage: US Department of Justice, ---/AP/dpa

