Nahost-Konflikt: Aufatmen nach Iran-Abkommen - Straße von Hormus soll Freitag öffnen

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Israel/Iran - Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt.

US-Präsident Donald Trump (80) verkündete in der Nacht auf Montag die Einigung mit dem Iran.
US-Präsident Donald Trump (80) verkündete in der Nacht auf Montag die Einigung mit dem Iran.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die am 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.

Wenige Stunden zuvor hatte in dem Krieg noch eine weitere Eskalation gedroht.

Viel ist über das Rahmenabkommen noch nicht bekannt - der genaue Wortlaut wurde zunächst nicht veröffentlicht. Unterzeichnet werden soll die Vereinbarung am Freitag in Genf in der Schweiz.

Erst Freudentränen, dann brutale Straßenschlacht: Meister-Party eskaliert komplett
USA Erst Freudentränen, dann brutale Straßenschlacht: Meister-Party eskaliert komplett

Während die Europäer um Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ihre Hilfe in der Straße von Hormus anbieten, warnen Experten vor verfrühtem Optimismus. Die Einigung sei nur ein Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess, der seine größten Hürden noch vor sich hat.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

15. Juni, 6.22 Uhr: Straße von Hormus soll erst Freitag geöffnet werden

Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus soll erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag geöffnet werden.

Grund dafür seien nötige Arbeiten zur Minenräumung, teilte US-Präsident Donald Trump (80) auf seiner Plattform Truth Social mit. Danach werde das Öl wieder frei fließen, zugunsten der Region und der ganzen Welt.

Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen von einer Öffnung der Meerenge nach einer Unterzeichnung eines Rahmenabkommens am Freitag.

Die Straße von Hormus. (Archivbild)
Die Straße von Hormus. (Archivbild)  © /The Visible Earth/NASA/dpa

15. Juni, 6.13 Uhr: Ölpreise fallen nach Einigung zwischen Iran und USA

Die Ölpreise sind infolge der Einigung zwischen den USA und dem Iran deutlich gefallen.

Der Preis für die weltweite Referenzsorte Brent mit Lieferung im August fiel um knapp vier Prozent auf rund 84 US-Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI mit Lieferung Ende Juli fiel in den USA am Sonntagabend (Ortszeit) ähnlich stark auf gut 81 Dollar pro Fass je 159 Liter.

Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus mit Drohungen und Angriffen weitestgehend zum Erliegen gebracht, weshalb die Energiepreise weltweit anstiegen.

Die Ölpreise sind infolge des Iran-Deals gesunken. (Symbolbild)
Die Ölpreise sind infolge des Iran-Deals gesunken. (Symbolbild)  © Katharina Kausche/dpa

15. Juni, 6.11 Uhr: Rahmenabkommen laut Iran unter Führung von Chamenei finalisiert

Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei (56) finalisiert.

Die Verhandlungen seien am Sonntagabend zum Abschluss gekommen, hieß es in einer Stellungnahme des Sicherheitsrates, die von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde. Das Rahmenabkommen umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen dem Libanon. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es weiter. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war in dem Schreiben keine Rede.

Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut Tasnim, die iranischen Verpflichtungen des Abkommens würden erst nach einer Unterzeichnung am Freitag in Kraft treten.

Ein Bild des iranischen Staatsoberhaupts Modschtaba Chamenei (56). (Archivbild)
Ein Bild des iranischen Staatsoberhaupts Modschtaba Chamenei (56). (Archivbild)  © Francisco Seco/AP/dpa

14. Juni, 23.35 Uhr: USA und Iran haben Friedens-Deal abgeschlossen

Die Einigung mit dem Iran ist "jetzt vollständig", verkündet US-Präsident Donald Trump (80) am späten Sonntagabend auf seiner eigenen Social-Plattform "Truth Social". Nur wenige Minuten zuvor hatte bereits die pakistanische Regierung verkündet, dass beide Länder sich auf ein Friedensabkommen geeinigt hätten.

"Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist jetzt vollständig. Herzlichen Glückwunsch an alle! Hiermit genehmige ich ausdrücklich die gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!", so Trump.

Der Premierminister von Pakistan, Shehbaz Sharif (74), war als Chef-Vermittler zwischen den Fronten seit Monaten aktiv. er verkündete kurz vor Trump den Friedens-Deal und schrieb auf X: "Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns mitteilen zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erreicht wurde. Beide Seiten haben die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten erklärt, einschließlich im Libanon. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie findet am Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz statt."

14. Juni, 20.03 Uhr: Hisbollah setzt Angriffe auf Israels Norden fort

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat ihre Angriffe auf den Norden Israels auch nach israelischem Beschuss in Vororten von Beirut fortgesetzt.

Ein aus dem Libanon abgefeuertes Geschoss sei in der Nähe der Grenzstadt Kiriat Schmona eingeschlagen, teilte die israelische Armee am Abend mit. Es sei zu weiteren Einschlägen "verdächtiger Flugkörper" auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gekommen. Außerdem seien mehrere Geschosse in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon niedergegangen. Es gab zunächst keine Berichte zu Verletzten.

14. Juni, 19.45 Uhr: Irans Präsident verteidigt Verhandlungsteam gegen Kritiker im Land

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) hat das iranische Verhandlungsteam gegen die Kritik einiger Hardliner‑Gruppen in Schutz genommen.

"Die Mitglieder als Vaterlandsverräter zu bezeichnen, ist schlicht unfair und gegen die nationalen Interessen des Landes", sagte der Präsident.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) versucht die Wogen zu glätten.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) versucht die Wogen zu glätten.  © Shadati/XinHua/dpa

14. Juni, 18.17 Uhr: Trump verurteilt Israels neuesten Angriff nach Iran-Kritik

US-Präsident Donald Trump (80) hat den Gegenangriff Israels im Libanon verurteilt. Der Angriff bei Beirut hätte nicht stattfinden dürfen, "insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind", schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Trump rief zugleich alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Man stehe kurz davor, ein Abkommen mit dem Iran zu schließen, das Frieden für die Region - den Libanon eingeschlossen - bringen würde. Es solle keine Angriffe Israels mehr irgendwo im Libanon geben, schrieb der US-Präsident weiter, und es solle auch keine Angriffe anderer Parteien, einschließlich der Hisbollah, gegen Israel mehr geben.

Am Sonntag ist sein 80. Geburtstag. Doch der Iran und Israel werden US-Präsident Trump wohl nichts "schenken".
Am Sonntag ist sein 80. Geburtstag. Doch der Iran und Israel werden US-Präsident Trump wohl nichts "schenken".  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

14. Juni, 15.18 Uhr: Teheran bezeichnet Gespräche mit USA als "sinnlos"

Nach den israelischen Angriffen auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Teheran die Gespräche mit den USA über ein Abkommen zum Iran-Krieg in Zweifel gezogen.

"Wenn Ihr nicht den Willen oder die Fähigkeit habt, Eure Verpflichtungen einzuhalten, dann ist es sinnlos darüber zu sprechen, diesen Weg weiterzugehen", erklärte der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf mit Blick auf die Gespräche mit Washington am Sonntag im Onlinedienst X. Der Iran macht ein Abkommen mit den USA von einer umfassenden Waffenruhe auch im Libanon abhängig.

Der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf zog die Gespräche mit den USA über einen Friedens-Deal in Zweifel.
Der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf zog die Gespräche mit den USA über einen Friedens-Deal in Zweifel.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

14. Juni, 13.33 Uhr: Israel greift nach Hisbollah-Attacke Vororte Beiruts an

Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels hat die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

Es seien "Terrorziele" der Hisbollah in den als Dahija bekannten südlichen Vororten beschossen worden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz.

"Der Angriff erfolgte als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die Hisbollah." Nach libanesischen Angaben wurde mindestens ein Mensch getötet.

Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes von präziser Munition und Luftaufklärung.

Die libanesische Staatsagentur NNA berichtete von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt.

Die israelische Armee hat erneut Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. (Archivfoto)
Die israelische Armee hat erneut Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. (Archivfoto)  © Bilal Hussein/AP/dpa

14. Juni, 10.33 Uhr: Cyber-Angriff auf staatliche Banken im Iran

Nach einem Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken im Iran sind elektronische Dienstleistungen massiv gestört worden. Online-Zahlungen fielen zeitweise vollständig aus.

Der Banken-Koordinationsrat des Landes bestätigte laut Wirtschaftsportal Eghtesad-News die Vorfälle. Das Problem sei inzwischen aber behoben und der Onlineverkehr wieder normalisiert.

In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken sowie zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.

Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff angekündigt. "Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff", erklärte die Gruppe Black Wolves auf ihrem Telegram-Kanal.

Titelfoto: Bildmontage: /The Visible Earth/NASA/dpa, Jacquelyn Martin/AP/dpa

Mehr zum Thema Iran: