Nahost-Konflikt: Hisbollah-Chef hält Abkommen Libanons mit Israel für "Schande"

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Israel/Iran - Erstmals seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur Beilegung des Kriegs hat das US-Militär wieder Angriffe gegen den Iran gemeldet.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt. (Symbolbild)
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt. (Symbolbild)  © Harald Tittel/dpa

Die Angriffe aus der Luft auf iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen seien als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag erfolgt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom am späten Freitagnachmittag US-Ostküstenzeit mit.

US-Präsident Donald Trump (80) hatte den Angriff auf das Frachtschiff zuvor dem Iran zugeschrieben und als Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung gewertet.

Als Reaktion auf die US-Angriffe habe die Marine der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) US-Ziele in der Region attackiert, hieß es in einer Stellungnahme der iranischen Eliteeinheit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht, eine Bestätigung von US-Seite stand zunächst aus.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

27. Juni 16.11 Uhr: Naim Kassim bezeichnet Abkommen zwischen Israel und Libanon als "Schande"

Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hat das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon als "Erniedrigung", "Schande" und "Verzicht auf die Souveränität" bezeichnet und dessen Aufhebung gefordert.

An die libanesische Regierung gerichtet, sagte Kassim einem Statement des Hisbollah-TV-Senders al-Manar zufolge, es sei an der Zeit von Fehlentscheidungen abzurücken. Diese würden den Libanon zugrunde richten.

Kassim kritisierte insbesondere, dass ein israelischer Rückzug aus dem Südlibanon an die Entwaffnung der Hisbollah geknüpft werde. Dies überschreite "rote Linien", ermögliche Israel Einfluss auf innere Angelegenheiten des Libanon und legitimiere eine fortgesetzte Besatzung.

Die Hisbollah werde ihren "Widerstand" gegen Israel fortsetzen, sagte Kassim. Man werde mit politischen und internationalen Mitteln auf einen vollständigen israelischen Rückzug drängen und "als Widerstand auf dem Schlachtfeld" aktiv bleiben, bis die Besatzung beendet sei. 

Laut Naim Kassim (73) werde die Hisbollah ihren Widerstand gegen Israel fortsetzen.
Laut Naim Kassim (73) werde die Hisbollah ihren Widerstand gegen Israel fortsetzen.  © Bilal Hussein/AP/dpa

27. Juni, 13.10 Uhr: Tanker von Geschoss in Straße von Hormus getroffen

In der Straße von Hormus ist nach Angaben der britischen Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO ein Frachtschiff von einem unbekannten Geschoss getroffen worden.

Die Schiffsbrücke des Tankers sei beschädigt worden. Verletzte habe es nicht gegeben.

27. Juni, 13.07 Uhr: Bahrain meldet iranischen Drohnenangriff

Nach erneuten Angriffen zwischen den USA und dem Iran hat der Golfstaat Bahrain einen iranischen Drohnenangriff gemeldet.

Mehrere iranische Drohnen hätten am frühen Morgen angriffen, teilte das Außenministerium mit. Es handle sich um einen eklatanten Verstoß gegen die Souveränität Bahrains. Ein genauer Angriffsort wurde nicht genannt. Auch zu möglichen Verletzten oder Schäden wurden keine Angaben gemacht.

In Bahrain sind offenbar iranische Drohnen eingeschlagen. (Symbolbild)
In Bahrain sind offenbar iranische Drohnen eingeschlagen. (Symbolbild)  © Cindy Riechau/dpa

27. Juni, 11.01 Uhr: Irans Außenministerium verurteilt neue US-Angriffe

Das iranische Außenministerium hat die jüngsten US‑Luftangriffe auf mehrere Ziele an der Südküste des Landes scharf verurteilt.

Es handele sich um einen "offenkundigen Verstoß" gegen das Rahmenabkommen, schrieb das Ministerium in einer Mitteilung, die die Nachrichtenagentur Isna verbreitete. Der Iran werde seine Souveränität, Sicherheit und nationalen Interessen mit aller Kraft verteidigen.

27. Juni, 7.12 Uhr: Neue US-Angriffe trotz Waffenruhe

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen den Iran durchgeführt.

Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA dem Iran zuschreiben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit.

26. Juni, 21.39 Uhr: Netanjahu zu Rahmenabkommen - Schwerer Schlag für den Iran

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) lobt das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon und sieht darin eine schwere Niederlage für den Iran.

"Das Wichtigste ist, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone im Südlibanon festhält", sagte er in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. "Das ist ein großer Erfolg, und wir werden ihn bewahren, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) gibt an, mit dem Rahmenabkommen zufrieden zu sein.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) gibt an, mit dem Rahmenabkommen zufrieden zu sein.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

26. Juni, 21.13 Uhr: Hisbollah lehnt Rahmenabkommen von Israel und Libanon ab

Die proiranische Hisbollah-Miliz fühlt sich nicht an das vom Libanon und Israel geschlossene Rahmenabkommen gebunden.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden.

26. Juni, 20.29 Uhr: Israel und Libanon verständigen sich auf Rahmenabkommen

Im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz haben sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sei ein erster Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio (55) in Washington. "Und genau das haben diese beiden Nationen verdient."

Die Botschafterin aus dem Libanon, Nada Hamadeh Moawad, und der Botschafter aus Israel, Jechiel Leiter, unterschrieben das Abkommen im Beisein von Rubio. Vertreter der beiden Nachbarländer hatten unter US-Vermittlung zuvor tagelang in Washington verhandelt.

US-Außenminister Marco Rubio (55) freut sich über Fortschritte.
US-Außenminister Marco Rubio (55) freut sich über Fortschritte.  © Eric Lee/Pool Reuters via AP/dpa

26. Juni, 19.11 Uhr: Iran hat laut Trump Waffenruhe gebrochen!

US-Präsident Donald Trump (80) wirft dem Iran vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen.

Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. "Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung", schrieb Trump. Nähere Angaben, wann sich genau die Angriffe ereignet haben sollen, machte er nicht.

US-Präsident Donald Trump (80) hat erneut ein handfestes Problem mit dem Iran.
US-Präsident Donald Trump (80) hat erneut ein handfestes Problem mit dem Iran.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

26. Juni, 14.36 Uhr: Israelische Armee tötet sechs Hisbollah-Kämpfer

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der von ihr festgelegten "Sicherheitszone" im Südlibanon sechs Mitglieder der Hisbollah-Miliz getötet. Diese hätten für die Soldaten eine Gefahr dargestellt, teilte die Armee mit. Es habe sich um zwei Zwischenfälle gehandelt.

Eigentlich herrscht zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon seit vergangenem Freitag eine Waffenruhe. Zuletzt wurde die Feuerpause nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen von beiden Seiten weitgehend eingehalten.

Tyre: Ein Mann räumt Trümmer aus einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff beschädigt wurde.
Tyre: Ein Mann räumt Trümmer aus einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff beschädigt wurde.  © Hassan Ammar/AP/dpa

25. Juni, 21.58 Uhr: Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Frankreich und Italien wollen sich nach dem Ende des derzeitigen UN-Blauhelm-Einsatzes im Libanon (Unifil) für eine neue Unterstützungsmission für das kriegserschütterte Land starkmachen.

"Wie Sie wissen, endet die Unifil-Mission Ende des Jahres, und aus unserer Sicht ist es notwendig, eine internationale Präsenz zu gewährleisten, die ein äußerst gefährliches Sicherheitsvakuum verhindert", sagte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) nach einem italienisch-französischen Regierungsgipfel in Antibes.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) am Donnerstag in Antibes.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) am Donnerstag in Antibes.  © Manon Cruz/Pool Reuters/AP/dpa

25. Juni, 21.47 Uhr: "Geh nach Hause": Zwischenrufe bei Netanjahu-Ansprache

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist nach Medienberichten bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen The Times of Israel und Haaretz weiter berichteten, rief ein Anwesender: "Geh nach Hause". Das habe vereinzelten Beifall ausgelöst.

Ein weiterer Zuhörer rief demnach danach: "Geh, Bibi". Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef. Der Vorfall ereignete sich während einer Abschlusszeremonie an einer Offiziersschule der israelischen Streitkräfte (IDF).

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist in seinem Land schon lange umstritten.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist in seinem Land schon lange umstritten.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

25. Juni, 18.35 Uhr: Israel wird Libanon laut Regierungssprecher erst nach Hisbollah-Entwaffnung verlassen

Die israelische Armee wird den Libanon nach Angaben eines Regierungssprechers erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz verlassen.

"Wir werden unsere Streitkräfte nicht aus dem Süden des Libanon abziehen, solange die Hisbollah eine Bedrohung darstellt und nicht entwaffnet und entmilitarisiert ist", sagte der Regierungssprecher David Mencer am Donnerstag vor Journalisten.

25. Juni, 17.49 Uhr: Iran ist laut NGO einer der schlimmsten Folterstaaten

Der Iran ist nach Einschätzung von Experten einer der schlimmsten Folterstaaten der Welt. Folter und Misshandlungen seien systemische Merkmale des iranischen Strafjustiz- und Haftsystems und dienten als Instrumente der Unterdrückung, berichtete die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) mit Sitz in Genf.

Auf dem sogenannten Folterindex erreiche die Islamische Republik die höchste Gefahrenstufe für Beschuldigte, so die Allianz von Nichtregierungsorganisationen bei der Vorlage ihres zweiten Weltreports über diesmal insgesamt 39 Länder.

Teheran: Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden steht auf dem Platz der Islamischen Revolution.
Teheran: Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden steht auf dem Platz der Islamischen Revolution.  © Vahid Salemi/AP/dpa

25. Juni, 14.39 Uhr: Laut Oman keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Für die Durchfahrt der Straße von Hormus sollen nach Angaben Omans keine Gebühren erhoben werden.

"Zukünftige Regelungen mit Blick auf die Straße (von Hormus) beinhalten keine Erhebung irgendwelcher Transitgebühren", teilte Omans Außenminister Badr al-Busaidi mit. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran habe das Ziel, dort die Freiheit der Schifffahrt und sichere Durchfahrt zu gewährleisten.

Titelfoto: Cindy Riechau/dpa

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