Nahost-Konflikt: Huthi-Rebellen melden mehrere Tote nach Luftangriff auf Sanaa

Nahost - Als Reaktion auf einen Angriff im Westjordanland mit zwei getöteten Soldaten hat Israel eigenen Angaben zufolge einen Anti-Terror-Einsatz im Raum Hebron gestartet.

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge einen Einsatz gegen Terroristen im Westjordanland gestartet.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

"Die Kräfte haben begonnen, das Gebiet gezielt, präzise und umfassend zu durchsuchen, um Terrorinfrastruktur und Waffen ausfindig zu machen und zu beseitigen", hieß es am späten Abend in einer gemeinsamen auf der Plattform Telegram veröffentlichten Erklärung der israelischen Armee und des Inlandgeheimdiensts Schin Bet.

Der gemeinsame Einsatz von Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung sei auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Terroristen operierten, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern.

Am Freitagmorgen hatte es einen Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gegeben. Dabei wurden laut Angaben des israelischen Militärs zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt.

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Die beiden mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet. Die Sicherheitskräfte hätten dadurch einen "schweren Anschlag" verhindert, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

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24. Oktober, 14.24 Uhr: Huthi-Rebellen melden mehrere Tote in Sanaa

Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben nach einem Luftangriff mehrere Tote gemeldet.

Im Westen der jemenitischen Metropole Sanaa seien vier Menschen ums Leben gekommen und mehrere verwundet worden, berichtete der Fernsehsender Al-Masirah, der von der Miliz betrieben wird. Die Huthi machten Saudi-Arabien für den Angriff verantwortlich.

Augenzeugen berichteten auch von Luftangriffen westlich von Sanaa. Dort seien Rauchwolken zu sehen gewesen, hieß es. In der Hafenstadt Mokka seien rund 20 Luftangriffe erfolgt, berichtete der Huthi-Sender Al-Masirah. Von saudischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für die Angriffe.

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Nach einem Luftangriff im Westen von Sanaa melden die Huthi-Rebellen Tote und Verletzte.  © Marzouq Al Jabri/AP/dpa

24. Oktober, 14.22 Uhr: Palästinenser fordern Hilfe nach israelischem Armeeeinsatz

Die palästinensische Autonomiebehörde ruft die internationale Gemeinschaft auf, wegen des Vorgehens israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland einzugreifen.

Nach Angaben der Autonomiebehörde stellen die Maßnahmen im Raum Hebron - darunter die Vertreibung von Anwohnern, der Abriss von Häusern und Gebäuden sowie die Abriegelung von Städten - eine Kollektivstrafe dar. Diese Eskalation werde niemandem Sicherheit oder Frieden bringen, sondern nur weitere Spannungen schüren, hieß es.

24. Oktober, 14.20 Uhr: Netanjahu erwägt Kryptowährungen gegen mögliche Sanktionen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereitet nach eigenen Angaben das Land auf mögliche internationale Bankensanktionen vor und zieht dafür den Einsatz von Kryptowährungen in Betracht.

Netanjahu sagte am Freitag dem israelischen Sender Channel 10, er habe einen entsprechenden Plan in Auftrag gegeben. Israel müsse sich auf ein Wirtschaftssystem vorbereiten, in dem Finanztransaktionen am klassischen Bankensystem vorbeigeleitet würden. Als eine Option nannte er die Blockchain-Technologie. 

Israel gerät nach Angaben westlicher Regierungen vor allem wegen seiner Besatzungs- und Siedlungspolitik im Westjordanland sowie dem Vorgehen im Gazastreifen unter Druck.

Mehrere Staaten verhängten Sanktionen gegen israelische Siedler, Organisationen und einzelne Regierungsmitglieder. Außerdem beschlossen sie Maßnahmen gegen den Handel mit israelischen Siedlungen. Vollständige Beschränkungen gegen das israelische Bankensystem wurden bislang allerdings nicht verhängt.

Aus Sorge vor weltweiten Bankensanktionen sucht Israel laut Ministerpräsident Netanjahu nach Alternativen.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

24. Oktober, 7.37 Uhr: Iran nimmt US-Diplomaten in Nahost ins Visier

Der Iran soll laut einem US-Medienbericht amerikanische Diplomaten und Beamte im Nahen Osten verstärkt ins Visier genommen haben. Das berichtet das US-Portal "Axios" unter Berufung auf US-Geheimdienst-Einschätzungen.

Darunter gebe es tödliche Anschlagspläne im fortgeschrittenen Stadium. "Axios" verweist auf ein Nachrichtendienst-Memo von Freitag, das an US-Außenminister Marco Rubio geschickt worden sei.

Dem Medienbericht zufolge sind die Geheimdiensterkenntnisse ein Grund dafür, dass das Außenministerium angesichts wachsender Befürchtungen vor einem umfassenderen regionalen Konflikt Personal an US-Botschaften im Nahen Osten reduziere. "Axios" beruft sich auf Angaben von US-Regierungsbeamten.

Die USA reduzieren ihr Botschaftspersonal im Nahen Osten.  © Hadi Mizban/AP/dpa

23. Oktober, 20.51 Uhr: Wadephul mahnt Israel zur Einhaltung des Völkerrechts

Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) mahnt Israel mit Blick auf die angekündigte Abriegelung des Westjordanlands zur Einhaltung des Völkerrechts.

"Natürlich ist die Sicherheit Israels vor dem Terror der Hamas von entscheidender Bedeutung", sagte der CDU-Politiker in Istanbul. 

"Gleichzeitig verfolgen wir die Zuspitzung der Lage im Westjordanland in den vergangenen Monaten schon mit tiefer Besorgnis", so Wadephul. Israel sei völkerrechtlich verpflichtet, auch die Rechte der Palästinenser zu wahren und zu schützen. "Diesen Verpflichtungen muss konsequent nachgekommen werden."

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) mahnt Israel zur Einhaltung des Völkerrechts.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

23. Oktober, 18.20 Uhr: Acht Staaten wollen sich für freie Schifffahrt einsetzen

Eine Gruppe von Deutschland und sieben weiteren Staaten will sich nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) gemeinsam für Lösungen im Iran-Konflikt und für freie Schifffahrt im Schwarzen Meer einsetzen.

"Wir sprechen hier mit einer Stimme, wenn wir sagen: Genug ist genug", sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens in Istanbul. 

Neben Wadephul sowie dem türkischen Außenminister Hakan Fidan (58) als Gastgeber kamen in Istanbul Außenminister aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien zusammen. Man habe sich entschlossen, alle diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen und mit allen zu reden, die direkt oder indirekt betroffen seien, sagte Wadephul.

Am Freitag fand ein Außenministertreffen in Istanbul statt.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

23. Oktober, 16.14 Uhr: Lufthansa-Airlines fliegen vorerst doch nicht nach Dubai

Unmittelbar vor der geplanten Wiederaufnahme ihrer Flüge nach Dubai hat die Lufthansa-Gruppe das Ziel in den Arabischen Emiraten doch wieder vom Flugplan gestrichen.

Als Grund wurde die "aktuelle Lage und der Lageausblick im Nahen Osten" genannt. 

Eigentlich war geplant, dass die Gruppen-Airlines Swiss und Lufthansa mit dem Wechsel zum Winterflugplan am 25. Oktober das Ziel wieder anfliegen. Eurowings sollte am 1. November folgen. 

23. Oktober, 11.26 Uhr: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

Nach einem Angriff im Westjordanland mit mehreren Verletzten und kurz vor der Parlamentswahl in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77) eine Abriegelung des Palästinensergebiets in Aussicht gestellt

Netanjahu habe Israels Sicherheitskräfte angewiesen, sich auf die Abriegelung des gesamten Westjordanlands vorzubereiten, hieß es in einer Mitteilung seines Büros. Gemeint ist, dass alle Übergänge zu dem Palästinensergebiet geschlossen werden.

Nach einer Lagebesprechung unter anderem mit Verteidigungsminister Israel Katz und Generalstabschef Ejal Zamir habe Netanjahu bereits die Abriegelung der Stadt Hebron angewiesen, hieß es weiter.

Nach einem Angriff mit mehreren Verletzten droht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77) kurz vor der Parlamentswahl mit einer Abriegelung des Westjordanlands. (Archivbild)  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

23. Oktober, 11.28 Uhr: Angriff bei Hebron mit mehreren Verletzten

Am Morgen war es zu einem Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gekommen.

Dabei wurden israelischen Angaben zufolge mehrere Israelis teils lebensgefährlich verletzt, die zwei mutmaßlich palästinensischen Täter wurden getötet. 

Die Sicherheitskräfte hätten dadurch einen "schweren Anschlag" verhindert, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros weiter. Israels Einsatzkräfte führen demnach "umfangreiche Verhaftungswellen" durch. "Wir werden die Hamas-Terroristen und ihre Auftraggeber überall und jederzeit verfolgen." Ob die beiden mutmaßlichen Täter Mitglieder der Hamas waren, war zunächst unklar.

Kurz vor der Wahl in Israel sollen zwei Palästinenser nahe Hebron fünf Menschen bei einem Angriff verletzt haben.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

22. Oktober, 20.08 Uhr: Mindestens 1500 Tote bei neuen Kämpfen im Jemen

Bei der neuen Gewalt im Jemen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit August mindestens 1500 Menschen getötet worden.

Mehr als 6900 weitere Menschen seien im selben Zeitraum verletzt worden, teilte die WHO mit. Die UN-Organisation bekommt allerdings keine Opferzahlen aus Gebieten, die von den Huthi-Rebellen kontrolliert werden. Die Zahl der Toten und Verletzten seit der neuen Eskalation vor einigen Monaten dürfte deshalb noch deutlich höher liegen.

Die Gewalt im Jemen kostete seit August mindestens 1500 Menschen das Leben. (Archivfoto)  © Osamah Abdulrahman/AP/dpa

22. Oktober, 15.56 Uhr: Huthi melden Angriff auf Verteidigungsministerium in Riad

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen.

Das Ministerium sei direkt getroffen worden, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Die Rebellen hätten mit Raketen und Drohnen auch die Flughäfen im östlichen Dammam sowie in Abha im Süden angegriffen und Einrichtungen des Ölkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer. 

Eine Bestätigung von saudischer Seite für den Angriff auf das Verteidigungsministerium gab es zunächst nicht.

Nahezu täglich beschießt die Huthi-Miliz Ziele in Saudi-Arabien, darunter Flughäfen und Ölanlagen. Nun meldet sie einen weiteren Angriff im Zentrum von Riad.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

22. Oktober, 13.18 Uhr: Israelischer Experte warnt vor erneutem Iran-Krieg

Angesichts zunehmend kämpferischer Töne hat der israelische Politikexperte Danny Citrinowicz vor einem erneuten Krieg mit dem Iran gewarnt.

Weder die USA noch Israel hätten offenbar die richtigen Lehren aus den bisherigen Kriegsrunden gezogen, schrieb er auf X. Dies sei überraschend und beunruhigend.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Mittwoch den Sturz der iranischen Führung als ausdrückliches Ziel der israelischen Sicherheitskräfte genannt. Nur so lasse sich die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm ein für alle Mal beseitigen, sagte er.

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