Nahost-Konflikt: Keine USA-Iran-Gespräche in Luxusresort am Freitag

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Israel/Iran - Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran ist unklar, wie es nun weitergeht.

Ob und wann es ein Treffen zwischen US-Vizepräsident JD Vance (41) und iranischen Vertretern geben wird, ist noch unklar.
Ob und wann es ein Treffen zwischen US-Vizepräsident JD Vance (41) und iranischen Vertretern geben wird, ist noch unklar.  © Matt Rourke/Pool AP/AP/dpa

Vorgesehen war eigentlich, dass Delegationen beider Länder am Freitag in der Schweiz zu Gesprächen über die schwierigsten Knackpunkte zusammenkommen, darunter Irans Atomprogramm.

US-Vizepräsident JD Vance (41) werde jedoch nicht wie vorgesehen in der Nacht zum heutigen Freitag fliegen, sagte ein Regierungsbeamter in Washington der Deutschen Presse-Agentur. Ob oder wann die Reise stattfindet, blieb zunächst unklar. Gleiches gilt für die iranische Seite.

Derweil hoben die USA nach Militärangaben gemäß der im Rahmenabkommen getroffenen Vereinbarung ihre wochenlange Seeblockade iranischer Häfen auf. Die Passage von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran werde auf Anweisung von Präsident Donald Trump (80) nicht mehr verhindert, teilte das Regionalkommando Centcom mit.

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Das Abkommen sieht im Gegenzug eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor. Bisher verläuft der Schiffsverkehr dort jedoch weiter nur verhalten. 

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

19. Juni, 7.28 Uhr: Keine USA-Iran-Gespräche in Luxusresort am Freitag

Die Schweizer Regierung hat die eigentlich für Freitag angedachte erste Gesprächsrunde zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran in der Nähe von Luzern abgesagt.

"Die Gespräche auf dem Bürgenstock werden heute nicht wie geplant stattfinden", teilte das Außenministerium in Bern mit. Gründe dafür wurden nicht genannt. Bei inhaltlichen Fragen hat die Schweizer Seite bislang immer auf die beteiligten Parteien verwiesen. 

Bis zum späten Donnerstagabend hatten sich die Schweizer darauf eingestellt, dass in dem unweit von Luzern gelegenen Luxusresort Bürgenstock zumindest auf technischer Ebene Gespräche beginnen. Ursprünglich waren dort Vertreter der USA und des Irans sowie der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan erwartet worden. Die Hotelanlage auf dem Berg direkt am Vierwaldstättersee gehört einer Tochterfirma des katarischen Staatsfonds. 

Im Schweizer Bürgenstock Resort werden am Freitag keine USA-Iran-Gespräche stattfinden. (Archivbild)
Im Schweizer Bürgenstock Resort werden am Freitag keine USA-Iran-Gespräche stattfinden. (Archivbild)  © Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

19. Juni, 7.23 Uhr: Iran hofft auf Freigabe seiner Vermögenswerte

Der Iran ist mit umfassenden Sanktionen der internationalen Gemeinschaft belegt.

Milliarden an Einnahmen aus dem Ölgeschäft des Landes hängen im Ausland fest. Bisher ist festgelegt, dass die US-Sanktionen auf den iranischen Ölhandel zeitweise aufgehoben werden.

Die Öl-Einnahmen und eingefrorenen Vermögenswerte könnten bei Freigabe in den Wiederaufbau des Irans nach dem Krieg fließen – oder in die Produktion weiterer Waffen, wie Kritiker warnen.

19. Juni, 7.19 Uhr: Irans Atomprogramm ist größter Knackpunkt

Der sicher schwierigste Streitpunkt in den Verhandlungen wird das iranische Atomprogramm sein und die Frage, wie es mit den Uran-Beständen des Landes weitergehen soll.

Dem Vernehmen nach verfügt der Iran über mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, das relativ leicht in waffenfähiges Material umgewandelt werden könnte.

Nach Angaben des US-Vizepräsidenten hat die Führung in Teheran zugesagt, kein Uran mehr anzureichern und internationalen Inspektoren Zugang zu gewähren, damit die hochangereicherten Uran-Bestände zerstört werden können. Sollte die iranische Seite diese Zusagen einhalten, sehe die Vereinbarung verschiedene Gegenleistungen vor, sagte Vance.

Größter Knackpunkt in den Verhandlungen ist das iranische Atomprogramm. (Archivbild)
Größter Knackpunkt in den Verhandlungen ist das iranische Atomprogramm. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

18. Juni, 21 Uhr: Netanjahu schließt Truppenabzug aus dem Südlibanon aus

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat einen Truppenabzug aus dem Südlibanon bis auf weiteres ausgeschlossen.

Netanjahu bezeichnete in einer Rede die von der Armee errichtete "Sicherheitszone" als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

18. Juni, 20:07 Uhr: Irans Revolutionsführer billigt US-Abkommen mit Vorbehalt

Irans Revolutionsführer Modschtaba Chamenei (56) hat das Rahmenabkommen mit den USA nach eigenen Worten nur unter Vorbehalten gebilligt.

Chamenei sagte laut der iranischen Staatsagentur Irna, er sei grundsätzlich anderer Meinung gewesen, habe seine Zustimmung dann aber einer Verantwortung gegenüber der iranischen Nation und seiner Verbündeten erteilt. Der Iran warte jetzt auf die Erfüllung seiner Bedingungen. Künftige persönliche Verhandlungen bedeuteten nicht, dass der Standpunkt des Gegners akzeptiert werde.

18. Juni, 18:35 Uhr: Vance verkündet Start der 60-Tage-Frist für den Iran

Nach der Verkündung eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung der Kämpfe hat US-Vizepräsident JD Vance (41) den offiziellen Beginn der nächsten Verhandlungsphase verkündet. Die im Abkommen vorgesehene Frist von 60 Tagen habe "heute offiziell begonnen", sagte Vance am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus.

In diesem Zeitraum sollen besonders strittige und bisher ungelöste Fragen ausgehandelt werden, die zunächst offengelassen wurden. Dazu gehören zentrale Fragen zum iranischen Atomprogramm und der Umgang mit den Beständen hoch angereicherten Urans. Die 60-Tage-Frist ist, wenn beide Seiten zustimmen, verlängerbar.

US-Vizepräsident JD Vance (41) hat die 60-Tage-Frist für den Iran ausgerufen.
US-Vizepräsident JD Vance (41) hat die 60-Tage-Frist für den Iran ausgerufen.  © Spencer Platt/Pool Getty Images North America/AP/dpa

18. Juni, 18:30 Uhr: Schiffsverkehr durch Straße von Hormus weiter verhalten

Nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran bleibt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zunächst verhalten.

Eine deutliche Zunahme des Verkehrs könne der Verband Deutscher Reeder (VDR) derzeit nicht erkennen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Während im Regelfall täglich mehr als 100 Schiffsdurchfahrten registriert werden, lagen die erfassten Transite zuletzt überwiegend im einstelligen bis unteren zweistelligen Bereich."

18. Juni, 18:27 Uhr: Netanjahu ruft zu Erhalt von "lebenswichtiger" Beziehung zu den USA auf

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) hat die Bedeutung der Beziehung Israels zu den USA unterstrichen und zu ihrem Erhalt aufgerufen.

Die aktuelle Lage erfordere "die Bewahrung unserer lebenswichtigen Beziehung zu unseren amerikanischen Freunden, die in diesem Kampf Schulter an Schulter mit uns standen", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros am Donnerstag nach der Unterzeichnung eines US-iranischen Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges.

Netanjahu betonte zudem, "der Kampf ist noch nicht vorbei". Weitere Herausforderungen stünden bevor. Diese erforderten zusätzlich zu einem guten Verhältnis zu Washington ein "nüchternes Urteilsvermögen" sowie "die entschlossene Verteidigung der Sicherheitsinteressen Israels".

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) will die USA auf keinen Fall verprellen.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) will die USA auf keinen Fall verprellen.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

18. Juni, 17:32 Uhr: Merz zu Iran-Abkommen: "Großer Schritt nach vorn"

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran begrüßt.

"Das ist ein großer Schritt nach vorn, dass dort die Waffen schweigen, dass auch die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet wird", sagte er vor einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist zufrieden mit den USA-Iran-Entwicklungen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist zufrieden mit den USA-Iran-Entwicklungen.  © Michael Kappeler/dpa

18. Juni, 14:47 Uhr: Israel bricht Kontakt zu EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas ab

Israel bricht den Kontakt mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (49) ab, weil sie den Umgang des Landes mit den Palästinensern nach Medienberichten mit Südafrikas früherem Apartheid-System verglichen hat.

"Ich habe keine andere Wahl, als jeglichen Kontakt zu Frau Kallas abzubrechen, bis sie die Blutverleumdung zurücknimmt, die sie gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt gerichtet hat – der zugleich die einzige Demokratie im Nahen Osten ist", teilte der israelische Außenminister Gideon Saar mit.

Israel bricht den Kontakt mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (49) ab.
Israel bricht den Kontakt mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas (49) ab.  © Eleni Chatzivasili/European Council/dpa

18. Juni, 10:46 Uhr: Treffen zwischen USA und Iran in der Schweiz soll dennoch stattfinden

Das Treffen zwischen Vertretern der USA, des Irans und der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan findet nach Angaben des Schweizer Außenministeriums Stand heute am Freitag nach wie vor statt.

Dabei soll es um erste Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens gehen, das beide Seiten bereits unterzeichnet haben, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Situation sei aber höchst dynamisch. Die Pläne könnten sich auch jederzeit ändern, fügte er hinzu. Stand jetzt war das Treffen im "Bürgenstock Resort" bei Luzern geplant, das in katarischen Händen ist.

Das Luxus-Resort wurde bereits in der Vergangenheit für Treffen von hoher politische Bedeutung genutzt.
Das Luxus-Resort wurde bereits in der Vergangenheit für Treffen von hoher politische Bedeutung genutzt.  © MICHAEL BUHOLZER / POOL / AFP

18. Juni, 09.08 Uhr: Ölpreise sinken weiter

Durch die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran geben die Ölpreise im frühen Handel weiter nach. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im August lag zuletzt bei 77,67 US-Dollar und damit knapp 2,4 Prozent niedriger als am Vortag.

"Der einfache Teil war, eine Einigung zu erzielen - der schwierigere ist, zu bestimmen, wie viel von der Störung der vergangenen Monate dauerhaft bleibt", sagte Haris Khurshid, Investmentchef von Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die US-Großbank Goldman Sachs geht nun davon aus, dass sich die Ölausfuhren aus der Region am Persischen Golf bis Ende des kommenden Monats normalisieren. Zuvor hatten die Analysten mit einer Normalisierung erst bis Ende August gerechnet.

Dennoch könnten die Lieferströme nur auf etwa 70 Prozent des Vorkriegsniveaus zurückkehren, hieß es in einer Studie. Ein Grund seien alternative Exportwege, die Produzenten inzwischen nutzten.

Titelfoto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

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