Nahost-Konflikt: Straße von Hormus nicht mehr kostenlos? Iran erwägt Gebühren für Schiffe

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Israel/Iran - Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges verständigt.

US-Präsident Donald Trump (80) verkündete in der Nacht auf Montag die Einigung mit dem Iran.
US-Präsident Donald Trump (80) verkündete in der Nacht auf Montag die Einigung mit dem Iran.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die am 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump verkündete Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.

Wenige Stunden zuvor hatte in dem Krieg noch eine weitere Eskalation gedroht.

Viel ist über das Rahmenabkommen noch nicht bekannt - der genaue Wortlaut wurde zunächst nicht veröffentlicht. Unterzeichnet werden soll die Vereinbarung am Freitag in Genf in der Schweiz.

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Während die Europäer um Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ihre Hilfe in der Straße von Hormus anbieten, warnen Experten vor verfrühtem Optimismus. Die Einigung sei nur ein Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess, der seine größten Hürden noch vor sich hat.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

15. Juni, 14.21 Uhr: Teheran erwägt Gebühren für Schiffe nach 60 Tagen

Der Iran könnte Medienberichten zufolge im Rahmen eines möglichen Abkommens mit den USA nach einer Übergangsfrist Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus verlangen.

Nach einer 60-Tage-Frist, während der kostenlose Durchfahrten möglich seien, sehe der Iran vor, Gebühren zu erheben, hieß es unter anderem in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Die iranischen Medienberichte ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Der Iran hatte jedoch in der Vergangenheit mit dem Oman über einen Mechanismus zur Durchfahrt gesprochen und eine neue Behörde zur Regelung des Verkehrs dort eingerichtet.

Müssen Schiffe für die Durchfahrt der Straße von Hormus bald zahlen?
Müssen Schiffe für die Durchfahrt der Straße von Hormus bald zahlen?  © Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

15. Juni, 11.02 Uhr: Israel will im Südlibanon bleiben

Die israelische Armee wird sich laut Verteidigungsminister Israel Katz (70) vorerst nicht aus den besetzten Gebieten im Südlibanon zurückziehen.

Katz reagierte damit auf eine Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran, die am Freitag in Genf unterzeichnet werden soll. Israel rechnet damit, dass eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran auch mit einem Ende der Kämpfe gegen die libanesische Hisbollah-Miliz verknüpft wird. Katz erklärte weiter, er sei sich mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) einig, dass die israelische Armee ohne zeitliche Begrenzung in den "Sicherheitszonen" im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen verbleibe, um von dort aus die Grenze und die israelischen Gemeinden zu schützen.

Katz bezeichnete die "Sicherheitszonen" als die "größten Errungenschaften" der Armee in diesem Krieg. Israel lehne einen Rückzug aus dem Libanon ab, trotz aller bestehenden und noch kommenden Druckversuche.

15. Juni, 10.43 Uhr: Stadt im Libanon warnt Bürger vor Rückkehr

Trotz des zwischen den USA und Iran verkündeten Rahmenabkommens besteht im Libanon weiter Sorge vor neuen israelischen Angriffen.

Die Stadt Nabatija rief Anwohner heute auf, wegen anhaltender Gefahr "unter keinen Umständen" in ihre Häuser zurückzukehren. "Wir verstehen das Ausmaß Ihres Leidens vollkommen und sind zutiefst dankbar für Ihre Geduld und Ausdauer", hieß es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Bürger sollen "unter keinen Umständen" in die libanesische Stadt Nabatija zurückkehren. (Archivbild)
Bürger sollen "unter keinen Umständen" in die libanesische Stadt Nabatija zurückkehren. (Archivbild)  © Bassam Hatoum/AP/dpa

15. Juni, 10.15 Uhr: Gewissheit beim Iran-Abkommen für Außenminister Wadephul erst am Freitag

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) sieht in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran "eine Chance für die gesamte Region", warnt aber vor voreiliger Euphorie.

Die vorläufige Verständigung sei eine gute Nachricht – Gewissheit über die Substanz der Einigung werde man aber erst am Freitag haben, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg.

"Ich kann alle Seiten nur aufrufen, diese Chance nicht verstreichen zu lassen", sagte Wadephul. Das gelte auch für den Libanon. "Der Iran muss jetzt auf die Hisbollah so einwirken, dass auch sichergestellt ist, dass es keine weiteren Attacken auf Israel gibt." Gleichzeitig gebe es für Israel keinen Anlass, Angriffe im Libanon auszuüben.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU).
Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU).  © Katharina Redanz/dpa

15. Juni, 9.54 Uhr: Trump droht ohne Atomdeal mit neuen Militärschlägen

Für den Fall, dass nach dem Abschluss des Rahmenabkommens mit dem Iran keine Einigung zu Teherans Atomprogramm gelingt, hat US-Präsident Donald Trump (80) der "New York Times" zufolge Konsequenzen angekündigt.

Er werde die Militärschläge wieder aufnehmen oder die USA zum "Wächter des Nahen Ostens" machen und als solcher künftig 20 Prozent der Einnahmen in der Region kassieren, zitiert ihn die Zeitung aus einem Telefonat mit ihm am Abend seines 80. Geburtstags am Sonntag (Ortszeit).

Die "New York Times" gab Trumps Aussagen aus dem Gespräch fast ausschließlich indirekt wieder. Dem US-Präsidenten zufolge soll die Straße von Hormus mit dem Abkommen letztlich "dauerhaft gebührenfrei" bleiben.

15. Juni, 9.51 Uhr: Minister sieht Israel nicht zu Abkommen verpflichtet

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir (50), sieht sein Land nicht zu dem ausgehandelten Abkommen zwischen dem Iran und der USA verpflichtet.

"Der Trump-Deal verpflichtet uns nicht. Israel ist den Vereinigten Staaten nicht unterworfen und wir sind ein unabhängiger und souveräner Staat", erklärte Ben-Gvir in einem Beitrag auf X. Er erklärte, dass dieses Abkommen nicht zur Sicherheit Israels beitragen würde und betonte, dass sich das israelische Militär aus keinen eroberten Gebieten zurückziehen werde, die bereits "von Terrorinfrastrukturen gesäubert" wurden. Zudem werde jeder Angriff aus dem Libanon weiterhin zu einem israelischen Gegenschlag führen.

Das in der Nacht auf Montag verkündete Iran-Abkommen sieht eine Beendigung aller Kampfhandlungen an allen Fronten vor, darunter auch im Libanon.

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir (50). (Archivbild)
Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir (50). (Archivbild)  © Ilia Yefimovich/dpa

15. Juni, 9.27 Uhr: Israel setzt Luftangriffe im Süden fort

Die israelische Armee hat ihre Angriffe im südlichen Libanon nach dortigen Angaben trotz des verkündeten Rahmenabkommens im Iran-Krieg vorerst fortgesetzt.

Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die Staatsagentur NNA am Morgen. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben.

Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen im Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter.

Von Israel gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Israels Armee berichtete aber von neuen Angriffen in der Nacht auf israelisches Gebiet. Die Flugabwehr habe eine aus dem Libanon kommende Drohne abgefangen, teilte die Armee mit.

Im Libanon kam es offenbar erneut zu israelischen Angriffen. (Archivbild)
Im Libanon kam es offenbar erneut zu israelischen Angriffen. (Archivbild)  © Hassan Ammar/AP/dpa

15. Juni, 8.59 Uhr: Katar spricht von wichtigem Schritt zu "nachhaltigem Frieden"

Der Golfstaat Katar hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran als wichtigen Schritt zur "Festigung eines nachhaltigen Friedens" bezeichnet.

Dieses würde "regional und international wirtschaftliches Wachstum fördern", teilte das katarische Außenministerium der Staatsagentur QNA zufolge mit. Die USA und der Iran hätten sich entschlossen gezeigt dabei, "Differenzen durch Verhandlungen und friedliche Mittel zu lösen".

Ägypten, das ebenfalls als ein Vermittler auftritt, sprach von einer "höchst bedeutenden Entwicklung, die Sicherheit und Stabilität auf sowohl regionaler als auch internationaler Ebene wiederherstellen wird". Die Einigung sei ein "erheblicher Wendepunkt, um gegenseitiges Vertrauen zu stärken", teilte das ägyptische Außenministerium mit.

15. Juni, 6.22 Uhr: Straße von Hormus soll erst Freitag geöffnet werden

Die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus soll erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag geöffnet werden.

Grund dafür seien nötige Arbeiten zur Minenräumung, teilte US-Präsident Donald Trump (80) auf seiner Plattform Truth Social mit. Danach werde das Öl wieder frei fließen, zugunsten der Region und der ganzen Welt.

Auch die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen von einer Öffnung der Meerenge nach einer Unterzeichnung eines Rahmenabkommens am Freitag.

Die Straße von Hormus. (Archivbild)
Die Straße von Hormus. (Archivbild)  © /The Visible Earth/NASA/dpa

15. Juni, 6.13 Uhr: Ölpreise fallen nach Einigung zwischen Iran und USA

Die Ölpreise sind infolge der Einigung zwischen den USA und dem Iran deutlich gefallen.

Der Preis für die weltweite Referenzsorte Brent mit Lieferung im August fiel um knapp vier Prozent auf rund 84 US-Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI mit Lieferung Ende Juli fiel in den USA am Sonntagabend (Ortszeit) ähnlich stark auf gut 81 Dollar pro Fass je 159 Liter.

Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus mit Drohungen und Angriffen weitestgehend zum Erliegen gebracht, weshalb die Energiepreise weltweit anstiegen.

Die Ölpreise sind infolge des Iran-Deals gesunken. (Symbolbild)
Die Ölpreise sind infolge des Iran-Deals gesunken. (Symbolbild)  © Katharina Kausche/dpa

15. Juni, 6.11 Uhr: Rahmenabkommen laut Iran unter Führung von Chamenei finalisiert

Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei (56) finalisiert.

Die Verhandlungen seien am Sonntagabend zum Abschluss gekommen, hieß es in einer Stellungnahme des Sicherheitsrates, die von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde. Das Rahmenabkommen umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen dem Libanon. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es weiter. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war in dem Schreiben keine Rede.

Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut Tasnim, die iranischen Verpflichtungen des Abkommens würden erst nach einer Unterzeichnung am Freitag in Kraft treten.

Ein Bild des iranischen Staatsoberhaupts Modschtaba Chamenei (56). (Archivbild)
Ein Bild des iranischen Staatsoberhaupts Modschtaba Chamenei (56). (Archivbild)  © Francisco Seco/AP/dpa

14. Juni, 23.35 Uhr: USA und Iran haben Friedens-Deal abgeschlossen

Die Einigung mit dem Iran ist "jetzt vollständig", verkündet US-Präsident Donald Trump (80) am späten Sonntagabend auf seiner eigenen Social-Plattform "Truth Social". Nur wenige Minuten zuvor hatte bereits die pakistanische Regierung verkündet, dass beide Länder sich auf ein Friedensabkommen geeinigt hätten.

"Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist jetzt vollständig. Herzlichen Glückwunsch an alle! Hiermit genehmige ich ausdrücklich die gebührenfreie Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!", so Trump.

Der Premierminister von Pakistan, Shehbaz Sharif (74), war als Chef-Vermittler zwischen den Fronten seit Monaten aktiv. er verkündete kurz vor Trump den Friedens-Deal und schrieb auf X: "Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns mitteilen zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erreicht wurde. Beide Seiten haben die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten erklärt, einschließlich im Libanon. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie findet am Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz statt."

14. Juni, 20.03 Uhr: Hisbollah setzt Angriffe auf Israels Norden fort

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat ihre Angriffe auf den Norden Israels auch nach israelischem Beschuss in Vororten von Beirut fortgesetzt.

Ein aus dem Libanon abgefeuertes Geschoss sei in der Nähe der Grenzstadt Kiriat Schmona eingeschlagen, teilte die israelische Armee am Abend mit. Es sei zu weiteren Einschlägen "verdächtiger Flugkörper" auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gekommen. Außerdem seien mehrere Geschosse in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon niedergegangen. Es gab zunächst keine Berichte zu Verletzten.

Titelfoto: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

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