Nahost-Konflikt: Trump verurteilt Israels neuesten Angriff nach Iran-Kritik

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump (80) hat den Gegenangriff Israels im Libanon verurteilt. Der Angriff bei Beirut hätte nicht stattfinden dürfen, "insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind", schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Laut US-Präsident Donald Trump (80) soll der Friedens-Deal mit dem Iran heute finalisiert werden.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Das Portal "Axios" zitierte Trump wenig später zum Vorgehen Israels mit den Worten: "Das ist so schlimm – ich konnte es nicht fassen. Eine Stunde, bevor wir das Abkommen unterzeichnen sollten."

Über den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) sagte er weiter: "Warum musste Bibi einen verdammten Angriff starten? Ich war so stinksauer. Ich habe ihn das wissen lassen. Er hat absolut kein Urteilsvermögen."

Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels griff die israelische Luftwaffe am Sonntag erneut Ziele im Raum der libanesischen Hauptstadt Beirut an.

USA Erst Freudentränen, dann brutale Straßenschlacht: Meister-Party eskaliert komplett

Trump schrieb auf Truth Social, Israel habe das Recht, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen, jedoch sei die Attacke, auf die das Land reagiert habe, bedeutungslos gewesen - niemand sei getötet oder verletzt worden.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

14. Juni, 20.03 Uhr: Hisbollah setzt Angriffe auf Israels Norden fort

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat ihre Angriffe auf den Norden Israels auch nach israelischem Beschuss in Vororten von Beirut fortgesetzt.

Ein aus dem Libanon abgefeuertes Geschoss sei in der Nähe der Grenzstadt Kiriat Schmona eingeschlagen, teilte die israelische Armee am Abend mit. Es sei zu weiteren Einschlägen "verdächtiger Flugkörper" auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gekommen. Außerdem seien mehrere Geschosse in der Nähe israelischer Soldaten im Südlibanon niedergegangen. Es gab zunächst keine Berichte zu Verletzten.

Anzeige

14. Juni, 19.45 Uhr: Irans Präsident verteidigt Verhandlungsteam gegen Kritiker im Land

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) hat das iranische Verhandlungsteam gegen die Kritik einiger Hardliner‑Gruppen in Schutz genommen.

"Die Mitglieder als Vaterlandsverräter zu bezeichnen, ist schlicht unfair und gegen die nationalen Interessen des Landes", sagte der Präsident.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) versucht die Wogen zu glätten.  © Shadati/XinHua/dpa

14. Juni, 18.17 Uhr: Trump verurteilt Israels neuesten Angriff nach Iran-Kritik

US-Präsident Donald Trump (80) hat den Gegenangriff Israels im Libanon verurteilt. Der Angriff bei Beirut hätte nicht stattfinden dürfen, "insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind", schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Trump rief zugleich alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Man stehe kurz davor, ein Abkommen mit dem Iran zu schließen, das Frieden für die Region - den Libanon eingeschlossen - bringen würde. Es solle keine Angriffe Israels mehr irgendwo im Libanon geben, schrieb der US-Präsident weiter, und es solle auch keine Angriffe anderer Parteien, einschließlich der Hisbollah, gegen Israel mehr geben.

Am Sonntag ist sein 80. Geburtstag. Doch der Iran und Israel werden US-Präsident Trump wohl nichts "schenken".  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

14. Juni, 15.18 Uhr: Teheran bezeichnet Gespräche mit USA als "sinnlos"

Nach den israelischen Angriffen auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Teheran die Gespräche mit den USA über ein Abkommen zum Iran-Krieg in Zweifel gezogen.

"Wenn Ihr nicht den Willen oder die Fähigkeit habt, Eure Verpflichtungen einzuhalten, dann ist es sinnlos darüber zu sprechen, diesen Weg weiterzugehen", erklärte der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf mit Blick auf die Gespräche mit Washington am Sonntag im Onlinedienst X. Der Iran macht ein Abkommen mit den USA von einer umfassenden Waffenruhe auch im Libanon abhängig.

Der iranische Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf zog die Gespräche mit den USA über einen Friedens-Deal in Zweifel.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

14. Juni, 13.33 Uhr: Israel greift nach Hisbollah-Attacke Vororte Beiruts an

Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels hat die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

Es seien "Terrorziele" der Hisbollah in den als Dahija bekannten südlichen Vororten beschossen worden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz.

"Der Angriff erfolgte als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die Hisbollah." Nach libanesischen Angaben wurde mindestens ein Mensch getötet.

Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes von präziser Munition und Luftaufklärung.

Die libanesische Staatsagentur NNA berichtete von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt.

Die israelische Armee hat erneut Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. (Archivfoto)  © Bilal Hussein/AP/dpa

14. Juni, 10.33 Uhr: Cyber-Angriff auf staatliche Banken im Iran

Nach einem Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken im Iran sind elektronische Dienstleistungen massiv gestört worden. Online-Zahlungen fielen zeitweise vollständig aus.

Der Banken-Koordinationsrat des Landes bestätigte laut Wirtschaftsportal Eghtesad-News die Vorfälle. Das Problem sei inzwischen aber behoben und der Onlineverkehr wieder normalisiert.

In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken sowie zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.

Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff angekündigt. "Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff", erklärte die Gruppe Black Wolves auf ihrem Telegram-Kanal.

14. Juni, 10.29 Uhr: Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen.

Das israelische Militär teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Reaktion.

Der Norden Israels wurde erneut Ziel eines Angriffs der Hisbollah-Miliz. (Archivfoto)  © Ariel Schalit/AP/dpa

14. Juni, 7.11 Uhr: Proteste vor Irans Außenministerium gegen Friedensvereinbarung

Im Iran haben am Samstag dutzende Menschen gegen eine Friedensvereinbarung mit den USA demonstriert.

Sie riefen vor einem Büro des Außenministeriums in der Stadt Maschhad Parolen gegen Außenminister Abbas Araghtschi, der zuvor in einem Fernsehinterview über ein mögliches Abkommen gesprochen hatte.

Auf einem Video, das die iranische Nachrichtenagentur Fars verbreitete, waren Frauen in schwarzen Umhängen zu sehen, die "Tod dem ehrlosen Araghtschi" skandierten.

Andere Videos in Online-Netzwerken, die die Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht unabhängig verifizieren konnte, zeigten Menschen vor dem Außenministerium in Teheran, die "Araghtschi, tritt zurück" und "Ghalibaf, tritt zurück" skandierten. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf ist der iranische Verhandlungsführer in den von Pakistan vermittelten Gesprächen mit den USA.

Dutzende Menschen demonstrierten am Samstag im Iran gegen eine Friedensvereinbarung mit den USA.  © Arif ALI / AFP

13. Juni, 21.50 Uhr: Iran-Sprecher schließt unterschriebenes Abkommen am Sonntag aus

Washington und Teheran haben am Samstag widersprüchliche Aussagen über den Termin eines offenbar näherrückenden Abkommens zur Beendigung des Iran-Krieges gemacht.

"Das Abkommen soll morgen unterzeichnet werden, und unmittelbar nach der Unterzeichnung ist die Straße von Hormus für alle geöffnet", erklärte US-Präsident Donald Trump (79) am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Zuvor hatte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums jedoch eine Unterzeichnung am Sonntag ausgeschlossen.

13. Juni, 19.20 Uhr: USA wollen bei G7-Gipfel über weitere Iran-Schritte sprechen

US-Präsident Donald Trump (79) will beim G7-Gipfel nach US-Angaben über das weitere Vorgehen rund um ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg sprechen - dabei könnte es auch um eine Beteiligung bei der Minenräumung in der Straße von Hormus gehen.

Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter sagte vorab, G7-Länder hätten erklärt, es gebe einiges, was sie tun könnten, sobald ein Rahmenabkommen steht. Er sprach die Minenräumung in der für den Ölhandel wichtigen Meerenge an. Die USA hätten in dem Bereich Möglichkeiten, aber auch einige der G7-Länder verfügten über erhebliche Kapazitäten, die sie freiwillig zur Verfügung stellen wollten, ergänzte er.

Unter Führung von Frankreich und Großbritannien ist eine neutrale Marine-Mission in der Straße von Hormus in Vorbereitung. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert, darunter Deutschland. Dabei geht es auch um Minenräumung.

Mehr zum Thema Iran: