Nahost-Konflikt: US-Militär will weiter Freiheit der Schifffahrt durchsetzen

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Israel/Iran - Die USA und der Iran wollen US-Medienberichten zufolge ihre Gespräche über ein Ende des Iran-Kriegs in Gang bringen.

Jared Kushner (45, l.) und Steve Witkoff (69) wollen die Gespräche zwischen USA und Iran in Gang bringen.
Jared Kushner (45, l.) und Steve Witkoff (69) wollen die Gespräche zwischen USA und Iran in Gang bringen.  © Jacquelyn Martin/Pool AP/dpa

Wie das US-Portal "Axios" und der Sender CNN unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten, ist der US-Unterhändler Steve Witkoff (69) auf dem Weg in die Schweiz, wo die erste Gesprächsrunde über ein mögliches Atomabkommen stattfinden solle.

Diese war eigentlich schon am Freitag angedacht gewesen, fand aber wegen erneuter gegenseitiger Angriffe zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon dann doch nicht statt.

US-Unterhändler Jared Kushner (45) sei bereits in der Schweiz, berichtete "Axios". Auch Irans Außenminister Abbas Araghtschi plane heute, in die Schweiz zu reisen, zitierte das US-Nachrichtenportal eine informierte Quelle.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

20. Juni, 18.39 Uhr: US-Militär will weiter Freiheit der Schifffahrt durchsetzen

Nach der vom Iran angekündigten Schließung der Straße von Hormus will das US-Militär weiter die Freiheit der Schifffahrt durchsetzen.

Der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen, "während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren", teilte das US-Regionalkommando Centcom auf X mit. 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert.

Centcom zufolge ist das Militär weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass sämtliche Abmachungen des Rahmenabkommens "eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden."

Das US-Militär will in der Straße von Hormus weiter für die Freiheit der Schifffahrt sorgen.
Das US-Militär will in der Straße von Hormus weiter für die Freiheit der Schifffahrt sorgen.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

20. Juni, 17.54 Uhr: Offenbar viele Tote bei israelischen Luftangriffen im Libanon

Trotz einer vereinbarten Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 35 Toten.

Die israelische Armee und die Hisbollah machen sich gegenseitig für die Kämpfe und Verstöße gegen die Feuerpause verantwortlich. 

Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatija 16 Leichen geborgen worden seien. Laut Gesundheitsministerium wurden bei einem Luftangriff auf die Stadt Qennarit mindestens sieben Menschen getötet und 13 weitere verletzt.

Neue israelische Luftangriffe sollen mindestens 35 Menschen im Libanon nicht überlebt haben.
Neue israelische Luftangriffe sollen mindestens 35 Menschen im Libanon nicht überlebt haben.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

20. Juni, 17.23 Uhr: US-Iran-Gespräche laut Pakistan am Sonntag in der Schweiz

Nach Angaben des Vermittlerstaats Pakistan sollen am Sonntag in der Schweiz Gespräche zwischen dem Iran und den USA geführt werden.

Diese würden auf technischer Ebene in Bürgenstock abgehalten, hieß es in einer Mitteilung des pakistanischen Außenministeriums am Nachmittag.

Vertreter der Vereinigten Staaten, des Irans sowie der Vermittler Pakistan und Katar würden an den Gesprächen teilnehmen, hieß es weiter. Islamabad werde den Prozess als Mediator weiterhin unterstützen, um die im Rahmenabkommen erzielten Übereinkünfte zu vertiefen.

20. Juni, 17.23 Uhr: Bundesregierung fordert von allen Einhaltung der Waffenruhe

Die Bundesregierung hat alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg aufgerufen.

Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen über die Waffenruhe mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch "wirklich glaubhaft" einstellen. "Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz", fügte er hinzu.

Der Sprecher des deutschen Außenministeriums betonte, Deutschland sei nicht Teil des bilateralen Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran, das eigentlich eine Waffenruhe an allen Fronten vorsieht – also auch im Libanon. "Insofern ist es jetzt auch nicht primär an uns, diese Vereinbarung umzusetzen beziehungsweise auf die Umsetzung da zu pochen."

Das Auswärtige Amt fordert alle Seiten zur Einhaltung der Waffenruhe auf.
Das Auswärtige Amt fordert alle Seiten zur Einhaltung der Waffenruhe auf.  © Monika Skolimowska/dpa

20. Juni, 16.11 Uhr: Nahost-Konflikt: Iran macht Straße von Hormus wieder dicht

Das zentrale Militärkommando des Iran hat am Samstag die erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus angeordnet.

"Hiermit wird bekannt gegeben, dass die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr geschlossen wird", hieß es in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Mitteilung des Militärkommandos. Dies geschehe in Reaktion auf die fortgesetzten Angriffe Israels im Südlibanon, die eine Verletzung des mit den USA getroffenen Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges bedeuteten.

Die Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge sei ein "erster Schritt" , hieß es weiter. Im Falle "einer Fortsetzung der Aggression" würden weitere Schritte unternommen, "um den Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen".

Der Iran und die USA hatten am Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht. Ungeachtet der Vereinbarung setzten die israelische Armee und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ihre Gefechte fort.

Nach iranischen Angaben wird die Straße von Hormus erneut geschlossen.
Nach iranischen Angaben wird die Straße von Hormus erneut geschlossen.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

20. Juni, 11.36 Uhr: Pakistans Innenminister für Gespräche im Iran

Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi ist im Iran eingetroffen, um mit der dortigen Führung die Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA in der Schweiz zu besprechen.

Nach Angaben der regierungsnahen iranischen Nachrichtenagentur Mehr landete Naqvis Maschine zunächst in der Pilgerstadt Maschhad im Nordosten des Landes. Während seines Besuchs wird Naqvi demnach mit den Leitern des iranischen Verhandlungsteams, Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi, zusammentreffen. 

Pakistan fungiert seit April offiziell als Vermittler zwischen den Kriegsgegnern Iran und USA. Washington und Teheran hatten diese Woche ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Beendigung der Kampfhandlungen in der Region vorsieht. Weitere Verhandlungen über strittige Punkte, etwa das iranische Atomprogramm, sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen folgen. Eine erste Gesprächsrunde über ein mögliches Atomabkommen in der Schweiz war eigentlich am Freitag angedacht, fand aber wegen erneuter gegenseitiger Angriffe zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon dann doch nicht statt.

Der pakistanische Innenminister und Vorsitzende des pakistanischen Cricketverbandes Mohsin Naqvi (47).
Der pakistanische Innenminister und Vorsitzende des pakistanischen Cricketverbandes Mohsin Naqvi (47).  © K.M. Chaudary/AP/dpa

20. Juni, 9.12 Uhr: Vier Tote bei israelischen Luftangriffen im Libanon

Libanesische Medien berichten über zahlreiche israelische Luftangriffe trotz einer vereinbarten Waffenruhe. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA teilte mit, dass bei Angriffen von Kampfflugzeugen auf die Stadt Arabsalim im Raum Nabatija drei Menschen getötet worden seien.

Zudem soll eine israelische Drohne einen Motorradfahrer getötet haben. Weiter berichtete die Agentur über den Beschuss der Stadt Nabatija und ihrer Vororte.

Vom libanesischen Gesundheitsministerium liegen bislang keine Angaben zu möglichen Opfern vor. Die israelische Armee hat sich bisher nicht geäußert. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. 

Nach Angaben eines US-Regierungsmitarbeiters gilt eigentlich seit Freitag 16.00 Uhr Ortszeit eine Waffenruhe. Diese wurde bereits wenige Minuten nach Inkrafttreten mehrfach gebrochen.

20. Juni, 7.07 Uhr: Linke nennt Gazakrieg offiziell "Völkermord"

Die Linke hat ihre Parteilinie verschärft und bewertet das israelische Vorgehen im Gazakrieg nun erstmals offiziell als "Völkermord". Ein entsprechender Antrag wurde beim Bundesparteitag in Potsdam mit großer Mehrheit beschlossen.

Darin heißt es: "Internationale Organisationen, Menschenrechtsorganisationen und zahlreiche Völkerrechtler*innen sprechen von einem Völkermord an den Palästinenser*innen in Gaza. Wir schließen uns dieser Einschätzung an." Israel selbst weist eine solche Wertung strikt zurück. Auch die Bundesregierung schließt sich dem nicht an.

Im Beschluss enthalten ist ein Bekenntnis zum Existenzrecht des Staates Israel. "Als Schutzraum für Jüdinnen und Juden kommt dem Staat Israel dabei eine besondere historische und gegenwärtige Bedeutung zu", heißt es. Und weiter: "Ebenso stehen wir zum Existenzrecht Palästinas und für gleiche Rechte aller Menschen in Palästina."

19. Juni, 16.35 Uhr: Iran veröffentlicht Verfahren für Hormus-Passage

Nachdem sich der Iran und die USA auf eine zeitweise freie Schifffahrt in der Straße von Hormus geeinigt hatten, signalisiert die Islamische Republik neue Regeln für die Zukunft.

Gebühren für Sicherheit, Umweltdienstleistungen und Versicherungen würden in einem 60-tägigen Zeitraum nicht erhoben, teilte die kürzlich gegründete Persian Gulf Strait Authority in englischer Sprache auf X mit.

Dass der Iran sich im Zuge des Abkommens mit den USA für die Erhebung von Gebühren in der wichtigen Meerenge einsetzen würde, zeichnet sich seit einer Weile ab. Neu scheint in der aktuellen Veröffentlichung der Verweis auf mögliche Kosten für Versicherungen. Auch die britische "Financial Times" berichtet unter Berufung auf Schifffahrtskreise, dass sich in der Straße von Hormus neue Versicherungsbedingungen abzeichneten.

Anträge zur Durchfahrt müssten bei der Behörde auch im Übergangszeitraum online und mit mindestens 48 Stunden Vorlauf eingereicht werden, hieß es in der Veröffentlichung der iranischen Behörde.

19. Juni, 15.23 Uhr: Israel und Hisbollah einigen sich auf Waffenruhe

Israel und die mit dem Iran verbündete Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon haben sich laut US-Regierungskreisen auf eine neue Waffenruhe geeinigt.

Die von den USA und Katar vermittelte Abmachung ist demnach bereits um 16 Uhr (Ortszeit) in Kraft getreten. Der Hisbollah nahe stehende Quellen bestätigten die Vereinbarung, Details nannten sie nicht. Eine offizielle Reaktion aus Israel lag zunächst noch nicht vor.

Wegen der gegenseitigen Angriffe war zuvor eine für Freitag angedachte erste Gesprächsrunde zwischen dem Iran und den USA zur Ausgestaltung des Rahmenabkommens in der Schweiz abgesagt worden. 

Das libanesische Nachrichtenportal Al Mayadeen, das der Hisbollah nahesteht, berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte iranische Regierungsquellen, Teheran habe an den Gesprächen wegen der israelischen Luftschläge im Libanon zunächst nicht teilnehmen wollen.

In iranischen Medien wurde noch kurz vor der angekündigten Waffenruhe mit einer erneuten Schließung der für die Energiewirtschaft wichtigen Straße von Hormus gedroht.

Die Kampfhandlungen im Libanon und Israel sollen beigelegt werden. (Archivfoto)
Die Kampfhandlungen im Libanon und Israel sollen beigelegt werden. (Archivfoto)  © Leo Correa/AP/dpa

19. Juni, 11.18 Uhr: Mehrheit für deutschen Einsatz an Straße von Hormus

Sollte der Waffenstillstand im Iran anhalten, würde eine Mehrheit der Menschen in Deutschland einen Einsatz der Bundesrepublik zur Sicherung der Straße von Hormus begrüßen.

57 Prozent der Befragten des ZDF-"Politbarometers" fänden es gut, wenn sich Deutschland mit anderen europäischen Ländern an einem entsprechenden Einsatz beteiligen würde. 38 Prozent befürworten dies nicht.

Unter den Befragten, die sich für eine Beteiligung Deutschlands bei der Sicherung der Straße von Hormus aussprechen, sind 72 Prozent der Anhänger von Union, 73 Prozent der SPD-Anhänger, 64 Prozent der Grünen-Anhänger und 64 Prozent der FDP-Anhänger. Ablehnend äußerten sich 51 Prozent der Anhänger der Linken. AfD-Anhänger sind gespalten (46 Prozent dafür, 51 Prozent dagegen).

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für einen deutschen Einsatz an der Straße von Hormus aus.
Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für einen deutschen Einsatz an der Straße von Hormus aus.  © -/kyodo/dpa

19. Juni, 10.12 Uhr: Trotz US-Deal kein Ende der Gewalt im Libanon

Der Libanon bleibt die Schwachstelle im Abkommen zwischen den USA und dem Iran.

Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben über Nacht und am Freitagmorgen Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon aus der Luft an. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X. Vier israelische Soldaten wurden nach Militärangaben getötet. Vier weitere Soldaten wurden bei einem Drohnenangriff verletzt.

Titelfoto: Wen Xinnian/Xinhua/dpa

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