Nahost-Konflikt: USA und Iran attackieren sich erneut

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Israel/Iran - Die USA und der Iran haben sich in der Golfregion trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen!

Polizisten stehen Wache auf dem Platz der Islamischen Revolution in Teheran. (Archivbild)
Polizisten stehen Wache auf dem Platz der Islamischen Revolution in Teheran. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus, wie das zuständige Regionalkommando Centcom auf X mitteilte.

Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen. 

Das US-Militär sprach von einer "verhältnismäßigen" Antwort auf den iranischen Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers vor der Küste des Omans. Die US-Streitkräfte seien bereit, sich weiter gegen "ungerechtfertigte iranische Aggressionen" zu verteidigen, teilte Centcom weiter mit.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

10. Juni, 9.10 Uhr: Schusswechsel an Frachtschiff vor Jemens Küste

Vor der Küste des Jemen haben sich Angreifer auf einem kleinen Boot einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften eines Frachtschiffs geliefert.

Die sechs Angreifer hätten sich dem Frachter genähert, woraufhin es zum Schusswechsel gekommen sei, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Morgen mit. Daraufhin sei das kleine Boot abgedreht. Schiffe in der Nähe wurden aufgerufen, die Gegend vorsichtig zu befahren.

Im Jemen ist die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aktiv, die den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer kontrolliert. Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat sie Israel zuletzt erneut angegriffen und auch eine "Blockade" der Seewege für Israel im Roten Meer verkündet. Seit 2023 hatte die Miliz Dutzende Schiffe mit angeblichem Bezug zu Israel in der Region angegriffen und teils versenkt oder stark beschädigt. 

Vor dem Hintergrund eines LPG-Tankers (Flüssiggas) fährt ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Straße von Bab el-Mandeb.
Vor dem Hintergrund eines LPG-Tankers (Flüssiggas) fährt ein jemenitischer Soldat in den Gewässern nördlich der Straße von Bab el-Mandeb.  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

10. Juni, 8.58 Uhr: Jordanien fängt fünf iranische Raketen ab - keine Schäden

Neben Kuwait und Bahrain ist auch Jordanien trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg unter Beschuss geraten.

Die Flugabwehr habe in al-Asrak am Dienstagabend fünf iranische Raketen abgefangen, teilten Jordaniens Streitkräfte der Staatsagentur Petra zufolge am Morgen mit. Dabei seien Trümmerteile herabgefallen, es habe aber keine Opfer oder Schäden gegeben. Man werde keinerlei Verletzung des Luftraums zulassen, hieß es weiter.

Al-Asrak liegt im Osten Jordaniens nicht weit von der irakischen Grenze. Berichten zufolge hat das US-Militär hier an einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert. Nach Informationen der "New York Times" waren hier kurz vor Kriegsbeginn im Februar Dutzende Kampfjets und Frachtflugzeuge sowie Drohnen und Hubschrauber des US-Militärs stationiert.

10. Juni, 6.18 Uhr: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll nach Angaben des TV-Senders i24News unter Umständen auch zu einem eigenständigen Schlag gegen den Iran ohne US-Unterstützung bereit.

Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: "Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation." 

Israel wolle nicht, dass es so weit komme, wisse aber, dass es so weit kommen könne, sagte Netanjahu demnach. Er muss in wenigen Monaten bei anstehenden Wahlen um sein Amt kämpfen. Trump hatte Netanjahu zuvor vor einem Alleingang gewarnt. 

Iran-Experte Citronowicz warnte auf X, ein signifikanter militärischer Schritt ohne amerikanische Unterstützung wäre ein gewaltiges strategisches Wagnis für Israels nationale Sicherheit. Dies könnte auch die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten schwer belasten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

10. Juni, 6.13 Uhr: Iran-Experte warnt vor weiterer Eskalation

Der israelische Iran-Experte Danny Citronowicz warnte auf X: "Das Risiko einer weiteren Eskalation bleibt erheblich, selbst wenn weder Washington noch Teheran aktiv einen größeren Konflikt anstreben". 

Offiziell gilt im Iran-Krieg seit zwei Monaten eine Waffenruhe. Doch zuletzt schien diese von Tag zu Tag brüchiger zu werden: Bereits am Sonntag war der Konflikt mit iranischen Raketenangriffen auf Israel gefährlich eskaliert. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer "sofortigen" Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklärten, ihre Angriffe einzustellen. 

Der Iran hatte seine Angriffe nach Angaben aus Teheran wegen der israelischen Attacken gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begonnen. Israels Regierung hat jedoch kaum Zweifel daran gelassen, dass sie auch weiter gegen die schiitische Miliz im nördlichen Nachbarland vorgehen wird. 

Israelische Sicherheitskräfte untersuchen den Einschlag einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete. (Archivbild)
Israelische Sicherheitskräfte untersuchen den Einschlag einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete. (Archivbild)  © Ariel Schalit/AP/dpa

10. Juni, 6.09 Uhr: Iran möchte keine Bedrohung unbeantwortet lassen

Das US-Militär sprach von "Selbstverteidigung", Irans Militär dagegen von einem "fadenscheinigen" Vorwand. Irans Außenminister Abbas Araghtschi drohte den USA in Reaktion auf das Bombardement prompt Gegenschläge an.

"Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen", schrieb er auf X. "Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen." 

Nur wenig später führten Irans Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - nach Angaben iranischer Medien eine Drohnenattacke auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain aus. Zudem sei ein Stützpunkt in Jordanien angegriffen worden, hieß es. Der arabische Sender Al Jazeera meldete am frühen Morgen unter Berufung auf das jordanische Militär, dass fünf iranische Raketen abgefangen worden seien. Keine dieser Angaben konnte zunächst unabhängig überprüft werden. Am frühen Morgen schrillten unterdessen auch in Bahrain abermals die Sirenen.

Titelfoto: Vahid Salemi/AP/dpa

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