Neapel (Italien) - Ein zweijähriger Junge aus Italien kämpft um sein Leben, nachdem ihm ein beschädigtes Spenderherz transplantiert wurde.
Wie Rai News berichtet, leidet der zweijährige Tommaso seit seinem vierten Lebensmonat an einem schweren Herzfehler.
Nachdem ihm am 23. Dezember das Spenderherz eines in Südtirol ertrunkenen vierjährigen Kindes transplantiert worden war, wird er nun auf der Intensivstation künstlich am Leben gehalten.
Das Spenderorgan hatte eine Strecke von über 800 Kilometern zurückgelegt und wurde dabei offenbar schwer beschädigt. Denn statt - wie üblich - in normales Eis, wurde das Herz in deutlich kälteres Trockeneis gelegt. Dadurch fror das Organ ein und erlitt irreversible Schäden.
Trotz des bekannten Defekts entschieden sich die Ärzte für die Transplantation, da Tommasos eigenes Herz zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt worden war.
Zuvor war lange vergeblich nach einem passenden Spenderorgan gesucht worden.
Die Eltern wussten nichts davon
Die Eltern geben an, von den Umständen nichts gewusst zu haben. Die Mutter sagte verzweifelt: "Mein Sohn führte ein fast normales Leben. Er nahm Medikamente, spielte und aß regelmäßig. Jetzt liegt er seit Wochen im künstlichen Koma und schwebt in Lebensgefahr."
Inzwischen wird europaweit fieberhaft nach einem neuen Spenderherz gesucht, um dem kleinen Jungen eine weitere Überlebenschance zu geben.
Zwei Ärzte des Krankenhauses wurden mittlerweile von Operationen suspendiert, zudem die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Das Krankenhaus hat außerdem eine interne Untersuchung eingeleitet.