Niscemi (Italien) - Die Unwetter auf der beliebten Urlaubsinsel wollen einfach kein Ende nehmen: Der heftige Niederschlag in den vergangenen Wochen hat den Boden so sehr aufgeweicht, dass Menschen in einer Stadt im Süden von Sizilien um ihr Leben bangen müssen.
So berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA, dass am Stadtrand von Niscemi, einer 30.000-Einwohner-Stadt auf Sizilien, der Boden um bis zu 55 Meter weggebrochen ist. Der Erdrutsch ist demnach rund vier Kilometer lang und bedroht unzählige Gebäude der kleinen Stadt.
Mehr als 1500 Menschen mussten bereits aus ihren Wohnungen evakuiert werden. Einige von ihnen fanden Zuflucht bei Freunden und Verwandten, andere mussten in einer provisorischen Unterkunft in einer Sporthalle Platz finden. Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Wie Nello Musumeci (71), der italienische Minister für Zivilschutz, erklärte, ist die Lage noch immer angespannt, da der Erdrutsch noch andauert. Demnach sind nach wie vor sämtliche Gebäude in einem Umkreis von 70 Metern um die "Abbruchstelle" in Gefahr.
Fabio Ciciliano (53), der Leiter des Katastrophenschutzes, offenbarte derweil den Betroffenen die bittere Wahrheit: "Wenn sich das Haus auf dem Erdrutsch befindet, können die Bewohner nicht nur jetzt nicht zurückkehren, sondern nie wieder."
Währenddessen steigt die Zahl der Betroffenen stetig an, da der Erdrutsch sich immer mehr durch die kleine, sonst so idyllische Stadt frisst.
Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen?
Die Region wurde, wie viele andere Städte in Süditalien auch, stark vom Zyklon "Harry" mitgenommen, der sowohl heftige Winde als auch Unmengen an Niederschlag mit sich brachte. Dieser sintflutartige Niederschlag löste den Boden offenbar so stark auf, dass der Berg, auf dem Niscemi errichtet wurde, das Gewicht der Stadt nicht länger halten konnte.
Ein weiteres Problem ist, dass der Erdrutsch auch eine der Hauptverkehrsstraßen in Mitleidenschaft gezogen hat. Niscemi wird also zunehmend von der Außenwelt abgeschnitten.