Todesfahrten im Krankenwagen? Fünf Patienten sterben, Fahrer unter Mordverdacht

Forlì (Italien) - Ein erschütternder Verdacht sorgt derzeit in Italien für Aufsehen: Ein 27-jähriger Krankenwagenfahrer steht im Fokus der Justiz, weil er während Patiententransporten mehrere Menschen getötet haben soll. Staatsanwälte in der norditalienischen Stadt Forlì ermitteln gegen den Mann wegen des Verdachts auf Mord an fünf älteren Patienten.

Ein 27-jähriger Krankenwagenfahrer steht in Italien unter Mordverdacht. Fünf ältere Patienten starben während oder kurz nach Transporten. (Symbolfoto)  © 123rf/joseh51

Die Todesfälle weisen eine Gemeinsamkeit auf: Alle Opfer starben entweder während der Fahrt oder kurz nachdem sie in einem Krankenwagen transportiert worden waren, den der Verdächtige gefahren hatte, wie The Guardian berichtet.

Die Patienten waren überwiegend hochbetagt und wurden zwischen Pflegeheimen, Krankenhäusern oder zu medizinischen Terminen gebracht. Angehörige und ihre Anwälte machten die Ermittler darauf aufmerksam, dass die Fälle möglicherweise zusammenhängen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler könnten den Patienten während der Transporte schädliche Substanzen verabreicht worden sein.

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Mehrere Opfer erlitten während der Fahrt plötzlich schwere Atem- oder Herzprobleme.

Lange blieb der mögliche Zusammenhang unentdeckt. Viele Familien gingen zunächst davon aus, dass ihre Angehörigen ohnehin schwer krank gewesen seien.

Erst als die Familie eines Opfers eine Obduktion verlangte, gerieten die Todesfälle in den Fokus der Ermittler und lösten eine größere Untersuchung aus.

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Der Krankenwagenfahrer weist alle Anschuldigungen zurück

Ermittler prüfen, ob den Patienten während der Krankentransporte schädliche Substanzen verabreicht wurden. (Symbolfoto)  © 123RF/ververidis

Bei den Fahrten handelte es sich meist nicht um klassische Notfalleinsätze mit medizinischem Personal.

Die Krankenwagen wurden für Routine-Transporte eingesetzt, etwa von Pflegeheimen zu Arztterminen. Deshalb befanden sich in den Fahrzeugen häufig nur zwei Fahrer - ohne Arzt oder Pflegekraft.

Der 27-Jährige arbeitete für das Italienische Rote Kreuz und wurde nach Bekanntwerden der Ermittlungen sofort vom Dienst suspendiert. Die Organisation erklärte, sie habe "mit Bestürzung" von den Vorwürfen erfahren und hoffe auf eine vollständige Aufklärung des Falls.

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Der Beschuldigte weist alle Anschuldigungen zurück. Seine Anwältin erklärte, ihr Mandant sei von den Vorwürfen zutiefst erschüttert und kooperiere vollständig mit den Ermittlungsbehörden. Er sei bislang weder festgenommen noch in Untersuchungshaft genommen worden.

Während die Ermittlungen weiterlaufen, prüfen die Behörden inzwischen auch weitere Todesfälle aus dem Umfeld der Transporte. Ermittler schließen nicht aus, dass die Zahl möglicher Opfer noch steigen könnte.

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