Wer im Stau steht, bekommt in diesem Urlaubsland jetzt Geld

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Von Christoph Sator

Rom - In Italien soll es jetzt Geld zurückgeben, wenn man auf einer gebührenpflichtigen Autobahn wegen einer Baustelle lange im Stau steht.

In Italien wird auf Autobahnen, im Gegensatz zu Deutschland, eine Maut-Gebühr fällig.
In Italien wird auf Autobahnen, im Gegensatz zu Deutschland, eine Maut-Gebühr fällig.  © Christoph Sator/dpa

Die neue Regelung ist seit diesem Montag in Kraft, also noch vor Beginn der großen Reisewelle im Sommer. Wird die normale Fahrzeit deutlich überschritten, müssen die Autobahn-Betreiber ihren Kunden die Maut teilweise oder sogar komplett zurückzahlen.

Auf Italiens Autobahnen sind jedes Jahr auch sehr viele Deutsche unterwegs. Auf dem Weg nach Südtirol, in die Toskana oder noch weiter in den Süden wird auch in diesem Jahr reger Betrieb erwartet. Für Ausländer ist es nach dem Ärger im Stau allerdings nicht einfach, das Geld zurückzubekommen.

Die Entschädigung kann über eine App beantragt werden, in der alle Betreiber von Italiens privaten Autobahnen zusammengeschlossen sind.

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Autofahrer sollen bereits Geld zurückbekommen, wenn die Fahrt auf einer Strecke von knapp 100 Kilometern zehn Minuten länger dauert als üblich. Bei längeren Strecken muss die Verspätung größer sein. Bei mehr als zwei Stunden gibt es nach den Vorgaben der Verkehrsbehörde in der Regel die gesamte Maut zurück.

Die Regelung gilt grundsätzlich auch für Autofahrer aus dem Ausland. Allerdings braucht man eine italienische Steuernummer, um sich in der App registrieren zu können. Dies ist auch für Nicht-Italiener möglich, aber umständlich.

Helfen kann beispielsweise die deutsche Botschaft in Rom oder die italienische Botschaft in Berlin. Der ADAC kritisiert: "Italien zählt zu den Ländern mit den höchsten Autobahngebühren in Europa. Und kompliziert ist das System obendrein."

Gezahlt werden muss erst, wenn der Erstattungsbetrag mehr als einen Euro beträgt. Die Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia rechnete beispielsweise vor, dass es 75 Prozent zurückgibt, wenn man auf einer 90 Kilometer langen Strecke 40 Minuten länger braucht als üblich.

Verbraucherschützer sind skeptisch

Wer in Italien im Stau steht, verliert Zeit, bekommt aber Geld.
Wer in Italien im Stau steht, verliert Zeit, bekommt aber Geld.  © Heiko Rebsch/dpa

Bei einer Stunde wird dann alles erstattet. Kein Geld gibt es zurück, wenn es sich um sogenannte Notfall-Baustellen handelt, bei Unfällen oder bei wetterbedingten Störungen. Das neue System soll bis Dezember komplett einsatzbereit sein.

Die Neuregelung wurde von der Rechts-Regierung in Rom vorangetrieben. Verkehrsminister Matteo Salvini bezeichnet den Beschluss als "Wendepunkt" für die Umsetzung von Rechten von Autofahrern. Hingegen zweifelt Italiens Verbraucherschutzverband, dass alles funktioniert.

"Es ist offensichtlich, dass es jahrelang keine echten Strafen für die geben wird, die den Nutzern einen schlechten Service bieten", heißt es von dort. Zudem warnen Verbraucherschützer davor, dass die Betreiber ihre Kosten für die Rückerstattungen durch eine Erhöhung der Gebühren ausgleichen.

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Insgesamt gibt es in Italien etwa 7000 Kilometer Autobahnen. Im Unterschied zu Deutschland, wo die Benutzung gratis ist, muss für den allergrößten Teil Maut gezahlt werden. Europaweit sind die Gebühren in Italien und Frankreich am höchsten: Pro gefahrenen Kilometer werden nach Angaben von Verbraucherschutzverbänden im Durchschnitt zwischen sieben und neun Cent fällig.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

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