Mallorca (Spanien) - Ein 35-jähriger Mann aus Spanien bot seinem Schwager vor einigen Jahren an, eine gemeinsame Reise in die Dominikanische Republik zu organisieren. Alles, was er dafür tun müsse, sei, das Geld für den Urlaub zu überweisen. Doch das entpuppte sich als großer Fehler.
Der jetzt beendete Prozess geht laut einem Bericht des "Mallorca Magazins" auf einen Betrug im September 2022 zurück.
Damals gab der 35-Jährige an, eine Familienreise organisieren zu wollen. Dafür sollte der Schwager ihm zunächst 4600 Euro überweisen und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal 90 Euro. Im März des darauffolgenden Jahres tätigte der Schwager schließlich die Zahlungen in der Hoffnung, bald auf einer Karibikinsel entspannen zu können, doch dazu kam es nie.
Schließlich forderte er das Geld von seinem angeheirateten Familienmitglied zurück, doch der Beschuldigte versuchte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
So flunkerte der 35-Jährige, dass das spanische Finanzamt (Hacienda) seine Konten gesperrt habe und er deshalb das Geld nicht zurückzahlen könne. Um diese Sperre aufzuheben, müsse sein Schwager ihm weitere 3521 Euro überweisen.
Immer wieder schickte der gutgläubige Schwager dem Betrüger Geldbeträge, in der Hoffnung, dieses Geld irgendwann wiederzubekommen.
Betrüger soll auch falsche VIP-Tickets für Real-Madrid-Spiele angeboten haben
Doch laut den Ermittlern nutzte der Betrüger das Geld, um eigene Schulden zu begleichen. Gleichzeitig hat eine Überprüfung durch die Wirtschafts- und Finanzkriminalitätseinheit (UDEF) ergeben, dass die Konten des 35-Jährigen zu keinem Zeitpunkt eingefroren waren.
Schließlich wurde der Mann angeklagt. Vor Gericht legte er nun ein Geständnis ab.
Von den ursprünglich geforderten zweieinhalb Jahren muss der 35-Jährige nur ein Jahr hinter Gittern verbüßen, da er bereits eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 1200 Euro hinterlegt hat. Falls der Mann das fehlende Geld innerhalb eines Jahres zurückzahlen sollte, bleibt ihm die Freiheitsstrafe sogar komplett erspart.
Allerdings steht er auch im Verdacht, weitere Personen mit falschen Angeboten für VIP-Tickets zu Spielen von Real Madrid im Santiago Bernabéu hinters Licht geführt zu haben. Pro Ticket soll er zwischen 275 und 1000 Euro verlangt haben.