Sex-Hölle auf Ferieninsel: Polizei befreit 15 Frauen aus Zwangsprostitution
Mallorca (Spanien) - Die Polizei auf Mallorca hat 15 Frauen befreit, die unter dem Vorwand eines Jobangebots auf die Insel gelockt und zur Zwangsprostitution gezwungen worden waren.
Wie die Mallorca Zeitung berichtet, hat die Nationalpolizei nach eigenen Angaben eine mutmaßliche Menschenhändler- und Zuhälterstruktur zerschlagen.
Die Frauen - überwiegend asiatischer Herkunft - seien über Anzeigen in sozialen Netzwerken angeworben worden unter dem Vorwand, als therapeutische Masseurinnen mit rund 2000 Euro Monatslohn, als Köchinnen oder als Betreuerinnen zu arbeiten.
Einige Opfer befanden sich dabei bereits in Spanien, andere reisten aus China an, um die vermeintlichen Arbeitsangebote anzunehmen.
Die Organisation übernahm zunächst Reise- und Transportkosten, wandelte diese jedoch später in eine Schuldenlast um, die die Frauen durch Zwangsprostitution "abbezahlen" sollten. Auf Mallorca wurden sie in Wohnungen untergebracht und mussten dort rund um die Uhr zur Verfügung stehen - sieben Tage die Woche, ohne Bewegungsfreiheit und ohne die Möglichkeit, Kunden abzulehnen.
Zudem wurden sie zu Hausbesuchen gezwungen und in einzelnen Fällen dazu gedrängt, ohne Kondom Sex zu haben, wofür die Organisation zusätzlich Geld kassierte.
Insgesamt wurden 14 Personen festgenommen
Das Netzwerk soll den Opfern gegen hohe Zahlungen außerdem eine Legalisierung ihres Aufenthalts durch Scheinehen in Aussicht gestellt haben.
Nachdem die Papiere ausgestellt worden waren, nutzten die Hintermänner jedoch die Identitäten der Frauen, um unter deren Namen Verträge abzuschließen - etwa für Bankkonten oder Telefonnummern.
Den Berichten zufolge waren zwei anonyme Hinweise im April 2025 der Auslöser für die Polizeiaktion. Darin gaben die Frauen an, dass sie in Wohnungen in Palma festgehalten und zur Prostitution gezwungen worden seien. Auch eine Frau, der die Flucht gelungen war, berichtete von körperlichen und sexuellen Übergriffen.
Insgesamt wurden 14 Personen festgenommen, davon zwölf auf Mallorca und zwei in Barcelona. Sieben von ihnen kamen in Untersuchungshaft.
Bei den Durchsuchungen der Objekte stellte die Polizei zudem unter anderem 190.000 Euro Bargeld, fünf Luxusfahrzeuge, Schmuck, Uhren, Elektronik sowie mehrere Waffen sicher.
Titelfoto: Bildmontage: X/Screenshot/Policía Nacional

