Mexikos mächtigster Drogenboss "El Mencho" bei Militäreinsatz getötet

Von Andrea Sosa Cabrios

Mexiko-Stadt - Mexikos mächtigster Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als "El Mencho", ist im Alter von 59 Jahren gestorben.

Die US-Regierung hatte eine Belohnung auf "El Mencho" ausgesetzt. (Archivbild)
Die US-Regierung hatte eine Belohnung auf "El Mencho" ausgesetzt. (Archivbild)  © IMAGO / Newscom World

Nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme erlag er seinen Verletzungen, als er auf dem Luftweg nach Mexiko-Stadt geflogen wurde, wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte.

Die US-Behörden hätten im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit Informationen beigetragen. Der Einsatz löste eine gewalttätige Reaktion des von "El Mencho" angeführten Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aus.

Bei der Operation einer Sondereinheit der Streitkräfte in der Gemeinde Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco kamen den offiziellen Angaben zufolge neben Oseguera sechs weitere Bandenmitglieder ums Leben, zwei weitere wurden festgenommen. Drei Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.

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Als Reaktion auf den Militäreinsatz sperrten Bandenmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter in Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, Straßen mit brennenden Autos, Lastwagen und Bussen.

Auch wurden Feuer in Apotheken und kleinen Einzelhandelsgeschäften gelegt. In der von Touristen beliebten Stadt Puerto Vallarta an der Pazifikküste waren in Videos brennende Autos und große schwarze Rauchwolken zu sehen, die zwischen den Gebäuden aufstiegen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Drogenboss "El Mencho" arbeitete einst als Polizist

Nach dem Tod von "El Mencho" sperrten Mitglieder des CJNG-Kartells zahlreiche Straßen in mehreren Bundesstaaten mit brennenden Autos und Lastwagen.
Nach dem Tod von "El Mencho" sperrten Mitglieder des CJNG-Kartells zahlreiche Straßen in mehreren Bundesstaaten mit brennenden Autos und Lastwagen.  © Alejandra Leyva/AP/dpa

Die US-Regierung hatte das extrem gewalttätige Drogenkartell von "El Mencho" als ausländische Terrororganisation eingestuft. Neben dem Handel mit Fentanyl ist das von ihm geführte Verbrechersyndikat demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt.

Nach Angaben des US-Finanzministeriums ist Oseguera seit den 1990er Jahren in den Drogenhandel verwickelt. 1994 wurde er in Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien wegen Heroinschmuggels verhaftet. Nach drei Jahren Gefängnis wurde er nach Mexiko abgeschoben - und heuerte im westlichen Bundesstaat Jalisco als Polizist an.

Später schloss er sich dem Milenio-Kartell an, eines der ersten mexikanischen Verbrechersyndikate, die mit synthetischen Drogen handelten. Er arbeitete dabei mit dem Sinaloa-Kartell des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán (68) zusammen.

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Später kam es zur Abspaltung und Gründung des CJNG-Kartells. Unter Osegueras Führung entwickelte es sich rasch zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos.

In Guadalajara im Bundesstaat Jalisco ist es zu heftigen Unruhen gekommen.
In Guadalajara im Bundesstaat Jalisco ist es zu heftigen Unruhen gekommen.  © Refugio Ruiz/AP/dpa

CJNG-Kartell schoss Militärhubschrauber ab

Das "Unternehmen mit den vier Buchstaben", wie das Kartell von seinen Mitgliedern genannt wird, verfügt über ein großes Waffenarsenal und gepanzerte Fahrzeuge.

In Mexiko verübte es blutige Anschläge auf Sicherheitskräfte, hängte Leichen an Brücken auf und schoss einmal sogar einen Militärhubschrauber ab, wobei neun Menschen ums Leben kamen. Dem Kartell wird vorgeworfen, junge Menschen auch mit falschen Jobangeboten anzulocken, um sie zwangsweise zu rekrutieren.

"El Mencho", der ein unauffälliges Leben führte, soll ein Milliardenvermögen besessen und Geld mit Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäften gewaschen haben.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Newscom World, Alejandra Leyva/AP/dpa

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