Millionenbetrug am Mount Everest: Bergführer sollen Wanderer vergiftet haben

Nepal - Eigentlich sollten Wanderer auf dem Weg, den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, zu besteigen, Vertrauen in ihre Bergführer haben. Doch ein Betrugsskandal in Nepal lässt daran nun zweifeln.

Über kostspielige Rettungsflüge erbeuteten Betrüger Millionen. (Symbolfoto)
Über kostspielige Rettungsflüge erbeuteten Betrüger Millionen. (Symbolfoto)  © Prakash MATHEMA / AFP

Wie die Kathmandu Post berichtet, geht es um Fälle, in denen Bergsteiger absichtlich vergiftet wurden, um gezielt Rettungsflüge vom Mount Everest aus nötig zu machen. Verantwortliche sollen damit Millionen eingestrichen haben. Die Betrugsmaschen waren vielfältig.

In einer Methode waren die Bergsteiger sogar selbst Teil des Betrugs: Wollten die Touristen nicht zum Basislager zurücklaufen, boten die Bergführer ihnen eine Alternative an. Die Wanderer sollten vorgeben, krank zu sein, um so einen Rettungsflug möglich zu machen.

Die zweite Methode war weitaus drastischer. In Höhenlagen von über 3000 Metern sind Anzeichen der Höhenkrankheit nicht selten. Den Bergsteigern wurde dann gezielt Angst eingejagt.

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Ihnen wurde sogar erzählt, sie seien in Lebensgefahr und nur ein sofortiger und kostspieliger Rettungsflug könne ihnen helfen. In einzelnen Fällen sollen die Bergführer ihren Schützlingen unwissentlich Medikamente oder Backpulver in den Proviant getan haben, um Krankheitssymptome hervorzurufen.

Bergführer sollen Wanderer im Himalaya-Gebirge gezielt vergiftet haben, um Rettungsflüge zu rechtfertigen.
Bergführer sollen Wanderer im Himalaya-Gebirge gezielt vergiftet haben, um Rettungsflüge zu rechtfertigen.  © PURNIMA SHRESTHA / AFP

Versicherungsbetrug in Höhe von 20 Millionen Dollar

Um die Kosten bei internationalen Reiseversicherern geltend zu machen, benutzten die Betrüger für die Notfalltransporte gefälschte medizinische und Flugdokumente. Die Gewinne wurden dann unter Reiseleitern, Trekking-Agenturen, Krankenhäusern und den Hubschrauber-Unternehmen aufgeteilt.

Knapp 20 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 17,4 Millionen Euro) sollen die Betrüger durch diese Masche erbeutet haben. Seit Beginn des Jahres laufen allerdings Ermittlungen, infolge derer bereits sechs Menschen festgenommen wurden.

Titelfoto: Bildmontage: PRAKASH MATHEMA / AFP / PURNIMA SHRESTHA / AFP

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