Nach Geld-Reform: Menschen stürmen verzweifelt in Bank-Filialen

Lagos (Nigeria) - Dramatische Szenen in Nigeria: Wegen eines neuen Gesetzes ist dort vielerorts kein Bargeld mehr zu bekommen. Die Menschen sind verzweifelt und wollen noch schnell ihre Ersparnisse retten. Einige greifen zu drastischen Mitteln.

Viele Menschen in Nigeria sind verzweifelt und wollen nur noch an ihr Geld.
Viele Menschen in Nigeria sind verzweifelt und wollen nur noch an ihr Geld.  © Montage: Twitter/cdb33f29fab2433, Twitter/ddoktashittu

Nachdem die Regierung des westafrikanischen Staates neue Geldscheine einführte und das alte Geld für ungültig erklärte, ist es zu Chaos und Gewalt gekommen.

Videos, die auf den sozialen Netzwerken verbreitet wurden, zeigen dramatische Szenen. Ein Mann zog sich mitten in einer Bank komplett nackt aus und fing an zu weinen. Davor soll ihm von Bankangestellten mitgeteilt worden sein, dass er umgerechnet nur 40 Euro umtauschen könne, berichtet die Daily Mail. Ähnliche Szenen sollen sich im ganzen Land abgespielt haben.

An vielen Orten des 200-Millionen-Einwohner-Landes schlug die Verzweiflung sogar in Gewalt um. In mehreren Fällen taten sich wütende Bankkunden zusammen, stürmten Kreditinstitute und randalierten.

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Besonders brisant: Ein Video, das auf Twitter geteilt wurde und offenbar erst kürzlich entstand, soll eine ausgelassene Party von Mitgliedern der nigerianischen Oberschicht zeigen. Darin ist zu sehen, wie sich mehrere Partygäste mit dem neuen Geld bewerfen und darauf herumtrampeln.

Beobachter vermuten, dass korrupte Bankangestellte das neue Geld bevorzugt an wohlhabende Bekannte "verkauft" haben sollen.

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Krise in Nigeria: Neue Geldscheine der Landeswährung Naira sind vielerorts nicht zu bekommen

Die neuen Naira-Banknoten sollen schwerer zu fälschen sein.
Die neuen Naira-Banknoten sollen schwerer zu fälschen sein.  © Facebook/Central Bank of Nigeria

Die nigerianische Zentralbank kündigte im Oktober vergangenen Jahres die neue Regelung an, wonach die drei höchsten Banknoten (200, 500, 1000) der Landeswährung Naira neugestaltet und die alten Scheine zum Stichtag 31. Januar als gesetzliches Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert werden sollten. 1000 Naira entsprechen etwa 2 Euro.

Als Gründe für die neue Regelung nannten die Währungshüter Sicherheitsbedenken, das Horten von Bargeld und eine Zunahme der Cyberkriminalität, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.

Wegen technischer Probleme und Missmanagements wurde die Umtausch-Frist inzwischen auf Mitte Februar verlängert. Doch nach wie vor haben nur die wenigsten Banken des Landes das neue Geld in ausreichender Menge vorrätig.

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Neben der Geldknappheit wird das bevölkerungsreichste Land Afrikas von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelt. Das Benzin an Tankstellen ist knapp und Lebensmittelpreise sind dramatisch angestiegen. Am 25. Februar sind die Nigerianer aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen.

Titelfoto: Montage: Twitter/cdb33f29fab2433, Twitter/_realkingsley

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