Nach Sturz von Maduro: Neue Staatschefin von Venezuela will sich Trump nicht beugen

Caracas - Nach der gewaltsamen Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro (63) durch die USA übernimmt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez (56) laut örtlichen Medienberichten die Führung des Landes.

Die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez (56) übernimmt kommissarisch die Regierung Venezuelas. (Archivbild)
Die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez (56) übernimmt kommissarisch die Regierung Venezuelas. (Archivbild)  © Ariana Cubillos/AP/dpa

Das habe Venezuelas Oberster Gerichtshof angeordnet. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump (79) erklärt, dass die USA vorübergehend die Macht in dem südamerikanischen Land übernehmen wollten. Rodríguez sei zur Zusammenarbeit bereit.

Diese gab sich nach seiner Äußerung aber unbeugsam. "Es gibt nur einen Präsidenten in diesem Land und er heißt Nicolás Maduro Moros", sagte sie umgeben von Ministern und Militärs bei einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates.

Die Vorsitzende Richterin Tania D'Amelio erklärte, Rodríguez übernehme das Präsidentenamt kommissarisch, um die Kontinuität der Regierung und Verteidigung der Nation zu gewährleisten, wie die beiden örtlichen Medien "El Universal" und "El Nacional" berichteten.

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Wie es nun in Venezuela weitergeht, ist ungewiss. "Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können", hatte Trump vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida gesagt.

"Wir haben keine Angst vor Bodentruppen. Und wir müssen welche haben, wir hatten vergangene Nacht Bodentruppen vor Ort. Wir werden sicherstellen, dass dieses Land ordnungsgemäß regiert wird", sagte er. Es ist unklar, wie er das machen will.

US-Präsident Donald Trump (79, M.) will Venezuela übergangsweise selbst führen.
US-Präsident Donald Trump (79, M.) will Venezuela übergangsweise selbst führen.  © Molly Riley/The White House/AP/dpa

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez: "Werden nie wieder Sklaven sein"

Viele im Exil lebende Venezolaner, etwa in Argentinien, feierten den Sturz von Machthaber Maduro.
Viele im Exil lebende Venezolaner, etwa in Argentinien, feierten den Sturz von Machthaber Maduro.  © Stringer/dpa

Trotz des nächtlichen Militäreinsatzes "Absolute Resolve" ("Absolute Entschlossenheit"), bei dem US-Medienberichten zufolge mindestens 40 Menschen getötet wurden, darunter Militärangehörige und Zivilisten, haben die US-Streitkräfte keine Kontrolle über das südamerikanische Land selbst.

Rodríguez, die kommissarisch die Führung übernimmt, kündigte entschlossenen Widerstand gegen den US-Angriff an. "Wir werden nie wieder Sklaven sein."

Dabei hatte Trump zuvor noch gesagt: "Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach." Darauf deutet bislang allerdings nichts hin.

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Rodríguez gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. Die 56-jährige Juristin hatte als Außenministerin (2014–2017) den konfrontativen Kurs gegen die USA geprägt, den sie als Vizepräsidentin fortsetzte.

Rodríguez forderte nach dem US-Militäreinsatz die sofortige Freilassung von Maduro und seiner Frau. Ihre Regierung warf den USA eine Verletzung der Charta der Vereinten Nationen vor. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze - wie die großen Ölvorkommen - Venezuelas anzueignen und eben einen Regierungswechsel zu erzwingen. "Das wird ihnen nicht gelingen", hieß es.

Titelfoto: Bildmontage: Ariana Cubillos/AP/dpa, Molly Riley/The White House/AP/dpa, Stringer/dpa

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