Im Mühlendorf dreht mancher durch: Einwohner von Zaanse Schans wollen jetzt Maut erheben
Zaanse Schans (Niederlande) - Ungebetene Gäste im Vorgarten, von Fremden besetzte Terrassenmöbel, neugierig ums Haus schleichende Gestalten: Weil Touristen ihren Heimatort mit einem Freiluftmuseum verwechseln, wollen die 100 Einwohner von Zaanse Schans jetzt eine Maut erheben.
Das idyllische Mühlendorf Zaanse Schans ist der Inbegriff holländischer Lebensart: Schmucke Vorgärten und niedliche Holzhäuschen, verträumte Kanäle mit Holzbrücken und überall drehen sich Windmühlen.
Hinter jeder Ecke könnte Frau Antje auftauchen, die wie in dem bekannten Werbespot Käse aus Holland anpreist. Kein Wunder, dass Touristen diese Idylle lieben und massenhaft fluten. Über drei Millionen kommen jedes Jahr nach Zaanse Schans.
Weil unter ihnen aber auch Rüpel sind, die über Zäune klettern, frech an Haustüren rütteln oder wild an die Fenster klopfen, will das Mühlendorf künftig Eintrittsgeld verlangen.
17,50 Euro pro Person schweben der Stiftung Zaanse Schans vor.
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Die Schutzgebühr soll auch Wildpinkler fernhalten, die hier regelmäßig die Gartenzäune benetzen. Die Einnahmen sollen dann in den Erhalt der historischen Häuschen und Mühlen fließen.
Bummelt also noch einmal durch Zaanse Schans und besucht das Dorfmuseum, solange es noch kostenlos geht. Plant dafür aber besser einen Trip in der Nebensaison und respektiert die Privatsphäre.
Reisetipp: Im Dorf gibt es auch authentische Handwerker wie Holzschuhmacher, Zinngießer und natürlich eine typische Käserei. Tagesparkgebühr (Adresse: Schansend 7, Zaandam): 15 Euro.
Titelfoto: IMAGO/Anadolu Agency
