Linz (Österreich) - Ein ungewöhnlicher Vorfall in Österreich sorgt derzeit für Schlagzeilen: Wegen einer offenen Forderung von 355 Euro soll ein Ryanair-Flugzeug gepfändet worden sein. Während die beteiligte Anwaltskanzlei genau das behauptet, weist die Airline den Vorfall entschieden zurück.
Der Hintergrund ist eine Flugverspätung aus dem Sommer 2024. Eine Passagierin wollte damals von Linz nach Palma de Mallorca fliegen. Doch der Ryanair-Flug startete mit erheblicher Verspätung, wie Heute berichtet.
Die Frau verpasste dadurch ihren Urlaubstrip und musste kurzfristig einen deutlich teureren Ersatzflug buchen. Die zusätzlichen Kosten: 355,02 Euro.
Die Betroffene zog vor Gericht und bekam Recht. Vertreten wurde sie von der Kanzlei "Florianer Anwälte" aus St. Florian bei Linz. Doch trotz des Urteils blieb das Geld aus.
"Wir haben Ryanair geklagt, aber sie haben einfach nicht gezahlt", erklärte Anwalt Georg Wageneder gegenüber Heute.
Ein ungewöhnlicher Fall, denn normalerweise würden Airlines solche vergleichsweise kleinen Beträge rasch begleichen.
Ryanair weist die Darstellung zurück
Da Ryanair ein irisches Unternehmen ist, suchte man nach Vermögenswerten in Österreich - und wurde offenbar direkt am Flughafen fündig.
Als die Ryanair-Maschine in Hörsching bei Linz landete, sollen bereits eine Mitarbeiterin der Kanzlei und ein Gerichtsvollzieher am Rollfeld gewartet haben. Zunächst sei der Pilot angesprochen und zur Zahlung aufgefordert worden.
Bargeld habe es an Bord jedoch offenbar keines gegeben, andere Zahlungsarten akzeptiere der Gerichtsvollzieher nicht. Laut Darstellung der Kanzlei soll daraufhin das Flugzeug selbst gepfändet worden sein.
Ein offizieller Pfändungsaufkleber - der sogenannte "Kuckuck" - sei an der Maschine angebracht worden. Damit dürfe Ryanair über das Flugzeug rechtlich nicht frei verfügen, etwa es verkaufen. Fliegen dürfe das Flugzeug trotzdem weiterhin, wie Anwalt Georg Wageneder erklärte.
Die Airline selbst widerspricht den Berichten jedoch deutlich. In einem Statement an TAG24 erklärte ein Sprecher von Ryanair: "Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch."
Erstmeldung 17.01 Uhr; aktualisiert 18.19 Uhr.