Osama bin Ladens Sohn packt aus: So war es als 15-Jähriger unter Terroristen zu leben

Rouen (Frankreich) - Er ist der Sohn von Osama bin Laden (†54), doch mit den kruden Überzeugungen seines Vaters brach er schon vor Jahren. Mittlerweile arbeitet Omar Bin Laden als Künstler und hat sich ein Leben in Frankreich aufgebaut. Jetzt offenbarte der 41-Jährige Details aus seiner problematischen Kindheit.

Omar bin Laden (41, l.) wurde Künstler. Sein Vater Osama bin Laden (†54) hatte andere Pläne mit ihm.
Omar bin Laden (41, l.) wurde Künstler. Sein Vater Osama bin Laden (†54) hatte andere Pläne mit ihm.  © Montage: AMRO MARAGHI / AFP, AFP

Omar bin Laden wuchs in Terrorcamps auf, lernte schon früh mit Waffen umzugehen und Panzer zu fahren. Sein Vater - Terrorfürst Osama bin Laden - sah in ihm seinen Nachfolger.

1996, im zarten Alter von 15 Jahren, reiste Omar mit seinem Vater nach Afghanistan, wo damals die Taliban herrschten, wie er der britischen Zeitung The Sun erzählte. "Ich war fünf Jahre lang in Afghanistan."

Im Terroristen-Versteck in den schwer zugänglichen Höhlen von Tora-Bora wurde der Teenager zum "Teejungen" seines Vaters, reichte Gästen Getränke und Gebäck. Doch das Leben war hart, erinnert er sich. "Wir lebten unter erbärmlichen Bedingungen, in eiskalten Hütten."

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Später wurde er von Al-Kaida-Kämpfern an der Kalaschnikow ausgebildet, bekam Unterricht im Bomben basteln und lebte unter den Dschihadisten als ihresgleichen.

Zweifellos wollte Omar bin Laden gefallen. "Mein Vater hat mich nie gefragt, mich Al-Qaida anzuschließen", erzählt er "Aber er sagte mir, ich sei der Sohn, der auserwählt sei, sein Werk fortzuführen."

Fünf Jahre lang lebte er in Afghanistan, dann floh er

Tora-Bora: In dieser nur schwer zugänglichen Gegend von Afghanistan plante Terrorfürst bin Laden Senior die Anschläge vom 11. September.
Tora-Bora: In dieser nur schwer zugänglichen Gegend von Afghanistan plante Terrorfürst bin Laden Senior die Anschläge vom 11. September.  © ROMEO GACAD / AFP

Das änderte sich erst, als er Zeuge schrecklicher Biowaffen-Experimente der Terroristen wurde. "Ich habe es gesehen", erzählt er über die Versuche mit tödlichem Giftgas. "Sie haben es an meinen Hunden ausprobiert."

Die Welpen starben eines grausamen Todes. "Ich war zutiefst unglücklich."

Nach Informationen von Daily Mail, brachte wohl die Tatsache, dass Osama bin Laden von ihm erwartete, sich als Selbstmordattentäter zu melden, das Fass endgültig zum Überlaufen. In einem Interview mit der Zeitung sagte er: "Mein Vater hasste seine Feinde mehr als er seine Söhne liebte."

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Im Mai 2001, wenige Monate vor den Anschlägen auf das World-Trade-Center, brach er mit seinem Vater und verließ Afghanistan. "Er war enttäuscht, als ich sagte, dass ich für dieses Leben nicht geeignet sei".

"Ich hatte genug von dieser Welt. Er war nicht glücklich darüber, dass ich wegging." Danach haben sich beide nie wieder gesehen.

Wie so viele wurde Omar bin Laden von Al-Kaida-Kämpfern zum Terroristen ausgebildet. Später brach er mit der Organisation. (Archivbild)
Wie so viele wurde Omar bin Laden von Al-Kaida-Kämpfern zum Terroristen ausgebildet. Später brach er mit der Organisation. (Archivbild)  © HO / AFP

Heute ist Omar bin Laden ein erfolgreicher Künstler

Bin Ladens Sohn Omar sieht seine Vergangenheit kritisch

Omar bin Laden und seine Frau Zaina bin Laden leben heute in der Normandie.
Omar bin Laden und seine Frau Zaina bin Laden leben heute in der Normandie.  © AMRO MARAGHI / AFP

Heute ist Omar bin Laden erfolgreicher Künstler und lebt mit seiner Frau Zaina in Nordfrankreich. 10.000 Euro und mehr lassen Liebhaber für seine Bilder springen. Sein Sujet: Landschaftsbilder, vorzugsweise von Bergen - es erinnere ihn an seine Zeit in Afghanistan, sagt er.

Omar räumt ein: "Mein Name hat mir sehr geholfen, er ist auf der ganzen Welt sehr bekannt."

Angesprochen auf die Frage, warum sein Vater ihn als Kronprinz auswählte, antwortet bin Laden: "Ich weiß nicht, vielleicht, weil ich einfach intelligent war" und ergänzt: "Deshalb bin ich noch am Leben."

Als er vom Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt aus dem Fernsehen erfuhr, hat der 41-Jährige nach eigenem Bekunden "keine Träne vergossen". Doch Omar sagt auch: "Familie bleibt Familie, egal was passiert."

Persönlich hätte er sich ein richtiges Begräbnis gewünscht, auch um mit seiner Vergangenheit abschließen zu können.

Titelfoto: Montage: AMRO MARAGHI / AFP, AFP, HO / AFP

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