Mann tötet Wildschweine gnadenlos und wirft eines anschließend in den Müll

Warschau (Polen) - Beunruhigende Szenen aus Warschau: Ungebetene Besuche von Wildschweinen häufen sich im Stadtbild. Angesichts der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die seit mehreren Jahren in Europa wütet, gehen manche Polen nun radikaler gegen die unerwünschten Tiere vor.

Ein Mann tötete mehrere Wildschweine in einer Wohnsiedlung in Warschau und wurde zum Anlass einer hitzigen Diskussion auf Facebook.  © Fotomontage/Facebook/Screenshot/Łukasz Litewka

Bereits 2014 brach die Seuche in dem Land aus - die Zahl der infizierten Vierbeiner blieb allerdings bis zu diesem Zeitpunkt übersichtlich. Vor rund neun Jahren spitzte sich die Lage jedoch zu, als die Wildschweinpopulation vor allem in den Wohnsiedlungen zunahm.

Der Grund für die rasante Vermehrung der Tiere ließ sich schnell erschließen: ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Die Vierbeiner scheuten weder den Menschen noch gingen sie diesen aus dem Weg. Durch den rapiden Anstieg der Wildtiere wurde Warschau schlussendlich 2021 zum Hochrisiko-Gebiet für ASP erklärt.

Die polnische Regierung versuchte die Population einzudämmen. So folgte ein striktes Fütterungs-Verbot oder das radikale Versperren von Müllcontainern - doch all das schien den Wildschweinen nichts auszumachen.

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Auf Facebook teilte ein Nutzer nun das extreme Ausmaß der Wildschwein-Überflutung. Es sollten entspannte Osterfeiertage werden, doch die Anwohner einer Wohnsiedlung waren weit davon entfernt.

"Eine Bewohnerin meldete, dass sich mehrere Wildschweine in der Nähe ihrer Tulpen aufhielten", erklärte der User.

Ein Mann fackelte nicht lange, ging aus dem Haus und brachte die Wildschweine vor den Augen der Hausbewohner um - auch Kinder waren dabei. Kurz nach der Tötung warf der Unbekannte das leblose Tier in eine Mülltonne, die anderen Vierbeiner ließ er liegen.

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In Polen wird Wilderei mit bis zu drei Jahren bestraft

In der Wohnsiedlung waren insgesamt sieben Wildschweine unterwegs - sechs von ihnen waren Jungtiere.  © Fotomontage/Facebook/Screenshot/Łukasz Litewka

Ob der Mann zu den städtischen Jägern gehörte oder nicht, blieb ungewiss. Fakt ist jedoch, dass das Töten von Wildschweinen in Warschau durch Privatpersonen verboten ist.

Eine eigenmächtige Jagd wird in Polen unter Wilderei verbucht und kann eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren mit sich bringen.

Die Meinungen der Polen gehen auseinander: Während zahlreiche Menschen negativ auf den Abschuss von Wildschweinen reagieren, befürworten andere wiederum die Tötungen.

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"In Polen gibt es viele Menschen, die Tiere und die Natur hassen und alles ausrotten würden, was ihnen in die Quere kommt", kommentierte eine Nutzerin.

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