Warum jetzt alle plötzlich in Polen tanken wollen
Warschau - Ab sofort setzt Polens Regierung Preisobergrenzen für Benzin und Diesel fest. Gleichzeitig wurden Steuern auf Kraftstoffe gesenkt. Was das nun für Autofahrer und Tanktouristen in den Grenzregionen bedeutet.
Die Preisdeckelung für den Treibstoff ist seit Dienstag in Kraft. Nach Angaben des Energieministeriums darf der Liter Normalbenzin nicht mehr als 6,16 Zloty (umgerechnet etwa 1,44 Euro) kosten. Die Preisobergrenze für Super liegt demnach bei 6,76 Zloty (rund 1,58 Euro), die für Diesel bei 7,60 Zloty (etwa 1,77 Euro).
Die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk (68, Civic Coalition) reagiert mit dem Spritpreispaket auf die Folgen des aktuell laufenden Iran-Kriegs.
Während die Spritpreise in Deutschland mit einem Durchschnitt von mehr als zwei Euro jenseits von Gut und Böse liegen, freuen sich Autofahrer insbesondere in den Grenzregionen umso mehr auf das billigere Tanken bei den Nachbarn.
In die polnischen Ortschaften Porajów und Sieniawka (beim ostsächsischen Zittau) zog es bereits zahlreiche deutsche Autofahrer an die Tankstellen.
Maßnahmen gegen Tanktourismus geplant?
Im Gegensatz zu Zittau, wo Super derzeit um die 2,22 Euro und Diesel 2,38 Euro kostet, liegen die Benzinkosten in den polnischen Grenzregionen um die 1,47 Euro. Diesel ist mit 1,81 Euro immerhin 57 Cent günstiger.
Wie lange ausländische Touristen das Spritpreispaket noch ausnutzen und somit deutlich billiger in Polen tanken können, bleibt abzuwarten.
Zwar sind Einschränkungen beim Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgesehen.
Sollte der Tanktourismus allerdings Überhand nehmen, behält sich die Regierung spezielle Maßnahmen dagegen vor, heißt es.
Titelfoto: Bildmontage: xcitepress/tb (2)

