Polizei hält Leiche für eine Puppe und wirft sie einfach in den Müll

Sherbrooke (Kanada) - Peinliche Verwechslung mit dramatischen Folgen: Weil die Polizeibeamten die Leiche einer toten Frau für eine Puppe hielten, warfen sie diese einfach in den Müll.

In so einem Container wurde die Leiche der Frau "entsorgt".
In so einem Container wurde die Leiche der Frau "entsorgt".  © 123rf/uatp2

Der Fall ereignete sich schon Anfang letzter Woche in der kanadischen Großstadt, wurde aber erst am Donnerstag publik, nachdem Polizeichef Danny McConnell auf einer Pressekonferenz das peinliche Versagen seiner Behörde einräumen musste.

Laut CBC wurde die Feuerwehr gegen 10 Uhr morgens über einen kleinen Buschbrand in der Nähe einer Fabrik informiert.

"Als sie eintrafen, erklärten Zeugen, dass jemand eine Silikonpuppe angezündet hatte", sagte McConnell und fügte hinzu, dass die Feuerwehrleute daraufhin die Polizei um Hilfe baten.

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"Nach Gesprächen zwischen den beiden Dienststellen wurde vereinbart, dass die Schaufensterpuppe in dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Container der Polizei von Sherbrooke entsorgt wird", fügte er hinzu.

Bei dem beschriebenen "Container" handelt es sich um einen ganz normalen Müllkübel hinter der Polizeiwache.

Polizeichef entschuldigt sich öffentlich für Verwechslung

Etwa vier Stunden nachdem die vermeintliche "Schaufensterpuppe" dort hinein geworfen wurde, meldete sich ein Mann bei den Beamten, um seine Frau als vermisst zu melden.

Die Polizei ortete ihr Smartphone daraufhin in einem leeren Auto, das in der Nähe des Brandortes geparkt war.

Einer der Beamten zählte eins und eins zusammen und wies seine Kollegen darauf hin, dass es sich bei der Verschwundenen um die vermeintliche Puppe handeln könnte.

Als die Polizisten diese daraufhin aus dem Müll fischten, stellten sie zu ihrem Entsetzen fest, dass es tatsächlich die verkohlte Leiche der vermissten Frau war.

"Wir bedauern diese Situation sehr und können Ihnen versichern, dass die Familie über alle wichtigen Details dieser Untersuchung informiert wird", so McConnell.

Bisher ist unklar, unter welchen Umständen die Frau zu Tode kam und wer die zweite Person war, die Zeugen am Tatort gesehen hatten.

Titelfoto: 123rf/uatp2

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